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Spendenaktion "Licht zu Weihnachten“

Weihnachtspäckchen für Gefangene in der JVA Waldeck

Gemeindepastorin Asja Garling (re.) und Gefängnisseelsorger Martin Kühn packen mit Rostocker Konfirmanden Weihnachtspäckchen für Gefangene in der JVA Waldeck (Archivbild 2014)
09.12.2016 ǀ Rostock.  Weihnachten ist für Gefangene eine bedrückende Zeit. Der normale Gefängnisalltag ruht, es gibt wenig Abwechslung. Nach Hause dürfen nur wenige. Für diejenigen, die die Festtage hinter Gittern verbringen müssen, ist die Einsamkeit besonders spürbar. „Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.“ Dies biblische Zitat aus dem Matthäus-Evangelium (25,36) steht hinter der Spendenaktion „Licht zu Weihnachten“ von Pastor Martin Kühn. Der evangelische Gefängnisseelsorger möchte, dass die mehr als 200 Gefangenen in der JVA Waldeck ein Weihnachtspäckchen bekommen. Dafür sucht er Päckchen-Spender.

„Bei den Päckchen geht es nicht in erster Linie um den materiellen Wert, sondern um das Zeichen: Da ist jemand, der denkt an mich“, sagt Pastor Kühn. Denn aufgrund gesetzlicher Bestimmungen dürfen Strafgefangene seit 2013 selbst zu Weinachten kein Paket von ihren Angehörigen mehr zugeschickt bekommen. Daher bittet Pastor Kühn: „Wer ein Weihnachtspäckchen für Strafgefangene spenden möchte, kann dies bis spätestens 19. Dezember abgeben in der Gemeindeverwaltung Dummerstorf (Griebnitzer Weg 2) oder in der Kirchengemeinde Kessin (Neubrandenburger Straße 5) bzw. am 20. Dezember ab 16 Uhr im Pfarrhaus Rostock Biestow (Am Dorfteich 12).

Möglich ist ebenso, die Aktion mit einer Spende zu unterstützen, ergänzt Pastor Kühn. Dazu ist der Beitrag zu überweisen auf das Konto der Nordkirche, Hauptbereich 2, IBAN: DE 64 5206 0410 5606 5650 00; Verwendungszweck: 21093000 Weihnachtsspende JVA Waldeck.

Biestower Konfirmanden packen am 20. Dezember mit ein

Für die Spendenaktion bereits begeistern konnte der Gefängnisseelsorger beispielsweise die Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Biestow. Die Mädchen und Jungen werden am Dienstag (20. Dezember/ab 16 Uhr) im Pfarrhaus zig Päckchen packen und den Inhalt dafür auch teils von zu Hause mitbringen. „Gemeindepastorin Asja Garling hatte mich in dieser Woche eingeladen, damit ich in der Konfirmandenstunde etwas aus meiner Arbeit als Seelsorger erzähle. Alle haben gespannt zugehört und viel gefragt“, berichtet Martin Kühn. Da das Bild vom Gefängnis sehr von den Medien geprägt sei, habe er „exemplarisch die Lebensgeschichte einen jungen Strafgefangenen erzählt, berichtet wie er auf die falsche Bahn kam, was ihn bewegt und was er sich wünscht, wenn er die Strafe verbüßt hat und entlassen wird“. Diese persönliche Ebene sei bei seinen jungen Zuhörern angekommen.

„Dass manch ein Gefangener zum ersten Mal in seinem Leben etwas zu Weihnachten geschenkt bekommt, ist für die Schüler unvorstellbar“, ergänzt Pastorin Garling. Welchen hohen Stellenwert plötzlich eine Tafel Schokolade bekommt oder wie kostbar ein Päckchen Kaffee ist, das wird ihnen dabei bewusst.“ Eltern und Gemeindeglieder sind in Biestow ebenso eingeladen worden, diese freiwillige Weihnachtsaktion mit zu unterstützen. „Die ersten Päckchen sind schon abgegeben worden und beim Packen wollen auch Einzelne helfen“, erzählt Asja Garling erfreut.

Für den Paketinhalt gibt es Regeln

Etwas für das Gemüt, etwas für den Körper und etwas für die Seele - so könnte man den gewünschten Inhalt der Weihnachtspäckchen beschreiben, für den es allerdings bestimmte Vorschriften gibt. Konkret dürfen original verpackte Lebensmittel, Kaffee, Tee, Tabak, Bücher, Süßigkeiten und ein Kartengruß – allerdings ohne Absenderadresse - enthalten sein. Medikamente, Alkohol oder Frischfleisch dürfen nicht dabei sein. Jedes Paket wird durchleuchtet, ehe es die Gefangenen bekommen“, so Pastor Kühn, der dankbar ist, dass die Leitung der JVA Waldeck die Spendenaktion auch in diesem Jahr möglich macht.
Quelle: ELKM (cme)