Nach oben

Umfrage

Die Angst der Deutschen wächst - Aber auch 2030 wird die Familie für viele das Wichtigste sein

30.12.2017 ǀ Hamburg.  Die Angst der Deutschen vor Internet-Kriminalität, Überwachung und sozialer Spaltung ist nach einer Umfrage des BAT-Instituts für Zukunftsfragen weiter gewachsen. "Viele Bundesbürger haben das Gefühl, in unsicheren Zeiten zu leben", sagte der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt. Parallel würden sie das Vertrauen in Politik, Unternehmen und Medien verlieren. Die Institutionen sollten daher mehr Sicherheit, Beständigkeit und Optimismus vermitteln.

So erwarten 84 Prozent eine starke Zunahme der Internet-Kriminalität. 2008 waren es nur 67 Prozent. 71 Prozent halten es für realistisch, dass es 2030 eine flächendeckende Videoüberwachung gibt. Vor allem Jüngere gehen davon aus, dass künftig Sicherheit wichtiger sein wird als die Privatsphäre.

Die Befürchtungen erstrecken sich über viele Themen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) denkt, dass die Warmmiete zukünftig doppelt so hoch sein wird wie die Kaltmiete. Zwei Drittel (66 Prozent) rechnen mit einer zunehmenden räumlichen Spaltung der Gesellschaft: Besserverdienende leben dann in abgeschotteten Wohnanlagen, andere Stadtteile werden hauptsächlich von Ärmeren bewohnt. 2008 erwarteten dies deutlich weniger (53 Prozent).

Sehr positiv sehen die Bundesbürger weiterhin die Familie: 91 Prozent stimmen der Aussage, dass die Familie 2030 "das Wichtigste im Leben" sein wird. Viele rechnen mit einem Anstieg der Mehrgenerationenhaushalte.

Hoffnungsvoll begegnen die Bundesbürger sogar dem Klimawandel. Aktuell geht jeder Vierte (26 Prozent) davon aus, dass der Klimawandel dank technischer Lösungen gestoppt wird. 2008 konnten sich lediglich zwölf Prozent dies vorstellen. 71 Prozent sehen die Entwicklung der Solar- und Windenergie positiv. 2008 waren es nur 52 Prozent. Die Bereitschaft steige, so Reinhardt, tatsächlich selber etwas für den Erhalt der Natur zu tun.

Service und Beratung werden offenbar an Bedeutung gewinnen. Aktuell stimmen 45 Prozent diesem Trend zu, 2008 waren es nur 15 Prozent. Reinhardt sieht darin ein Ende des "Möglichst-günstig-Trends". "Man möchte mit allen Sinnen konsumieren, eine gute Beratung vorfinden und sich als Kunde wieder wie ein König fühlen." Hierfür seien die Menschen auch bereit, einen fairen Preis zu zahlen.

Das Institut hatte über 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahren in persönlichen Interviews zu ihren Erwartungen für das Jahr 2030 befragt.
Quelle: epd

Diese Website verwendet Cookies und die Webanalyse-Tools Matomo und Google Analytics. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden.Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es auf der Seite Datenschutz.