Globalisierung: Tendenzen, Auswirkungen, Perspektiven

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Angelika de Oliveira Gloria. Foto: Meyer
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Landeskirchliches Werk für Mission und Ökumene
Beauftragte für entwicklungsbezogene Bildung
Angelika de Oliveira Gloria
Münzstr. 8 – 19055 Schwerin
Tel.: +49-(0)385 / 51 85 124
gloria@ellm.de
Themenangebote
Mehr als 500 Satelliten bestreichen die Erde mit Funksignalen der Moderne. Bilder auf eine Milliarde Fernsehschirmen verbreiten die gleichen Bilder in den verschiedensten Teilen der Welt, Satellitenschüsseln und Sonnenkollektoren haben auch in stromfernen Gegenden im westafrikanischen Niger wie am Amozonasfluß Menschen von ihrem dörflichen Leben in eine globale Welt gestoßen. Doch der Anschluss viele Menschen an das Informationsnetz bedeutet noch nicht das Leben in Fülle für alle Menschen und die ganze Schöpfung, wie es das Evangelium verspricht. (Joh 10,10). Die ökonomische Globalisierung ist von einer Logik geleitet, die der Anhäufung von Kapital und einem uneingeschränkten Wettbewerb von Konzernen dient und nicht dem Wohl aller Menschen.
Wir kommen darüber ins Gespräch, wie wir in die Mechanismen des neoliberalen Wirtschaftssystems verwoben sind und welche Handlungsmöglichkeiten es für jeden Einzelnen gibt, um für eine „ Wirtschaft im Dienst des Lebens“ einzutreten.
Von der Kunst des guten Konsums
Wir schreiben das Jahr 2015. Die vor 15 Jahren verabschiedete Millenniumserklärung mit ihrem Ziel der weltweiten Halbierung der Armut hat sich verwirklichen lassen. Gerechte Handelsbedingen konnten durchgesetzt werden. Der Faire Handel ist zum Markenzeichen aller Einkaufsketten geworden. Genmanipulierte, nichtökologisch angebaute und unfair gehandelte Waren verstauben in den Regalen….
Statt dieser Vision gibt es immer noch Vorbehalte: Fair gehandelte Produkte sind teuer, schwer zu bekommen und von zweifelhaftem Nutzen. Niemand kann garantieren, dass das Geld bei den Kleinbauern ankommt und versprochene Öko- und Sozialstandards eingehalten werden. Über die genannten Vorbehalte kommen wir ins Gespräch.
Anhand ausgewählter Produkte des Fairen Handels werden die Hintergründe dieses alternativen Handelssystems deutlich gemacht.
Praxisbeispiele werden aufgezeigt, wie die Vision eines gerechten Welthandels schon heute umgesetzt wird.
Die Schuldenfalle armer Länder und die Auswirkung von Finanzkrisen
Wird ein Land von einer Umweltkatastrophe ins Elend gestürzt, können wir nachvollziehen, dass Geld für die Gesunderhaltung der Betroffenen, für die Sicherstellung der Ernährung und für den Wiederaufbau von Häusern, Schulen, Firmen usw. benötigt wird.
Die Schuldenkrise des Südens - die Dauerkatastrophe schlechthin- jedoch bleibt davon unberührt.
Die Hochverschuldung der ärmsten Länder der Welt hatte andere Gründe: leichte Kreditvergabe durch die Weltbank in den 1970er-Jahren an Länder mit Diktaturen, unsinnige Projekte wie ein Atomkraftwerk in den Philippinen, das nie ans Netz ging, jahrhunderte ungleicher Handel und neokoloniale Wirtschaftsstrukturen in den Ländern des Südens, die die Bevölkerung in Armut gefangen halten.
Der Großteil der Schulden der armen Länder ist illegitim.
