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EKD Zukunftskongreß: Kirchliche Kernaufgaben im Mittelpunkt der Reformen

 

Wittenberg (ekd/epd). Der Zukunftskongress der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert" wurde am Sonnabend in Wittenberg beendet.

 

Von Wittenberg gehe das Signal aus, dass die Konzentration auf die kirchlichen Kernaufgaben kein leeres Wort sei, sagte der Ratsvorsitzende der EKD, der Berliner Bischof Wolfgang Huber. Trotz aller Kontroversen sei auf dem Kongress klar geworden, dass die evangelische Kirche in einen unumkehrbaren Zukunftsprozess hineingeraten sei. Nun gehe es darum, Reform- und Pilotprojekte in Gang zu bringen und gelungene Beispiele auf allen kirchlichen Ebenen bekannt zu machen.

 

Als vorrangige Handlungsfelder nannte der Berliner Bischof die Qualität der Gottesdienstgestaltung, das Zusammenwirken von Ehren- und Hauptamtlichen sowie das Verhältnis von herkömmlichen und neuen Gemeindeformen. Der Reformprozess orientiere sich an der kirchlichen Aufgabe, den Glauben zu wecken und zu stärken. Die demographische und die finanzielle Entwicklung stünden nicht im Mittelpunkt, sondern seien nur Rahmenbedingungen der Veränderungen.

 

Der Zeitplan war eng gestrickt am letzten Tag. Als "Zeitkorsett" beschrieb es Wolfgang Huber in seinem Statement auf der Bühne. "Aber Sie als Teilnehmende haben dieses Zeitkorsett wahrhaftig sportlich ertragen." Den Abschluss des Kongresses bildete in bester protestantischer Tradition ein Gottesdienst in der Wittenberger Stadtkirche. Auch wenn der Kongress nicht "tanzte", wie der Ratsvorsitzende einräumte – der Gesang der Teilnehmenden beeindruckte nicht nur die Journalisten.

 

"Avanti Protestanti" hat die Katholikin Dagmar Reim am Vorabend den Kongressteilnehmern empfohlen. Die Intendantin des RBB hat unter der Überschrift "Von anderen lernen" von ihren Fusionserfahrungen berichtet. Die Journalistin Claudia Bender hat zur gleichen Zeit an anderem Ort erzählt, dass die Medien Gesichter und Personen des Protestantismus brauchen. Aus ökumenischer Sicht hat der Holländer Jan-Gerd Heetderks auf den Reformprozess der EKD geschaut und Horst W. Opaschowski über die soziale Wirklichkeit in Deutschland, die den Rahmen für den Reformprozess bildet.

 

"Was bleibt nach den Tagen in Wittenberg?", haben die Journalisten bei der abschließenden Pressekonferenz gefragt. Für die Teilnehmenden ist eines klar: Die EKD sehe sich durch den Zukunftskongress in Wittenberg in ihrem Reformkurs bestärkt. Einen Weg zurück gebe es nicht mehr, sagte Wolfgang Huber. Kirchliche Kernaufgaben wie die Gestaltung der Gottesdienste stünden im Mittelpunkt der geplanten Reformen. Die Entscheidung über konkrete Projekte liege nun bei den Leitungsgremien der Landeskirchen und der EKD. Von Wittenberg gehe das Signal aus, dass die Konzentration auf die kirchlichen Kernaufgaben kein leeres Wort sei, sagte Huber. Trotz aller Kontroversen sei auf dem Kongress klar geworden, dass die evangelische Kirche in einen Zukunftsprozess hineingeraten sei. "Wir sind kritisch miteinander umgegangen, und das ist gut so", sagte der Berliner Bischof. Die Kirche dürfe nicht zu harmlos ihre Probleme diskutieren. Nun gehe es darum, Reform- und Pilotprojekte in Gang zu bringen und gelungene Beispiele bekannt zu machen. (29.1.2007)

 

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