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Kirchengemeinden Marlow und Blankenhagen starten Begrüßungsaktion

Zur Geburt ein Apfelbäumchen von der evangelischen Kirche

Von Christian Meyer

Pastor Tobias Sarx (l.) und Diakon Peter Michalik im Pfarrgarten, wo bei Bedarf auch Apfelbäumchen einen schönen Platz finden können.
26.03.2017 ǀ Marlow.  „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Der Satz soll von Martin Luther stammen. Er gab den Anstoß für ein ganz besonderes Projekt der Kirchengemeinden Blankenhagen und Marlow. Zur Nachahmung empfohlen!

„Wir begrüßen alle neuen Erdenbürger mit einem Apfelbäumchen“ steht in großen Lettern im Schaukasten an der Marlower Kirche. „Das Geschenk zur Geburt soll als Symbol der Hoffnung auf ein von Gott behütetes und gelingendes Leben stehen“, sagen Pastor Dr. Tobias Sarx und Diakon Peter Michalik und verweisen auf den Luther zugeschriebenen Spruch: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Bewusst im Jubiläumsjahr der Reformation starten die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Marlow und Blankenhagen ihre Begrüßungsaktion. „Jedes neugeborene Kind und dessen Eltern aus den beiden Orten samt aller Ortsteile bekommt in diesem Jahr von uns ein Apfelbäumchen geschenkt, egal ob sie zur Kirchengemeinde gehören oder nicht“, so Diakon Peter Michalik (52). Denn es gibt immer mehr junge Eltern hier und „wir möchten diesen signalisieren, dass wir uns mit ihnen über ihr neugeborenes Baby freuen“.

Fest mit allen beteiligten Familien

Gemeinsam soll der Baum im Garten der Familie gepflanzt werden. „Wo dies nicht möglich ist, bieten wir unseren Pfarrgarten an. Dort stehen bereits einige knorrige Apfel- und Birnenbäume“, so Pastor Sarx. Zudem werde das Areal nach Ostern mit Hilfe der Stiftung „Kirche mit Anderen“ und der Bingo-Lotterie zum Begegnungsort „Historischer Pfarrgarten“ mit Bäumen, Kräutern, Beeten und Rasen umgestaltet. Begleitend zur Baumpflanzaktion bekommen die Eltern eine Erinnerungsurkunde überreicht. In einem Jahrbuch wird die Aktion dokumentiert und auf Fotos festhalten. „Zugleich laden wir auch ein, unsere Gemeinde mit ihren Angeboten kennen zu lernen. Am Ende des Projektjahres wird es ein Familienfest mit allen beteiligten Familien geben“, blickt Diakon Michalik voraus.

Einwohner sollen Familien vorschlagen

Um einen Baby-Überblick zu bekommen, brauchen die beiden Kirchengemeinden die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger. „Wir bitten ganz einfach darum, dass uns Familien genannt werden, bei denen ein Kind zur Welt gekommen ist“, so der 41-jährige Pastor. Parallel konnte mit dem Marlower Bürgermeister vereinbart werden, dass die Stadt mit ihrem Begrüßungspaket für Neugeborene (ein Jahresticket für den Vogelpark), zugleich die Grußkarte der Kirchengemeinde mit den Infos zur Apfelbäumchen-Aktion überreicht. „Die Eltern können sich dann bei uns melden und sagen, ob sie einen Baum pflanzen wollen“, so der 52-jährige Diakon und ergänzt: „Zu Familien aus unseren eigenen Kirchengemeinde nehmen wir natürlich selbst Kontakt auf.“ Insgesamt würden schätzungsweise 100 Kinder in diesem Jahr das Licht der Welt in der Region erblicken.

Bereits neue Idee für die Region

Finanziell unterstützt wird die Apfelbaum-Aktion mit 1550 Euro aus dem Reformationsfonds des Kirchenkreises Mecklenburg, den Rest tragen die beiden Kirchengemeinden und Spender. Obgleich das neue Projekt samt der Pfarrgarten-Umgestaltung gerade erst anläuft, planen die Marlower gemeinsam mit Nachbar-Kirchengemeinden schon eine neue Idee: eine Art „Pilger“-Fahrrad- und Wanderweg für die Recknitz-Region. „Aber da“, so Pastor Sarx. „sind wir noch ganz am Anfang und wollen uns zunächst jeweils in den Orten, wie Tessin, Ribnitz, Tribsees, Marlow etc., dem Thema mit Hilfe des mecklenburgischen Kirche+Tourismus-Referenten Kersten Koepcke nähern.“
Quelle: ELKM (cme)