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Munib Younan. Foto: Neumann
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Jerusalemer Bischof zu Gast in Greifswald
Greifswald (mh). Der palästinensische evangelisch-lutherische Bischof Dr. Munib Younan aus Jerusalem besuchte bis Mittwochvormittag die Pommersche Evangelische Kirche.
Im Gespräch mit Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit und Matthias Tuve, dem Landespfarrer für Ökumene und Weltmission der Pommerschen Evangelischen Kirche, betonte Bischof Younan die wichtige Rolle der Christen im Nahen Osten. „Mir macht es keine Sorgen, daß wir eine kleine Kirche sind“, so Younan über die 3.000 Mitglieder und fünf Kirchengemeinden zählende Evangelisch-lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land. „Aber mich besorgt, daß wir durch die Auswanderung junger Menschen immer weniger werden.“ Als Gründe gab der Bischof die israelische Besatzung, die Arbeitslosigkeit und das Wachsen des Extremismus auf beiden Seiten an.
Trotz ihrer geringen Zahl sei die Rolle der Christen im Nahen Osten für den Friedensprozeß von entscheidender Bedeutung. „Wie kommt es, daß die Christen, obwohl sie stets in der Minderheit waren, seit 2.000 Jahren im Heiligen Land sind? Sie waren nie Herrscher, nie Mehrheit, nie politischer Machtfaktor und haben nie die Gesellschaft bestimmt. Aber sie haben der Gnade und der Versöhnung ein Gesicht gegeben.“ Auch heute noch sei etwa für den muslimischen palästinensischen Ministerpräsidenten Dr. Salam Fayyad die Botschaft der Christen eine entscheidende für den Friedensprozeß. „Wir setzen uns mit Gewaltlosigkeit, Versöhnung und Dialog für den Frieden ein,“ sagte Younan.
Die Anfänge der heutigen Evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) gehen auf deutsche Missionare in der Mitte des 19. Jh. zurück, die hauptsächlich vom Jerusalemsverein (Berlin) nach Palästina gesandt worden sind. Die offizielle Gründung der Kirche erfolgte 1959 und seit 1979 leitet ein arabischer Bischof die Kirche. Die Leitung des Jerusalemsvereins hat heute Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit. (4.3.2010) 
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