Pommersche Kirche beschließt Verwaltungsreform und Stellenabbau
Greifswalder Konsistorium übernimmt sämtliche Verwaltungsaufgaben der Landeskirche
Greifswald (epd/ran). Das Greifswalder Konsistorium soll vom kommenden Jahr an sämtliche Verwaltungsaufgaben in der Pommerschen Evangelischen Kirche übernehmen. Die Synode der Landeskirche beschloss am Sonnabend zum Abschluss zweitägiger Beratungen in der Hansestadt die notwendigen Änderungen der Kirchenordnung und der Verwaltungsgesetze.
Danach werden zum 1. Januar 2005 die Verwaltungsämter in den vier Kirchenkreisen aufgelöst. Ihre Aufgaben übernimmt dann das Konsistorium, das künftig an drei Standorten in Greifswald arbeitet. Außenstellen seien für Liegenschaften und Baubetreuung in den Kirchenkreisen vorgesehen. Damit einher geht der Abbau von 14 Verwaltungsstellen. Dadurch entstünden bereits im nächsten Jahr Einsparungen von rund 470.000 Euro, sagte der Finanzberater der Landeskirche, Dr. Beatus Fischer (Karlsruhe), vor dem Kirchenparlament. Das von ihm vorgetragene Personalkonzept sieht eine Reduzierung auf 42,5 Verwaltungsstellen bei Konsistorium und den Kirchenkreisen vor.
Für einen Sozialplan, mit dem Auflösungsverträge für neun Mitarbeiter abgesichert werden, seien 153.000 Euro nötigt; diese Arbeitsverhältnisse seien alle einvernehmlich beendet worden. Weitere einmalige Kosten entstünden der Landeskirche durch die Einführung eines Intranets für die innerkirchliche Verwaltung sowie für den Aufbau der Arbeitsräume des neugestalteten Konsistoriums in Greifswald. Die Nutzung des Intranets solle die Verwaltungsabläufe auch für die Gemeinden verkürzen.
Der von der Synode gewählte künftige Leiter des Konsistoriums, der Neubrandenburger Rechtsanwalt Peter von Loeper, rief vor der Synode dazu auf, das Misstrauen zwischen den Institutionen der Landeskirche zu überwinden. Zudem widersprach er Befürchtungen, das neugestaltete Konsistorium erhalte eine zu große Machtfülle. Dieses werde vielmehr im wesentlichen als Dienstleister die Funktion einer "Schreibstube für die Gemeinden" wahrnehmen, betonte der 46-jährige Jurist.
Auch Bischof Hans-Jürgen Abromeit verteidigte den Aufbau einer zentralen Verwaltung für die gesamte pommersche Kirche. Dieser Schritt sei für das finanzielle Überleben der Landeskirche unabdingbar. Angesichts der weiterhin rückläufigen Einnahmen müssten die Verwaltungskosten auf das Notwendigste beschränkt werden, erklärte er vor Journalisten in Greifswald.
Zu den Gesprächen mit der mecklenburgischen Landeskirche über die Bildung einer gemeinsamen Kirchengestalt sagte Bischof 'Dr. Hans-Jürgen Abtomeit, sie hätten inzwischen zu einer weitgehende Einigung über den Weg geführt. Dazu habe die von beiden Kirchen eingesetzte Arbeitsgruppe einen konkreten Plan mit kurz-, mittel- und langfristigen Zielen zur Vereinigung aufgestellt. Dieser Plan soll in sechs Wochen den Synoden der Landeskirche vorgestellt werden. Die Synode der mecklenburgischen Landeskirche tagt im November.
Die beschlossene Zentralisierung der landeskirchlichen Verwaltung und die Gespräche über eine gemeinsame Kirchengestalt in Mecklenburg-Vorpommern waren von der Synode der pommerschen Kirche als Reaktion auf ein Gutachten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschlossen worden, nach dem die kirchliche Arbeit in den bisherigen Strukturen in Pommern ab 2006 nicht mehr finanzierbar sei. (29.08.2004)
Verwaltungsreform 
|