Die Länder des Südens zahlen die Schulden und ihre Zinsen jährlich ab: durch Regenwaldabholzung für den Holzexport oder die Lieferung von Sojafutter für die Fleischproduktion in Deutschland oder Palmöl für die Heizung oder den PKW.
In der Beschäftigung mit dem Thema Auslandschulden von armen Ländern werden die Verstrickungen zwischen Nord und Süd deutlich und es werden Perspektiven aufgezeigt, was reiche wie arme Länder tun können, um nachhaltige Schritte aus der Armutsfalle zu gehen.
Bebauen und Bewahren- was ist das richtige Maß?
Gott hat den Menschen als Lebewesen neben anderen Lebewesen im Lebensraum Erde geschaffen. Zugleich weist er dem Menschen eine besondere Stellung zu: er soll sich die Erde „untertan“ machen. Dies ist nicht als Herrschaftsstellung zu verstehen, dass der Mensch über die Natur uneingeschränkt verfügen dürfe. Der Schöpfungsauftrag besagt viel mehr, dass der Mensch die Erde für seinen Bedarf bebauen darf, aber nur, wenn er sie auch gleichzeitig bewahrt. ( 1. Mose 2,15)
Das Konfliktverhältnis zwischen dem Nutzen und Erhalten wird nirgends so real und konkret wie in der Praxis der heutigen Landwirtschaft. Die Menschheit muss ernährt werden, doch die Frage ist, wie weit dürfen wir darin gehen? Wie können unsere notwendigen Nahrungsmittel so produziert werden, ohne die natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden?
Die Menschheit kann ernährt werden ohne dass die Natur gefährdet und geplündert wird und Gentechnik angwendet werden muß.
Es kommt auf das richtige Maß an!
Die Lebensweise indigener Gesellschaften in Brasilien
Angebote:
Zielgruppe Kinder
Anhand von großen Fotos werden Kinder in den Alltag indigener Kinder hineingenommen und das Leben in einem Dorf im Urwald Brasiliens wird kennengelernt.
Anhand von Büchern und Schulmaterial Indigener wird ein Einblick in die Lernwelt dieser Kinder gegeben und es wird verglichen, wie und was Kinder hier und dort lernen.
Mit Spielen werden Fähigkeiten, die indigene Kinder erwerben müssen, um im Wald leben zu können, deutlich. Spielen macht Spaß und soll bei dieser Thematik nicht fehlen.
Zielgruppe Konfirmanden /Junge Gemeinde
Das Gebot Du sollst nicht töten ist Ausgangspunkt, darüber nachzudenken, welche Facetten dieses Gebot im Umgang mit indigenen Völkern beinhaltet. Die Missachtung des Gebotes wird erläutert, wenn die Lebensweise der Indigenen durch Abholzung, Überfischung oder die Tatsache der Klimaerwärmung bedroht wird. Gibt es Handlungsoptionen, das Gebot des Nichttötens auch in dieser Dimension einzuhalten?
Der göttliche Schöpfungsauftrag lautet, dass der Mensch die Erde bebauen und bewahren soll ( Gen 2, 15).Das Balance zwischen bebauen und bewahren zu halten, gelingt immer weniger .
Indigene Völker haben eine anderen Denken über die Natur. Welchen Wert hat die Natur für uns und können wir von indigenen Völkern Neues für den eigenen Umgang mit der Schöpfung lernen?
Eine Diskussion über eigene Handlungsweisen wird angeregt.
Zielgruppe Erwachsene
Es wird verdeutlicht, wie die globale neoliberale Wirtschaftweise das Leben indigener Völker bedroht und was der Indianermissionsrat der Evangelisch –Lutherischen Kirche Brasiliens unternimmt, um die vom Staat deklarierten Rechte der indigenen Minderheiten umsetzt. Außerdem wird erläutert, wie sich indigene Völker für die Bewahrung ihrer Lebensweise engagieren und welche Gradwanderung sie zwischen traditionellem Leben und Leben in der Modern sie bewältigen.

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