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Tourismusanalyse

MV überholt Bayern als beliebtestes Inlandsziel der Deutschen

06.02.2019 ǀ Hamburg.  Mecklenburg-Vorpommern ist das beliebtestes Bundesland der deutschen Urlauber. Laut Umfrage der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen verbrachten 8,0 Prozent ihren Haupturlaub zwischen Heringsdorf und Boltenhagen, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten gegenüber 2017. Bayern rutschte dagegen von 9,0 auf 7,3 Prozent. Grund sei neben einer guten touristischen Infrastruktur im Nordosten vor allem der heiße Sommer, sagte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung, am Mittwoch in Hamburg. Niedersachsen und Baden-Württemberg konnten zulegen, Schleswig-Holstein fiel dagegen zurück.

Für die Tourismusbranche sei 2018 ein "Rekordjahr" gewesen, sagte Reinhardt. 62 Prozent der Bundesbürger verreisten im vorigen Jahr, 2017 waren es nur 58 Prozent. Zugenommen hat die Reiselust in allen Altersgruppen, am meisten jedoch bei den Senioren. Unter den 65- bis 74-Jährigen verreisten im vorigen Jahr 61 Prozent, 2017 waren es nur 50 Prozent. Jeder dritte Urlauber (34 Prozent) blieb in Deutschland.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der reisenden Deutschen verbrachte den Haupturlaub im europäischen Ausland. Spanien war mit 12,7 Prozent wieder Spitzenreiter, fiel allerdings um einen Prozentpunkt zurück. Italien dagegen holte mit 9,6 Prozent (plus 1,9 Prozentpunkte) auf. Im Zehn-Jahres-Vergleich fällt auf, dass Griechenland zugelegt, die Türkei dagegen kräftig verloren hat: So verbrachten 3,6 Prozent der Deutschen ihren Haupturlaub 2018 in Griechenland (plus 1,1 Prozentpunkte) und 3,7 Prozent in der Türkei (minus 2,6 Prozentpunkte).

Sicherheitsgefühl hat oberste Priorität

Das Sicherheitsgefühl habe bei der Urlaubsplanung oberste Priorität, betonte Reinhardt. Die politische Situation sei daher wohl auch ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Türkei-Reisen. Die Person des Präsidenten spiele dabei offenbar keine große Rolle. So hätten die Reisen nach Nordamerika mit 2,7 Prozent sogar zugelegt, weil sich die Urlauber in einem demokratischen Staat wie den USA sicher fühlen.

Zwölf Prozent der Urlaubsreisen gingen 2018 in das außereuropäische Ausland, ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zu 1998. Wichtigste Ziele waren Fernost (2,8 Prozent), Nordamerika (2,7 Prozent) und Nordafrika (2,2 Prozent). Vor allem Ruheständler wollen heutzutage fremde Kontinente entdecken: Mit einem Anteil von neun Prozent hat sich ihre Reisetätigkeit innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Bei Jugendlichen, Singles und Paaren ging sie dagegen zurück.

Immer beliebter wird der klassische Entspannungsurlaub. So wünschen sich aktuell 43 Prozent Strand, Sonne, einen Liegestuhl und gutes Essen. Vor 20 Jahren waren es nur 35 Prozent. Vor allem Jugendliche (42 Prozent) und junge Erwachsene (45 Prozent) lieben das Faulenzen, während Ruheständler (27 Prozent) seltener dafür zu begeistern sind. Auch der Wunsch nach schöner Landschaft und intakter Natur hat in den vergangenen 20 Jahren zugenommen. Vor allem Familien und Senioren (52 Prozent) wünschen sich einen Öko-Urlaub, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (31 Prozent) ist er dagegen weniger wichtig.

Die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hat zwischen Dezember 2018 und Januar 2019 mehr als 3.000 Bundesbürger ab 14 Jahren durch die GfK Marktforschung (Nürnberg) in persönlichen Interviews befragen lassen.
Quelle: epd

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