Nach oben

Vorbereitungen in Gemeinden laufen auf Hochtouren

Wie diesmal Weihnachten feiern?

Von Marion Wulf-Nixdorf und Sybille Marx

Die Barther Gemeinde hat in den vergangenen beiden Jahren ihre Christvesper auf dem Marktplatz unter freiem Himmel gefeiert – und will das möglicherweise wieder tun.
18.10.2020 ǀ Schwerin/Greifswald.  Noch ist das von der Landesbischöfin auf der Nordkirchensynode angekündigte Inspirationspaket für die Feier von Christvespern in Zeiten von Corona nicht überall angekommen. Doch in vielen Kirchengemeinden laufen die Überlegungen längst, und vielerorts gibt es gute Ideen. Weihnachten fällt nicht aus – es wird nur an vielen Orten anders gefeiert. Das Anders-Feiern heißt in diesem Jahr für viele Kirchengemeinden, Gottesdienste im Freien anzubieten, wo mehr Platz ist und auch kräftig gesungen werden darf.

Gemeinden, die in ihren Kirchen feiern wollen, müssen sich auf eine bestimmte Anzahl von Gottesdienstbesuchern beschränken und Anmeldungen erbitten. Die Wustrower auf dem Fischland zum Beispiel wollen einen Film vom Krippenspiel drehen, in ihrer Kirche Christvesper feiern und davor und danach vor der Kirche singen. In Waren an der Müritz wird eine ökumenische Christvesper mit den Gemeinden von Marien und Georgen sowie der katholischen Gemeinde auf dem Marktplatz gefeiert, sagt Pastor Marcus Wenzel. Dann soll es zwei Krippenaufführungen auf der Freilichtbühne geben und diverse Vespern mit „Eintrittskarten“ in den Kirchen und im Garten am Gemeindehaus. „Die große Unbekannte bleibt das Wetter“, sagt Wenzel, „aber ich vermute, der liebe Gott wird uns eine weiße Weihnacht bescheren“.

Zur Gemeinde Bützow gehören 13 Kirchen, berichtet Pastorin Johanna Levitzow. Da wird es sicher für jedes Dorf eine andere Lösung geben und in der Stiftskirche in Bützow drei Christvespern mit Anmeldeprozedere. In Lübow bei Wismar heißt es, „wir hoffen, normal Christvesper feiern zu können – und dass es mit der Abstandsregel schon passen wird“, so Kirchenältester Johannes Fischer.

In der Gemeinde Schloen bei Waren sammelt eine Arbeitsgruppe noch Idenn. „Mein Favorit ist, das Krippenspiel auf dem nahen Berg aufzuführen“, verrät Pastorin Gesine Isbarn.

Pastorin Claudia Aue, Referentin im Gottesdienstinstitut der Nordkirche, rät den Gemeinden, frühzeitig die nötigen Absprachen mit den Ämtern zu führen und an Veranstaltungstechnik wie Beleuchtung und Verstärker zu denken – sonst könnten die besten Ideen scheitern. Nach ersten Workshops ist die Pastorin allerdings begeistert. „Die Gemeinden sind wahnsinnig kreativ.“

Gute Erfahrungen mit einer etwas anderen Vesper am Heiligabend haben bereits die Schlosskirchengemeinde in Schwerin und die Kirchengemeinde Barth gemacht. Die Schweriner laden seit Jahren zur Christvesper in den Innenhof des Schlosses ein. In Barth machten vor zwei Jahren die Bauarbeiten an der Marienkirche Gottesdienste im Inneren unmöglich, darum feierte die Gemeinde draußen auf dem Marktplatz mit Krippenspiel, Bläsern und Engelschor, umrahmt von Giebelhäusern und der aufragenden Kirche.

„Das war eine tolle Atmosphäre“, schwärmt Pastor Stefan Fricke. Zumal auch viele Passanten stehen geblieben seien und insgesamt vielleicht um die 400 versammelt waren. Ähnlich 2019. Dieses Jahr allerdings werde es kniffliger wegen der Pandemieauflagen. Demnächst wolle die Gemeinde einen St.-Martins-Zug durch die Stadt organisieren. „Aus den Erfahrungen können wir dann lernen.“
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 42/2020

Diese Website verwendet Cookies und die Webanalyse-Tools Matomo und Google Analytics. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden.Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es auf der Seite Datenschutz.