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Zarnekow - Renate Moderow wird verabschiedet

Pfarramt mit Nachschlag

29.08.2013 | Zarnekow (rn). „Spaß machte alles – ich mach’s nun mal gerne“. So begeistert schaut Pastorin Renate Moderow (69) auf ihre Berufstätigkeit zurück – eine Pastorin mit Nachschlag, denn seit drei Jahren versorgt sie als Pastorin im Ruhestand die Gemeindeglieder in Zarnekow und Lühmannsdorf, zwischen Greifswald und Anklam gelegen.

Am Sonntag, dem 15. September 2013, 14 Uhr wird sie beim Turmfest und der Einweihung des neuen Gemeindehauses in Zarnekow durch Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Eine lange Berufstätigkeit liegt damit hinter ihr. Vor Zarnekow war sie mit ihrem 2008 verstorbenen Mann, Oberkonsistorialrat Hans-Martin Moderow, kurzzeitig im Ruhestand. Davor zwei Jahre an St. Marien in Greifswald, sieben Jahre in Steinhagen, zwei Jahre an der Marinetechnikschule Parow und zuerst 16 Jahre in Anklam im Pfarramt – eine Menge Erfahrung in pommerschen Gemeinden.

Was ihr besonders Freude macht, ist die Begegnung mit Menschen aller Altersgruppen, etwa beim Krippenspiel in Zarnekow. „Wo kann man so etwas schönes machen, wie ein Krippenspiel, wo alle mit Eifer dabei sind?“ Und sie erzählt von den 24 Beteiligten im Alter von fünf bis 74 Jahren. „Es ist immer ein Zittern, ob alle da sind und niemand krank.“ Dankbar berichtet sie von einer Frau, die die Umhänge für die Mitspieler genäht hat, obwohl sie nicht in der Kirche ist. Das ist bezeichnend für die kleine Frau mit den grauen Haaren und den wachen Augen – ist sie doch gerne auf der Grenze von Kirchen- und Nichtkirchenmitgliedern unterwegs, um einladend für die Angebote der Kirchengemeinde zu werben.

Kreativ wird sie auch beim modernen „@nderen Gottesdienst“ in Zarnekow, wo sie mit der Band arbeitet und ein Theater- oder Puppenstück schreibt. „Jedesmal ist so ein Gottesdienst randgenäht, was wir da gemeinsam auf die Beine stellen,“ uns die muntere Pastorin fügt hinzu „es muss auch jedesmal was zu lachen geben und die Mischung quer durch die Generationen macht mir große Freude.“

Seit Renate Moderow in Zarnekow die Vertretung hat sich bei ihr manches verändert, denn inzwischen ist sie Großmutter von vier Enkeln – alle weit entfernd in Jena, Dresden und dem Ruhrgebiet. Da hat sie ihre Angebundenheit in der Gemeinde gespürt und freut sich auf die ungebundenen Reisemöglichkeiten im wirklichen Ruhestand.

Dabei hat sie zudem viele sportliche Interessen und sie sagt wie nebensächlich: „ich komme noch locker über den Sund geschwommen.“ Dazu wandert sie gerne und lange und ist eine ausgesprochen literarisch interessierte Frau.

Der Ausblick auf den nun wirklich anstehenden Ruhestand erschreckt sie nicht. „Ich suche mir mit Sicherheit wieder ein neues Aufgabengebiet, aber erst einmal brauche ich Zeit der Ruhe und des Aufarbeitens und ich will rauskriegen, was ich wirklich will.“