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Landesbischof Ulrich:

USA fördern "Spirale der Gewalt" in Israel

27.12.2017 ǀ Schwerin.  Nordkirchen-Landesbischof Gerhard Ulrich hat die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch die USA kritisiert. Dies habe nicht den Friedensprozess, sondern "die Spirale der Gewalt" beschleunigt, sagte Ulrich in seiner Weihnachtspredigt am Montag im Schweriner Dom. Er selbst habe bei einer Begegnungsreise durch Israel-Palästina im November erlebt, wie die Okkupation auf den Menschen laste und die Seelen auf allen Seiten der Grenze deformiere. Ulrich ist im Nebenamt Leitender Bischof der Lutherischen Kirchen (VELKD).

Es gehe auch in Deutschland trotz Frieden und Fülle nicht überall "weihnachtlich-freundlich" zu, beklagte Ulrich. Es gebe Menschen, denen es am Nötigsten fehle. "Die soziale Spaltung scheint bei uns wieder so fest zementiert zu sein wie vor hundert Jahren." Viele Menschen hätten Angst, dass sie zu kurz kommen oder dass ihnen etwas genommen wird. Antisemitische Hetze werde nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gesagt.

Angst erfülle viele Menschen, wenn sie "diese unerlöste Welt" betrachten, sagte der Landesbischof. Als Kind komme Gott in die Welt und schenke Menschen ihre Würde. Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte laute: "Fürchtet euch nicht!" Gottes Realität gehe in der Realität der Menschen nicht auf. Sein Wort reiße Mauern nieder und mache "aus Checkpoints Begegnungsstätten und Rasthäuser". Dies habe etwa der Mauerfall an der früheren innerdeutschen Grenze gezeigt.
Quelle: epd