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Hans-Jürgen Abromeit

Weihnachtsbotschaft von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Greifswald

 

Suche nach Geborgenheit und Schutz

 

Weihnachten sagt uns: Jesus ist einer von uns geworden. Gott hat sein Gottsein hinter sich gelassen und ist mit den Menschen solidarisch geworden. Viele Menschen suchen die Nähe dieses herunter gekommenen Gottes. In Deutschland werden heute etwa 20 Millionen Menschen Weihnachtsgottesdienste aufsuchen. Warum eigentlich? Was zieht die Menschen gerade an diesem Fest in die Kirche?

 

Manche denken aber: „Wenn es überhaupt Gott gibt, dann, leider, nicht für mich! Und doch möchte ich wissen, ob etwas dran ist an diesem Gott und an diesem Kind in der Krippe.“

 

Weihnachten ist ohne Zweifel das am intensivsten in der Bevölkerung gefeierte Fest. Neben der Freude am Feiern schlägt sich auch hier eine Sehnsucht nach Geborgenheit nieder. Trotz aller Unbilden der menschlichen Geschichte heißt Weihnachten: In allen Problemen, in allen Schicksalsschlägen, in aller Freude und in allem Leid bin ich nicht allein, sondern Gottes Begleitung wertgeachtet.

 

Auch die Ursprungsgeschichte der Weihnacht, die wir in diesem Gottesdienst so eindrucksvoll gehört haben, zeigt uns die Gefährdung menschlichen Lebens. Im Matthäusevangelium wird ausdrücklich geschildert, wie die junge Familie nach Ägypten fliehen muss, weil König Herodes dem Neugeborenen nach dem Leben trachtet. Als Gott Mensch wurde, machte er sozusagen am eigenen Leibe die Erfahrung der Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens. Gott ist nun im menschlichen Leben „drin“, in schönen Momenten, wie einer Geburt, genauso, wie in der Bedrohung, zum Beispiel auf der Flucht.

 

Insgesamt sind weltweit gegenwärtig rund 67 Millionen Menschen auf der Flucht. Eine besondere Gruppe stellen die Flüchtlinge aus dem Irak dar, von denen ein großer Teil Christen sind. Die UNO bittet, die Länder, die das können, um eine Neuansiedlung von Flüchtlingen, bei denen eine Rückkehr in ihre Herkunftsländer auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird. Insgesamt beteiligen sich zu wenige Staaten an einem solchen Neuansiedlungsprogramm zum Flüchtlingsschutz. Auch Europa hält sich sehr zurück und damit auch die Bundesrepublik Deutschland.

 

Weihnachten sagt uns: Jesus ist einer von uns geworden. Wer sein Nahekommen spürt, möchte gerne zu ihm gehören. Es ist dann nur natürlich, dass wir überall dort, wo Leben bedroht ist und noch kein „Friede auf Erden“ werden kann, Menschen auch unsere Gemeinschaft gewähren. (24.12.2008)

 

Weihnachtspredigt von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit im Greifswalder Dom: "Jesus - einer von uns" (80 KB)


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