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Einwohner und Helfer kamen zum „Besinnen und Danken“ zusammen

Zusammenhalt und Solidarität nach dem Tornado

Bützower Bürger entzündeten Kerzen vor dem Altar der Stiftskirche
28.05.2015 ǀ Bützow.  Drei Wochen nach dem Tornado, der in Bützow enorme Schäden angerichtet hat, luden Stadt und Kirchengemeinde am Mittwoch (27. Mai) nach Bützow zum „Besinnen und Danken“ ein. Nach einer Andacht in der Kirche, wurde auf dem Kirchplatz eine „Linde der Hoffnung“ gepflanzt und damit zur Spendenaktion „Bäume für Bützow“ aufgerufen. Bei einem kleinen Fest konnten Einwohner und Helfer beisammen sein und nach den Strapazen der vergangenen drei Wochen neue Kraft schöpfen.

„Was in Jahren aufgebaut worden war – in Minuten wurde es zerstört. Alle Pläne für die Zukunft – plötzlich völlig hinfällig“, sagte der Schweriner Bischof Andreas v. Maltzahn in der Stiftskirche. Manch einer fühle sich entwurzelt wie die umgebrochenen Bäume. Deshalb brauche die Trauer ihren Raum und die Menschen müssten neuen Halt finden.

Zu den Dingen, auf die es jetzt ankomme, gehöre neben der Beseitigung der Schäden, ebenso das Danken. Er erinnerte an Freiwillige aus Nah und Fern, die gekommen seien und mit angepackt hätten auf den Dächern, bei der Beräumung des Schutts und der umgestürzten Bäume. Zutiefst dankbar könne man ebenso sein, dass niemand bei der Unwetterkatastrophe ums Leben gekommen ist.
 
Dank an Einsatz- und Hilfskräfte für Mitmenschlichkeit

„Die Menschen in Bützow standen und stehen füreinander ein. Viele Menschen im Land und darüber hinaus sind Ihnen verbunden – denken an Sie, spenden für den Wiederaufbau, beten für Sie. Sie sind nicht allein“, so Andreas v. Maltzahn. Es sei gut zu wissen, dass – „wenn es darauf ankommt – wir auf Zusammenhalt und Solidarität rechnen können“. Allen aktiven Helferinnen und Helfer dankte der Bischof für ihre Mitmenschlichkeit.
 
Die Hoffnung war ein weiterer Punkt in der Ansprache zum Bibelvers „Alles hat seine Zeit“. „Der Tag wird kommen, da wird Bützow wieder aufgebaut sein. Und Ihr Leben wird reicher sein, weil Sie die Erfahrung in sich tragen werden, dass Gemeinsinn und Gemeinschaft auch durch schwere Zeit tragen“, so der Bischof und ergänzte wörtlich: „Sie werden erleben, dass sie den Weg nicht allein gegangen sein werden. Gott steht Ihnen bei als die Kraft, die Sie wieder aufstehen und neuen Lebensmut fassen lässt.“

In den Fürbitten, die u.a. Landrat Sebastian Constien, Wehrführer Holger Gadinger und Bürgermeister Christian Grüschow sprachen, kamen ebenfalls Dank, Zuversicht und die Bitte um Kraft für die anstehenden Dinge zum Ausdruck. In seinem Grußwort sprach der Bürgermeister von dem guten Miteinander und der großen Hilfsbereitschaft, die in Bützow neu erlebt wurde und davon, dass sich diese Erfahrung fortsetzen möge.
 
Spendenaktion „Baume für Bützow“ gestartet

Als ein Zeichen der Hoffnung wurde auf dem Kirchplatz eine große Linde gepflanzt. Die Landschafts- und Gartenbaufirma Richter, die Kirchengemeinde und der Kirchenkreis Mecklenburg machten diese Aktion möglich. Pastor Karl-Martin Schabow und Propst Wulf Schünemann riefen gemeinsam mit Bürgermeister Christian Grüschow Firmen, Institutionen aber auch Privatpersonen auf, Gelder für die Aktion „Bäume für Bützow“ auf die bekannten Hilfskonten der Stadt mit dem Stichwort „Bäume für Bützow“ zu spenden. Die neuen Bäume sollen ab Herbst gezielt auf Flächen - wie dem Rosengarten, dem grünen Klassenzimmer oder auf dem TSV-Gelände - nach gärtnerischen Gesichtspunkten gepflanzt werden. Die Koordination dafür übernimmt die Stadt Bützow. Dorthin können sich auch alle Spender wenden.
Quelle: ELKM (cme)




Pastor Karl-Martin Schabow begrüßte rund 500 Andachtsbesucher
Das Kyrie-Gebet gestalteten Verteter verschiedener christlicher Gemeinden aus der Stadt
Fürbitte mit Bischof von Maltzahn, Gemeindeglieder, Bürger, Einsatzkräfte und Politiker
Auf dem Kirchplatz wurde eine „Linde der Hoffnung“ gepflanzt - viele griffen zur Schaufel
Propst Schünemann, Pastor Schabow und Bürgermeister Grüschow
Symbolisch zerborstene Dachziegel und eine Kerze am Kircheneingang