Nach oben

Bischof Jeremias besuchte Insel Usedom

Urlaub ist die Zeit des spirituellen Auftankens

Pastor Christian Pieritz von der Kirchengemeinde Heringsdorf-Bansin, Nordkirchen-Tourismusexperte Ulrich Schmidt und Bischof Tilman Jeremias in Heringsdorf (v.l.n.r.).
11.06.2020 ǀ Heringsdorf.  Bischof Tilman Jeremias besuchte auf einer Rundreise die Insel Usedom, um über die Herausforderungen der Pandemie für Kirche und Tourismus mit Kirchengemeinden und Vertretenden der Tourismusbranche ins Gespräch zu kommen. Ein Beispiel für die veränderten Bedingungen ist die Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“.

„Im Urlaub können die Menschen ein Stück der Fülle des Lebens, der Schönheit des Lebens zurückgewinnen nach diesen schweren Zeiten“, sagte Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, am Mittwoch während einer Gesprächsrunde mit Vertretenden aus Kirchengemeinden und der Tourismusbranche in Heringsdorf. Das Gespräch war Teil einer bischöflichen Besuchstour auf der Insel Usedom, während derer sich Tilman Jeremias über die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Insel informierte, auf der 80 Prozent der Menschen direkt oder indirekt vom Tourismus leben. Urlaub sei eine Zeit, in der Menschen für spirituelle Angebote offen seien. Touristen seien eine bedeutende Zielgruppe kirchlicher Arbeit und Urlaub eine Zeit, in der Menschen spirituell auftanken, so der Bischof. Er betonte die Bedeutung der zunehmenden Vernetzung von kirchlichen und touristischen Angeboten. Der Bischof hob die Wichtigkeit der Arbeit der Tourismusbranche hervor, die während der Pandemie nicht als „systemrelevant“ gelte, jedoch mit ihrem Beitrag für die seelische Stabilität, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen unverzichtbar für die Gesellschaft sei. Dabei zog der Bischof Parallelen zur kirchlichen Arbeit.
 
Von Offenheit und Willkommens-Mentalität geprägt
 
An der Gesprächsrunde nahm Christian Pieritz teil, Pastor der Kirchengemeinde Heringsdorf-Bansin, die gemeinsam mit der Kirchengemeinde Ahlbeck-Zirchow den „Konzertsommer“ veranstaltet und damit zu den rund 30 Standorten beziehungsweise Partnerinnen und Partnern der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“ zählt, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet. „Touristen sind ein Gewinn für das Gemeindeleben“, sagte Christian Pieritz. Durch den Tourismus auf der Insel Usedom werde viel ermöglicht, was für die Gemeinde sonst nicht machbar wäre. Zudem sei die Kirchengemeinde aufgrund des jahrzehntelangen Umgangs mit dem Tourismus ganz besonders von Offenheit und einer Willkommens-Mentalität geprägt. „Wir freuen uns sehr auf die Gäste und planen nun auch mit Gewissheit und Zuversicht den diesjährigen Konzertsommer.“ Bislang sei das aufgrund der Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen. Durch die nach und nach stattfindenden Lockerungen könne nun aber unter Einhaltung der jeweilig gültigen Vorgaben der Konzertsommer stattfinden, hofft der Pastor.
 
„Spiritueller Sommer“ bündelt Angebote zur inneren Einkehr
 
So wie der Kirchengemeinde Heringsdorf-Bansin geht es vielen Anbietenden des „Spirituellen Sommers in Pommern“ mit ihren Veranstaltungen in diesem Jahr. Unter der Dachmarke „Spiritueller Sommer in Pommern“ mit eigenem Logo und dem Motto „Zeit für Dich“ werden im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis im Zeitraum Mai bis Oktober Angebote zur inneren Einkehr in der Region gebündelt, die sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen richten. Der „Spirituelle Sommer in Pommern“ soll sich zu einer verlässlichen Marke mit überregionaler Bekanntheit entwickeln. Die Angebote können beispielsweise folgende Themen umfassen: Gebet, Gespräch, Innehalten, Andacht, Kreatives Gestalten, Achtsamkeit, Bewegung, Lesungen, Vorträge, Meditation, Führungen, Musik, Pilgern, spirituelle Wanderungen… Neben den Angeboten an verschiedenen, teils besonderen Orten werden auch die Orte selbst hervorgehoben, wie beispielsweise Kirchen, Kapellen, Bibelgärten, Plätze der Kraft/Stille, Pilgerwege…
 
Eröffnungsveranstaltung wurde abgesagt
 
Aufgrund der Corona-Pandemie musste die diesjährige Eröffnungsveranstaltung des „Spirituellen Sommers in Pommern“, die eigentlich für den 17. Mai in Usedom auf der Insel Usedom als ein Fest mit Gottesdienst, Marktständen und viel Musik geplant war, bereits Mitte April abgesagt werden. In den beiden vorigen Jahren wurde die Eröffnung in großem Rahmen in Lassan und in Groß Kiesow gefeiert. Trotz der Pandemie-Einschränkungen findet der „Spirituelle Sommer in Pommern“ aber auch in diesem Jahr statt. Allerdings mit insgesamt weniger Angeboten und Veranstaltungen sowie mit an die wechselnden Bedingungen angepassten Angeboten. Aufgrund der Pandemie war es vielen Partnerinnen und Partnern des „Spirituellen Sommers“ bislang nicht möglich, ihre Veranstaltungen zu planen oder zu melden. Zudem ist noch immer in vielen Fällen ungewiss, welche von den geplanten Veranstaltungen in diesem Jahr überhaupt beziehungsweise in welcher Form sie stattfinden werden.
 
Internetkalender statt Programmheft
 
Das Programm des „Spirituellen Sommers“ wurde daher in diesem Jahr im Gegensatz zu 2018 und 2019 nicht als Heft gedruckt. Es wird aber, je nach den Möglichkeiten der Anbietenden und entsprechend der aktuellen Verordnungen, im Internet-Kalender unter www.spiritueller-sommer-pommern.de veröffentlicht. Zusätzlich werden Flyer verteilt, die auf die Veranstaltungsreihe im Allgemeinen sowie auf den Kalender im Internet hinweisen. Derzeit hat der „Spirituelle Sommer in Pommern“ knapp 30 Partnerinnen und Partner bzw. Standorte. Sie befinden sich über den gesamten Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis verteilt. Im Jahr 2018 startete der „Spirituelle Sommer“ mit rund 20 Anbietenden und 140 Angebotsformaten. Im Jahr 2019 waren es fast 30 Anbietende und mehr als 180 Veranstaltungsformate bzw. Veranstaltungsreihen sowie kontinuierlich stattfindende Angebote. Insgesamt umfasste der „Spirituelle Sommer“ 2019 mehrere hundert einzelne Veranstaltungen. Für das kommende Jahr hoffen die Partnerinnen und Partner sowie die Unterstützer der Veranstaltungsreihe, der Pommersche Evangelische Kirchenkreis und die Nordkirche, an die erfolgreichen Jahre 2018 und 2019 anknüpfen zu können.
Quelle: PEK (sk)


Diese Website verwendet Cookies und die Webanalyse-Tools Matomo und Google Analytics. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden.Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es auf der Seite Datenschutz.