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Einsatz in Krisensituationen

Team der Notfallseelsorge sucht neue Mitglieder

Wenn der Rettungsdienst die Wohnung verlassen hat, bleiben Notfallseelsorgende vor Ort, um Angehörigen beizustehen.
17.02.2018 ǀ Stralsund.  Die Notfallbegleitung ist ein Angebot für Menschen in Krisensituationen. Sie kommt dort zum Einsatz, wo Menschen plötzlich mit dem Tod oder mit schwerwiegenden Notfällen konfrontiert werden. „Wir unterstützen die Arbeit von Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr, beispielsweise wenn ein schwerer Verkehrsunfall stattgefunden hat“, sagt Helga Ruch, Pröpstin der Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und Leiterin des Notfallseelsorgeteams Rügen. Einsätze erfolgen aber auch, wenn Angehörige nach einem Wohnungsbrand, nach der Überbringung einer Todesnachricht durch die Polizei oder nach erfolgloser Reanimation eines Familienmitglieds Betreuungsbedarf haben.

Beistand in Zeiten der Sorge und der Angst

Träger der Notfallseelsorge-Gruppe auf der Insel Rügen ist die Johanniter Unfallhilfe, die den Versicherungsschutz für die Gruppenmitglieder gewährleistet sowie die Fahrtkosten zu den Einsätzen übernimmt. Die Gruppe ist auf der gesamten Insel Rügen tätig. „Wir arbeiten ehrenamtlich und werden bei einem Notfall durch die Rettungsleitstelle alarmiert“, erläutert Helga Ruch. Die Notfallseelsorgenden sind auf Rügen seit dem Jahr 1999 aktiv. Ihr ehrenamtlicher Dienst beginnt dort, wo der Rettungsdienst aufhört, er beginnt, wenn der Rettungsdienst die Wohnung oder den Unfallort verlassen hat und die Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen allein sind. „In der Regel haben die Betroffenen Gesprächsbedarf und möchten, dass jemand bei ihnen bleibt. Wir helfen dabei, Angehörige zu kontaktieren, vermitteln weitere Ansprechpartner und sind einfach als Zuhörende für die Betroffenen da. Und wenn jemand keine Hilfe möchte, drängen wir uns nicht auf“, so Helga Ruch.

Rügener Team stellt 24-Stunden-Dienst sicher

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 16 Notfallbegleitungs- und Notfallseelsorgeteams. Erschwert werde diesen Gruppen der Dienst vor allem durch den Wegzug von Gruppenmitgliedern sowie durch eine zunehmende berufliche Belastung, die vielen Menschen wenig Zeit für eine ehrenamtliche Tätigkeit lasse, so die Einschätzung des Leiters der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) Mecklenburg-Vorpommern, Heiko Fischer. Nachwuchssorgen hat auch das Rügener Team der Notfallseelsorge, wie Leiterin Pröpstin Helga Ruch bestätigt: „In unserer Gruppe sind derzeit nur noch fünf aktive Notfallseelsorgende für die gesamte Insel Rügen tätig, die durchgehend einen 24-stündigen Bereitschaftsdienst sicherstellen müssen. Wir suchen daher zur Verstärkung unseres Teams engagierte Menschen, die gefestigt im Leben stehen, mit Stress und Belastungssituationen umgehen und gut zuhören können. Sie sollten bereit sein, einen Teil ihrer Freizeit in die Notfallbegleitung zu investieren.“

Fundierte Ausbildung in Theorie und Praxis

„Die neuen Notfallbegleitenden werden nicht einfach zu den Einsätzen geschickt, sondern sie durchlaufen ein Auswahlverfahren und eine fundierte Ausbildung, die sich an den Ausbildungsrichtlinien des Landesbeirats für Psychosoziale Notfallversorgung in Mecklenburg-Vorpommern orientiert“, erklärt Heiko Fischer. „Es werden 90 theoretische und praktische Unterrichtseinheiten angeboten, beispielsweise zu den Themen Gesprächsführung, Trauer, Sterben und Tod sowie zur Einsatzorganisation.“ Der Ausbildungskurs 2018 findet vom 19. bis 22. April sowie vom 13. bis 17. Juni in der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow statt.




Kontakt

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Arbeit in der Notfallbegleitung/Notfallseelsorge auf der Insel Rügen hat, kann sich an Teamleiterin Pröpstin Helga Ruch unter der Telefonnummer 03831 26410 wenden oder eine E-Mail an proepstin-ruchpek.de senden.

Weitere Informationen

Alle Informationen zur Notfallbegleitung/Notfallseelsorge finden sich zusammengefasst auf der Internetseite der Psychosozialen Notfallversorgung Mecklenburg-Vorpommern

Dort ist auch der durch die Bewerbenden auszufüllende Fragebogen hinterlegt.
Quelle: PEK (sk)

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