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Glücksatlas

Zufriedenheit in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen

08.11.2017 ǀ Schwerin/München.  Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind deutlich zufriedener mit ihrem Alltag als noch vor einem Jahr. Ihr Lebensglück stieg um 0,12 auf 6,89 Punkte und damit so stark an wie in keiner anderen Region. Damit verlässt der Nordosten den letzten Platz im Ranking von 19 Regionen in Deutschland und verbessert sich auf Platz 17, wie aus dem am Dienstag in München veröffentlichten "Deutsche Post Glücksatlas" hervorgeht.

Allerdings erreichte MV in den Bereichen "Wohnen und Freizeit", "Gesundheit" und "Haushaltseinkommen" nur unterdurchschnittliche Werte. Bundesweites Schlusslicht ist der Nordosten beim verfügbaren Einkommen (17.700 Euro). Mit 49,1 Pflegebedürftigen je 1.000 Einwohner hat MV die höchste Pflegequote in Deutschland. Leicht überdurchschnittlich bewertet wurde hingegen der Bereich "Arbeit". Das könne mit daran liegen, dass die Leiharbeiterquote in MV mit 20,3 Leiharbeitern je 1.000 Erwerbstätigen mehr als zehn Prozentpunkte unter dem Bundesschnitt (31 Prozent) liegt, hieß es.

Schleswig-Holsteiner am glücklichsten

Im bundesweiten Vergleich am glücklichsten sind bereits zum fünften Mal in Folge die Menschen in Schleswig-Holstein, gefolgt von Hamburg. Auf einer Skala von 0 bis 10 erreichte das nördlichste Bundesland in diesem Jahr 7,43 Punkte.

Danach folgen Hamburg (7,28), Baden (7,28), Hessen (7,27), Franken (7,26) und Südbayern (7,25). Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit 6,83 Punkten. Noch nie sei der Abstand zwischen der zufriedensten und der unzufriedensten Region kleiner gewesen als in diesem Jahr, hieß es. Der bundesweite Durchschnittswert lag in diesem Jahr bei 7,07 Zufriedenheitspunkten - kaum weniger als im vergangenen Jahr (7,11). Der höchstmögliche Wert des Skala ist 10.

Glücksabstand zwischen West und Ost kleiner

Wie aus der Studie hervorgeht, sind die Westdeutschen erneut zufriedener als die Ostdeutschen. Der Glücksabstand zwischen West und Ost ist in diesem Jahr allerdings kleiner: Er sank von 0,28 im vergangenen Jahr auf 0,22 Punkte. Dennoch ist die Glücksschere deutlich: Die ostdeutschen Bundesländer landeten - wie auch im Jahr zuvor - auf den letzten Plätzen.

Der "Deutsche Post Glücksatlas" ist bereits zum siebten Mal erschienen. Befragt wurden für die repräsentative Umfrage im Frühsommer 5.698 Personen. Verknüpft wurde die Studie mit einer Umfrage zur nachhaltigen Lebensweise des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid, an der 1.001 Menschen teilnahmen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Menschen umso zufriedener seien, je mehr sie sich für soziale und ökologische Belange einsetzten. Zusammengestellt wurde der Glücksatlas vom Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg.
Quelle: epd