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"Philippinen: Was ist denn fair?"

Weltgebetstag in MV: Frage nach Gerechtigkeit im Mittelpunkt

Ausschnitt aus dem Titelbild zum Weltgebetstag 2017. Bildtitel: "A Glimpse of the Philippine Situation" von der philippinischen Künstlerin Rowena Apol Laxamana Sta Ros.
02.03.2017 ǀ Rostock/Stralsund.  „Was ist denn fair?“: Direkt und unvermittelt steht diese Frage von philippischen Frauen im Mittelpunkt des Weltgebetstages 2017. „Das Thema lädt uns ein über Gerechtigkeit nachzudenken“, sagt Christine Ziehe-Pfennigsdorf, Referentin für die Arbeit mit Frauen in den evangelischen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern. An diesem Freitag (3. März) wandern Gebete, Lieder und Texte, die 20 Christinnen auf den Philippinen erarbeitet haben, rund um den Globus. In zahllosen Kirchengemeinden weltweit und ebenso in Mecklenburg-Vorpommern dreht sich alles um den Inselstaat in Südostasien.

Trotz ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen prägt eine krasse soziale Ungleichheit die Philippinen. Die meisten der rund 100 Millionen Einwohner profitieren nicht vom wirtschaftlichen Wachstum. Auf dem Land haben wenige Großgrundbesitzer das Sagen, während die Masse der Kleinbauern kein eigenes Land besitzt. Die Wurzeln dieser Ungleichheit gehen zurück bis in die 330jährige spanische Kolonialzeit. Wer sich heute für Menschenrechte, Umweltschutz, Landreformen oder die Rechte der indigenen Bevölkerung engagiert, lebt oft gefährlich.

Rund 1,6 Millionen wandern Jahr für Jahr ins Ausland ab und schuften als Hausangestellte, Krankenpfleger oder Schiffspersonal in Saudi-Arabien, den USA, Europa, Hongkong oder Singapur. Ihre Überweisungen sichern den Familien das Überleben, doch viele der Frauen zahlen einen hohen Preis durch ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, körperliche und sexuelle Gewalt.

Blick auf Schicksal von geflüchteten Menschen

„Mit Merlyn, Celia und Editha kommen beim Weltgebetstag 2017 drei fiktive Frauen zu Wort, deren Geschichten auf wahren Fakten beruhen“, so Christine Ziehe-Pfennigsdorf. „Sie laden uns ein, unseren eigenen Kreis zu öffnen. Im Reformationsjahr 2017 kann das heißen, dass wir andere nach ihren Geschichten fragen: Zum Beispiel Frauen aus christlichen Glaubensgemeinschaften, die noch nie beim Weltgebetstag mitgemacht haben, oder geflüchtete Menschen in unserer Nachbarschaft.“ Zugleich stellt sich die Frage, „die die philippinischen Frauen uns zumuten: Was ist denn fair?, die uns zum Einsatz für eine gerechte Welt ermutigt“.

In den beiden evangelischen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern trafen sich bereits im November und Januar mehr als 250 Frauen, „um den Inselstaat Philippinen und die Ordnung des Weltgebetstages kennenzulernen, die Lieder einzuüben, kreative Ideen der Gottesdienstgestaltung auszuprobieren und gemeinsam landestypisch zu feiern und zu essen“, berichtet Christine Ziehe-Pfennigsdorf. In vielen Gemeinden habe der Weltgebetstag einen festen Platz. „Er gehört mittlerweile zu den bestbesuchten Gemeindeveranstaltungen und zieht auch kirchenfernere Frauen und zuweilen Männer an.“
Quelle: ELKM/PEK (cme/sk)

Weitere Informationen unter: www.weltgebetstag.de