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Nr. 27 | 05. Juli 2015

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Gleich noch einmal!

Von Christine Senkbeil, Redakteurin der Kirchenzeitung in Greifswald
Simon antwortete: „Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet und nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.“

Aus Lukas 5, 1-11

Da hat sie sich also getraut, mein kleines, vorsichtiges Schwesterlein. Platsch. Ihr erster Sprung vom Dreier. Kein gelungener, wie das dumpfe Aufprall-Geräusch vermuten lässt. Auch das Zartrosa ihrer Vorderseite deutet eher auf einen klassischen Bauchklatscher. Erst recht das Ach und Weh, das sie nun anstimmt, heulend am Beckenrand. „Gleich noch mal!“ lautet der Kommentar unserer nicht gerade zimperlichen Mutter. „Sonst hast du ewig Angst vorm Springen.“

Und was für ein sauberer Sprung das wurde! Und wie breit das Lächeln war, als ihre Sommersprossen wieder aus dem Wasser guckten.

Ich finde ja, dass dieser Bauchklatscher allerhand mit Petrus‘ wundersamem Fischzug zu tun hat. Nicht nur, weil für beides Wasser nötig ist. So einen kleinen Bauchklatscher hatten die Fischer am Anfang der Bibelgeschichte nämlich auch gerade hingelegt. Den ganzen Tag hatten sie gefischt und nichts an Land gebracht. Ach und Weh. Dann kommt Jesus, der auch nie zimperlich war, und sagt: „Gleich noch mal!“ Sie sollen in tiefere Gewässer fahren und erneut ihre Netze auswerfen. Und sie tun es. Gehorsam? Angst vorm „Nein!“ Sie tun es, auch wenn es sinnlos erscheint. Im Falle meiner Schwester sogar: neue Schmerzen bringen könnte. Sie tun es, „weil du es sagst“, wie Simon Petrus beschreibt. Auf das Wort hin. Aus Vertrauen. Es ist eine Geschichte über die Kraft des Vertrauens. Da ist jemand, der dir sagt: „Du schaffst das. Es steckt in dir.“ So was tut gut. Mit diesem Satz sind Selbstzweifel passé.

Jemand glaubt an dich — das ist das Wunderbare. Die Fischer ziehen so viel Fisch aus dem Wasser, wie sie allein nicht tragen können. Petrus bekommt regelrecht Angst vor der frei werdenden Kraft. Er und die anderen Fischer folgen Jesus. Als „Menschenfischer“. Was für mich lange nach „Bauernfänger“ klang. Was aber vielleicht ja „nur“ meint, dass sie nun auch anderen von ihrem Gottvertrauen abgeben konnten. So was tut gut. Menschenfischerin ist meine kleine Schwester übrigens nicht geworden. Aber Lehrerin. Eine, auf deren Wort die Schüler hören. Immerhin.