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Vorgestellt:

Das Kirchliche Bildungshaus Ludwigslust

05.03.2010 | Ludwigslust (cme). Im Kirchlichen Bildungshaus Ludwigslust (KBH) arbeiten die Bereiche Theologisch-Pädagogisches Institut, Fort- und Weiterbildung sowie Predigerseminar in einer Kooperationsgemeinschaft zusammen. Sieben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind hier beschäftigt. Das Haus bietet insgesamt 21 Zimmer (34 Übernachtungsmöglichkeiten) und 5 Seminar- und Bibliotheksräume.

Ludwigslust ist ein zentraler Ort in Norddeutschland mit einer sehr guten Verkehrsinfrastruktur. Das Kirchliche Bildungshaus liegt in unmittelbarer Bahnhofsnähe mit regelmäßigem EC/ICE-Halt (Strecke Hamburg - Berlin). Die Autobahnverbindung der A 14 zur Ausfahrt Ludwigslust an der A 24 ist fertig gestellt, die Weiterführung wird voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren auch den Raum Brandenburg und Sachsen-Anhalt schnell und bequem erreichbar machen. Die günstige Verkehrslage erleichtert erheblich die Mitarbeit von Referenten und externen Dozenten.

Konzeption des Bildungshauses

Die „Kommunikation des Evangeliums“ (E. Lange) ist Kernaufgabe der Kirche Jesu Christi und zentrales Leitbild des Kirchlichen Bildungshauses Ludwigslust. Daraus ergibt sich für den Standort Ludwigslust ein spezifisches Profil. In diesem Haus kann die Gemeinschaft der Dienste, die notwendig ist, um das Evangelium in der Öffentlichkeit zu lehren, zu verkünden und zu gestalten, erfahren werden. Die, sind auf Offenheit füreinander angelegt und in wesentlichen Teilen finden die Angebote berufsgruppenübergreifend statt.
Das Kirchliche Bildungshaus in Ludwigslust ist in diesem Sinne ein Ort der Begegnung von Erzieherinnen (sind nur Frauen bisher!!)über Gemeindepädagoginnen und Gemeindepäagogen und Lehrer/innen bis hin zu Theologen:
- Begegnung zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen
- Begegnung zwischen Teilnehmenden aus unterschiedlichen Landeskirchen
- Begegnung zwischen Menschen, die ihren Dienst innerhalb und außerhalb der Landeskirche versehen
- Begegnung zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen
- Begegnung zwischen Kirchenmitgliedern und Nichtkirchenmitgliedern
- Begegnung von Kursteilnehmenden und ihren Angehörigen und Freunden und AusbilderInnen und weiteren Gästen anlässlich von Einführungen, Beauftragungen oder festlichen Kursabschlüssen
- Begegnung mit der Diakonischen Kirche im Form des Stift Bethlehems

Diese Begegnungen finden ihr geistliches Zentrum in der benachbarten Stiftskirche, wo Spiritualität gemeinsam gelebt und gestaltet wird. Das Kirchliche Bildungshaus ist Teil der Stiftsgemeinde, die geistliches Zentrum für alle Menschen ist, die im Stift Bethlehem, im Evangelischen Krankenhaus, im Kirchlichen Bildungshaus, der Stadtkirchengemeinde und weiteren kirchlichen Einrichtungen leben und arbeiten. Sie ist in ihrer Geschichte eng verbunden mit den Diakonissen, der Bildungstradition der Landeskirche, den Menschen der Region und der Stadtkirchengemeinde Ludwigslust.

Mit der geplanten Fusion der drei Landeskirchen im Norden gehen erstmalig Kirchen aus West- und Ostdeutschland zusammen. Dabei treffen unterschiedliche Erfahrungshorizonte aufeinander. Für den Prozess sind Diskurs und Kommunikation nötig. Das Kirchliche Bildungshaus Ludwigslust bietet eine wichtige Plattform dafür: Hier werden ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter aus Mecklenburg, Pommern und Nordelbien fort- und ausgebildet, hier begegnet man sich, lernt sich kennen…

