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Drei Sakralbauten aus MV dabei

Abstimmung: Wo steht die Kirche des Jahres 2015?

05.12.2015 ǀ Hannover/Stralsund/Rostock.  Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) ruft bundesweit zur Abstimmung auf. Zur Auswahl stehen auch Gotteshäuser aus den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern.

Auch in diesem Jahr sucht die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) wieder die Kirche des Jahres. Alle Interessierten sind aufgerufen, im Internet oder per Postkarte mit abzustimmen und die Wahl zu treffen aus einzigartigen Dorf- und Stadtkirchen, großen und kleinen Gotteshäusern aus der gesamten Bundesrepublik. Zur Auswahl stehen zwölf Kirchen. Dabei handelt es sich um die „KiBa Kirchen des Monats“ des bald endenden Jahres. Sie alle treten an zur Wahl der „Kirche des Jahres 2015“. Unter den zwölf Kandidatinnen befinden sich auch Kirchen aus dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg. Für Pommern geht die Trinitatiskirche in Ferdinandshof ins Rennen. Sie war im Oktober „Kirche des Monats“. Für Mecklenburg treten die mittelalterliche Backsteinkirche in Alt Karin („Kirche des Monats“ im Mai) und die St. Marien-Kirche in Parchim („Kirche des Monats“ im Dezember) an.

Taufengel schwebt von der Kirchendecke

Zu den Besonderheiten der im 18. Jahrhundert ursprünglich als Rundkirche gebauten Trinitatiskirche in Ferdinandshof zählen der Fachwerkturm und ein Taufengel, der per Seilzug an der Kirchendecke befestigt ist. Ein zu DDR-Zeiten dick aufgetragener Putz aus Zement habe die Mauern so extrem Feuchtigkeit ziehen lassen, dass die bloße Berührung der Wände zu nassen Händen geführt habe, so Architekt Hans Giger. Diese Feuchtigkeit habe unter anderem sehr starke Salzausblühungen im Mauerwerk verursacht. „Den Zementputz, der bis zu sieben Zentimeter dick war, hat die Kirchengemeinde im vergangenen Jahr in Eigenleistung abgetragen.“ Nach der Entfernung des Zements musste die Kirche zunächst durchtrocknen, um die weitere Sanierung zu ermöglichen. Noch Anfang Juli lag das Mauerwerk frei, doch vor einigen Wochen wurde durch die Baufachleute das Startsignal für das Auftragen eines Probeputzes gegeben. Der äußere Sockelputz ist der erste Schritt, ihm folgen Außen- und Innenputz.

Fußboden und Kirchengestühl sind reparaturbedürftig

Auch im Inneren der Ferdinandshofer Kirche gibt es eine Menge zu tun. Durch die langanhaltende Feuchtigkeit ist das Kirchengestühl dringend reparaturbedürftig. Zudem muss der Fußboden instand gesetzt werden. Das Dach hingegen ist in gutem Zustand, da es bereits in den 1990er-Jahren denkmalschutzgerecht unter Wiederverwendung alter Ziegel erneuert wurde. Die Kosten der Sanierung der Trinitatiskirche belaufen sich auf 140.000 Euro. Das Vorhaben wird aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde sowie durch den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (45.000 Euro) und die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (15.000 Euro) finanziert. Wer für die Kirche spenden möchte, kann dies über die Internetseite der KiBa tun. Und alle, die sich an der Abstimmung für die „Kirche des Jahres“ beteiligen, haben die Chance auf wertvolle Preise.

Pilgerkirche Alt Karin liegt am Jakobsweg

Im Landkreis Rostock steht die Backsteinkirche von Alt Karin. Die frühgotische kleine Kirche stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und liegt am Pilgerweg „Via Baltica“, einem Teil des Jakobswegs. Im Gemeindehaus wurde eine Pilgerunterkunft eingerichtet, in der jährlich bis zu 180 Pilger einkehren, so die Stiftung KiBa. Sehenswert ist die wertvolle Barockausstattung im Inneren der Alt Kariner Kirche, der das Gotteshaus ihre Beliebtheit als Hochzeitskirche verdankt. Sanierungsbedarf besteht für das teils sehr marode Dach- und das Turmgebälk. Nach Informationen der Stiftung KiBa wird die Sanierung 450.000 Euro kosten, wovon die Gemeinde auch dank einer Unterstützung der Stiftung in Höhe von 20.000 Euro bereits 120.000 Euro beisammen hat. Die Kirchengemeinde ist also weiterhin auf Unterstützer angewiesen, um das Vorhaben und den Erhalt der Kirche umsetzen zu können.

Reichbemalter Marien-Altar in St. Marien Parchim

Die St. Marien-Kirche in Parchim, ebenfalls eine frühgotische Backsteinkirche, wurde bereits 1278 geweiht, jedoch erst um das Jahr 1500 fertiggestellt. Aus dieser Zeit stammt auch der eindrucksvolle und reichbemalte Marien-Doppelflügel-Altar. Ein weiteres besonderes Ausstattungsstück ist beispielsweise die Bronzetauffünte, ein mittelalterliches Taufbecken aus dem Jahr 1365. In Vorbereitung ist die Sanierung des Turmes der Stadtkirche.
Quelle: ELKM/PEK
Die Abstimmung läuft bis zum 8. Januar 2016. Sämtliche Informationen rund um die Wahl finden Sie unter: www.ekd.de/kiba/kdj.html