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Pilgerpause

Wallfahrsregel

 

1. Die vier täglichen Stundengebete und die tägliche Mahlfeier geben den Tagen Inhalt und Form zugleich. Die Stundengebete beginnen pünktlich und aus dem Schweigen heraus. Mit Betreten der Kirche verzichten wir auf Gespräche. Die Mahlfeier in der Complet umschließt und beschließt den Gebetstag. Keiner ist zur Teilnahme am Abendmahl genötigt, aber die Gemeinschaft des Gebets sollte beibehalten bleiben.

 

2. Wir brauchen die innere geistliche Disziplin eines jeden, z.B. die Pünktlichkeit jedes einzelnen zum Gebet und zum Aufbruch. Die äußere Form trägt uns auch hindurch.

Persönliche Frömmigkeitsäußerungen finden durchaus Gelegenheit.

 

3. Die Dauer der Wallfahrt von Donnerstagabend bis Sonntagnachmittag wird mit der Anmeldung als verbindlich anerkannt.

Die geplanten Wegstrecken sind für alle zutreffend, sonst zerreißt etwas zwischen uns. Für Verletzte und Erschöpfte wird nach Linderung gesucht. Wir wissen aber darum, daß zu einer Wallfahrt auch Mühe, Beschwernis, Selbstüberwindung, vielleicht auch Schmerzen gehören. Nicht als Selbstzweck, sondern als Bestandteil unseres Lebens und Glaubens, wo Gott in besonderer Weise erfahren wird, wenn wir durchhalten.

 

4. Auf Wegstrecken, wo nach freier Wahl gesprochen oder geschwiegen werden kann, trennen sich beide Gruppen. Dabei ist besondere Rücksichtnahme auf die Schweigenden erforderlich.

Jeder Wegabschnitt wird mit einem kurzen geistlichen Impuls eröffnet. Dies sollte für Meditation und auch Gespräche als Inhalt und Hilfe versucht werden. "Alltags"gespräche sollten vermieden werden. Eine Wallfahrt ist keine "Wanderung".

 

5. Die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe dürfen für sich in Anspruch nehmen, auch Wallfahrer zu sein; auch sie sind auf dem Weg. Zusätzlich sind sie Ansprechpartner für Belange der Wallfahrt und persönliche Gesprächswünsche.

 

6. Die Teilnahme an einer Wallfahrt schließt die Bereitschaft ein, sich geistlich führen zu lassen, auch auf Gebiete, die einem noch verschlossen oder auch fragwürdig sind, dies gilt z.B. für die Schweigezeiten.

 

7. Bei einer Wallfahrt brechen leicht auch persönliche innere Konflikte auf. Das seelsorgerliche Gespräch kann hilfreich sein. Oft wird man aber auf diesem Weg allein bleiben, jedoch umfangen von der Gemeinschaft mit Gott, der Stille vor IHM und vom gemeinsamen Gebet.

 

8. Das Vortragekreuz geht immer den Pilgern voraus: Christus geht uns voran.

 

9. Askese wird nicht verordnet. Das Essen ist auch eine Quelle der Freude und des dankbaren Genusses. Wer in diesen Tagen auf Gewohnheiten seines sonstigen Lebens verzichten will, trifft seine Entscheidung für sich. Der tiefe Ernst des schweigenden, betenden Gehens wird umfangen von oft langen nächtlichen Gesprächen, die in einer beträchtlichen Weise der Klärung, der Klage, der Bestärkung, aber auch der Fröhlichkeit und Begeisterung für Kirche und Glauben dienen. Diese Runden bieten auch gute Möglichkeiten, Fragen und Beschwernisse des Tages anzusprechen.

 

10. Um auf nichtkommerzielle Weise übernachten zu können, außerdem in der Nähe der Kirche zu bleiben und dem gewohnten Anspruch auf Bequemlichkeit zu entgehen, sind wir auf sehr bescheidene (Gemeinschafts-)Unterkünfte, meist in Pfarrhäusern, angewiesen. Wir müssen von äußerst bescheidenen sanitären und räumlichen Verhältnissen ausgehen. Das nicht als Last, sondern als neue Erfahrung einzuordnen und anzunehmen, bringt unsere Maßstäbe wieder ein wenig zurecht.

 

11. Wenn wir als Wallfahrer im Namen Christi unterwegs sind, braucht es auch einer wachen Aufmerksamkeit füreinander. Auch wenn der Transport des großen Gepäcks und die Bereitung der Mahlzeiten von Nicht-Wallfahrern getragen werden, ist selbstverständliche Mithilfe in der Küche und bei Reinigungsarbeiten notwendig.

 

12. Nach dem Nachtgebet besteht in der Kirche die Möglichkeit zur Anbetung wie auch zur Beichte.

 


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