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Volkstrauertag

Propst Sauermann mahnt: Fehler von damals nicht wiederholen

15.11.2015 ǀ Parchim.  An die Opfer von Krieg, Zerstörung und Vertreibung wurde am heutigen Sonntag in der Kirche Brenz erinnert. „Aus den Katastrophen von damals zu lernen, kann uns helfen, dankbar zu sein für den Frieden seit 70 Jahren. Und es kann uns helfen, sensibler zu werden für Menschen, die in diesen Tagen als Flüchtlinge zu uns kommen“, sagte der mecklenburgische Propst Dirk Sauermann in seiner Predigt zum Volkstrauertag. Anschließend wurden Kränze an den Ehrenmalen in Brenz, Blievenstorf und Neustadt-Glewe niedergelegt. Eingeladen hatten die drei Kommunen im Landkreis Ludwigslust/Parchim.

Propst Sauermann mahnte in die Geschichte hineinzuschauen, hineinzuhören und sich hineinzudenken. Nur so ließe es sich vermeiden, die Fehler von damals heute wieder zu machen und unmenschlich an denen zu handeln, „die unsere Hilfe und Hoffnung brauchen, die nicht Abgrenzung und Vorurteile brauchen, sondern Verständnis und Zuwendung“.

Der Theologe appellierte, denen zuzuhören, die noch erzählen können von damals. Und zugleich sei es wichtig, zu hören und zu verstehen, was Menschen erzählen, die heute als Flüchtende vor Krieg und Gewalt nach Europa und Deutschland kommen. So gesehen sei der Volkstrauertag „ein Tag, an dem es nicht nur darum ginge, an Denkmalen Kränze niederzulegen, weil man das eben so tut“, so Propst Sauermann.

Vielmehr ließe der Gedenktag vieles zu an Gedanken, Dank, an Erinnern, an Traurigkeit und Hoffnung…. Es ist sicher ein ernster Tag, an dem Bilder vor Augen sind, die uns Furcht zeigen und Angst, die uns Schaudern lassen und ohnmächtig machen, so Dirk Sauermann und ergänzte: „Es ist ein Tag, an dem man schweigend zusammenstehen möchte, sich festhalten, sich vergewissern – dass die Welt nicht so schrecklich ist, wie sie einmal war.“
Quelle: ELKM (cme)