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Die Strecken von MV werden von immer mehr Menschen genutzt

Tausend Pilger unterwegs

Von Christine Senkbeil

Rast am Wasser: 2011 wurde der Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte eingerichtet. Er führt auf 250 Kilometern von Friedland bis Mirow einmal quer durch die Propstei Neustrelitz im Südosten Mecklenburgs.
04.08.2019 ǀ Rostock.  Wer allein oder mit Gruppen durch MV wandern, an Kirchen haltmachen und in Pilgerherbergen übernachten will, ist auf einem der vier großen Pilgerwege des Landes genau richtig.

„Wenn alle Pilger eines Jahres gleichzeitig in MV unterwegs wären, hätte immer noch jeder einen Kilometer Weg für sich allein“, sagt Kersten Koepcke, Beauftragter für Kirche und Tourismus im Zentrum Kirchlicher Dienste in Rostock. 1000 Kilometer zertifizierter Pilgerwege stehen im Land zur Verfügung, rund 1000 Pilger nutzen sie inzwischen jedes Jahr. Eine Zahl, die Koepcke aus den Zahlen der Pilgerunterkünfte und Schätzungen über Tagesnutzer errechnet hat.

„Diese Strecken in Schuss zu halten, ist eine ganz schöne Aufgabe“, sagt er. Erstens brauche man eine gute Beschilderung: eine, die auch nach Jahren noch vorhanden und lesbar ist – keine Selbstverständlichkeit. Zweitens gehörten geistliche Angebote dazu; nicht etwa Kirchen, die verschlossen sind, wenn ein Pilger vorbeikommt. Und drittens muss es Pilgerquartiere am Wegesrand geben – alles Bedingungen, die bei den vier großen Pilgerwegen von MV erfüllt sind.

Drei der Wege führen weiter in andere Bundesländer oder Länder. Der vierte, der Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte, wurde 2011 von der Propstei Neustrelitz eröffnet und führt auf 250 Kilometern von Friedland bis Mirow. Mit einer Karte (Klemmer-Verlag) oder über GPS-Daten können Pilger ihn auf eigene Faust erwandern, auf www.pilgerweg-mecklenburgische-seenplatte.de finden sie Informationen zu den Etappen, Quartieren und Veranstaltungen. Tourismus- und Pilgerpastorin Melanie Ludwig bietet hier zudem Pilger-Schnuppertage, Mehrtagestouren und kurze geistliche Impulse für Gruppen an. „Mich rufen aber auch Menschen an, denen durch das Pilgern so viele Gedanken hochgekommen sind, dass sie jemanden zum Reden brauchen“, sagt sie. „Und dann komme ich.“

Kapellenweg führt zu vergessenen Stätten

Als feste Pilgerstätte in MV offeriert das Kloster Tempzin „Ora-et-labora-Wochen“ rund ums Jahr und Einkehrtage, wobei Pilger rund um das alte Antoniterkloster wandern können. Auch „Familienpilgern“ ist möglich, auf www.pilger-kloster-tempzin.de gibt es Angebote. Wer begleitet pilgern möchte, findet Tipps auf der Seite www.pilgern-im-norden.de. Koepcke selbst macht jährlich Touren mit Gruppen. Und Pastorin Ingeborg Bräutigam aus Parum veranstaltet die ökumenische „Mecklenburger Wallfahrt“, deren 25. bereits im Juli stattfand.

Ebenfalls beliebt ist der „Mecklenburger Kapellenweg“, für den auf 32 Kilometern an sieben Orten in der Nähe der Müritz vergessene Kapellenplätze durch Feldsteinmauern, Holzkreuze und Sitzbänke wieder kenntlich gemacht und durch Wege verbunden wurden. Und immer wieder machen Gemeinden Pilgerangebote oder gestalten kleine Wege wie den „Vaterunser-Weg“, der auf zwölf Kilometern rund um Groß Kiesow in Vorpommern führt.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 31/2019


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