Die Säulen des Kirchlichen Bildungshauses

1. Das Predigerseminar (PS)
> Das PS ist für VikarInnen und Vikare der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs (ELLM) und der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) der Ort theoretischer Grundlegung, Einübung und Reflexion pastoraler Praxis. Die Vikariatszeit beträgt 30 Monate, so dass in der Regel 3 Vikariatsgruppen parallel im PS ausgebildet werden (2007: 27 VikarInnen in 3 Gruppen; 2008: 26 VikarInnen in 3 Gruppen; 2009: 27 VikarInnen in 3 Gruppen).
> Das PS selbst ist im Vikariat eine besondere „Lebensform“ und bietet die Chance, intensiv miteinander zu arbeiten und die Tage auch mit Formen geistlichen Lebens zu strukturieren. Die Stiftskirche in unmittelbarer Nähe zum PS lädt dazu in besonderer Weise ein. Zum gemeinsamen Leben gehören auch die Selbstversorgung der Gruppen in der Verpflegung, die durch die Küchen auf jeder Etage ermöglicht werden, die gemeinsamen Mahlzeiten, Freizeit und Erholung.
> Der Vorbereitungsdienst für die VikarInnen der ELLM und PEK wird in Kooperation mit der Nordelbischen Kirche (NEK) gestaltet, wobei jährlich 6 Seminarwochen als Kooperationskurse abwechselnd im PS Ratzeburg und im PS Ludwigslust stattfinden. Seit 2008 wird die Kooperation in den Seminarkursen durch mehrtägige Besuchsprogramme in den Vikariatsgemeinden der drei Landeskirchen erweitert. Innerhalb dieser Kooperation ist das PS Ludwigslust ein besonderer Ort ostdeutscher Ausbildungskultur.

2. Theologisch-Pädagogisches Institut (TPI)
> Das TPI ist schwerpunktmäßig für die nichtpastoralen Mitarbeitergruppen zuständig und bietet für ca. 340 Religionslehrer/innen, 150 Gemeindepädagoginnen und 630 Erzieher/innen aus der ELLM Fort- und Weiterbildungen an. Dafür ist ein kompetenter Ort notwendig, wo Lehr- und Lernmittel, eine Fachbibliothek und Lern- bzw. Erzählwerkstätten vorhanden sind, die auf dem gegenwärtigen Stand der Fachdidaktik und Fachwissenschaft sind, um diese Mitarbeiter/innen in ihrer religionspädagogischen Arbeit zu unterstützen.
> Zunehmend kommen Lehrer/innen anderer Fächer, Schulleiter/innen aus den 600 Schulen des Landes und andere Multiplikatoren des schulischen Bereichs zu Veranstaltungen und Kursen des TPI. Im Evangelischen Religionsunterricht in Mecklenburg-Vorpommern wird die Arbeit von Religionslehrerinnen fachlich begleitet. Für sie werden im TPI Fortbildungen und Vokationstagungen angeboten. Hier gilt es, eine Religionspädagogik für die Arbeit mit konfessionslosen Heranwachsenden zu entwickeln. Weitere Felder sind die Organisation von Schulpraktika für Gemeindepädagogen und Vikare zu organisieren und deren religionspädagogische Ausbildung durchzuführen.
> In der berufsbegleitenden Gemeindepädagogenausbildung, welche zum Fachschulabschluss führt und die um den Bereich der Ehrenamtlichenausbildung erweitert ist, soll künftig in Kooperation mit der Evangelischen "Rauhes Haus'" Hamburg ein Studiengang durchgeführt werden. der einen Doppelabschluss als Bachelor für Soziale Arbeit und Diakonie/Gemeindepädagogik ermöglicht.

3. Fort- und Weiterbildung
> Die Fort- und Weiterbildung ist vom Ansatz her berufsgruppenübergreifend konzipiert. Für das in der Mecklenburgischen Landeskirche geltende Konzept für die Fortbildung in den ersten Arbeitsjahren (eine Kurswoche am Ende des ersten Jahres zum Thema: „Mein erstes Arbeitsjahr“ für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkündigungsdienst – zwei- bis dreitägige Besuche des Pastors für Fort- und Weiterbildung im zweiten Jahr – 3 Tage „Praxisreflexion im dritten Jahr) bietet Ludwigslust einen Ort für die Durchführung.
> Darüber hinaus ist die Fort- und Weiterbildung in Mecklenburg stark durch die supervisorische und seelsorgerliche Begleitung der Mitarbeiter im Verkündigungsdienst geprägt.
> Die Möglichkeit des Diakonischen Lernens ist durch die zunehmende Kooperation mit dem Ev. Krankenhaus und dem Stift Bethlehem in besonderer Weise gegeben. Für die Seelsorgekurse bieten die diakonischen Einrichtungen in Ludwigslust eine sehr gute Vielfalt im Blick auf die Praxisfelder.