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„Tag der offenen Tür“ im Regionalzentrum kirchlicher Dienste

In diesem Haus ist Unglaubliches geschehen

07.03.2014 ǀ Greifswald.  Der „Tag der offenen Tür“ im Haus am Karl-Marx-Platz 15 in Greifswald stieß am Donnerstag auf breites öffentliches Interesse. Eingeladen hatten das dort ansässige Regionalzentrum kirchlicher Dienste sowie die im selben Gebäude befindliche Bischofskanzlei Greifswald. Auf den Fluren und in den Büros, in denen sich die Mitarbeitenden des Regionalzentrums den Besuchern vorstellten, herrschte großer Andrang. Anlass für den „Tag der offenen Tür“ war der Abschluss der Sanierung des historischen Gebäudes, die zweieinhalb Jahre in Anspruch genommen hatte und für die Mitarbeitenden, die bereits im Januar 2013 dort ihre Tätigkeit aufnahmen, unter anderem mit Umzügen, Auslagerungen und Baulärm verbunden war.

Historische Fakten und heitere Anekdoten

Nach der Eröffnungsandacht, in der Bischof Hans-Jürgen Abromeit den Gästen, den Mitarbeitenden und dem Haus den Segen aussprach, stellte die aus Pommern stammende Germanistin Brigitte Becker-Carus aus Münster ihr Buch „Taufengel in Pommern“ vor. Ein weiterer Programmpunkt war der Vortrag von Superintendent i. R. Rainer Neumann, der die Besucher mit der Geschichte des Hauses von 1875 bis zur Gegenwart vertraut machte. Dabei schmückte er seinen Vortrag mit heiteren Anekdoten aus und präsentierte neben historischen Fotos neue Fakten aus seinen umfangreichen Forschungen zur Geschichte des Karl-Marx-Platzes. Eine mittels Bildwerfer projizierte Fotopräsentation zeigte den Besuchern anschaulich, wie sehr sich das Haus während der Sanierung veränderte und wieviel Aufwand nötig war, um es in den jetzigen Zustand zu versetzen.

Das Haus stand schon auf der Abrissliste

Sämtliche Veranstaltungen am „Tag der offenen Tür“ waren gut besucht, so dass mehrmals zusätzliche Sitzgelegenheiten in den Saal des Regionalzentrums gestellt wurden. Entsprechend zufrieden äußerte sich der Leiter des Regionalzentrums, Oberkirchenrat Matthias Bartels. „Ich freue mich außerordentlich über die enorme Resonanz“, sagte Bartels. „Es ist wunderbar, dass wir diesen Tag überhaupt begehen können.“ Das Haus habe in den 1970er Jahren bereits auf der Abrissliste gestanden und befand sich in einem verfallenden Viertel, in das zu gehen, deprimierend gewesen sei. „Es ist eine Gnade, dass es nicht zum Abriss gekommen ist. Als ich im Jahr 2008 hier anfing, war ich von den Bedingungen allerdings schockiert“, erinnerte sich der Oberkirchenrat. „Inzwischen ist hier Unglaubliches geschehen. Und das nicht nur baulich, sondern auch bezüglich der Weiterentwicklung der Arbeit in diesem Haus.“

Mitarbeitende bewiesen „Nerven aus Drahtseilen“

Matthias Bartels dankte den Mitarbeitenden für ihre Problemtoleranz, die sie während der Sanierung ebenso bewiesen hätten wie „Nerven aus Drahtseilen“. Er dankte außerdem unter anderem den Handwerkern und Baufirmen, die „ein Superergebnis abgeliefert“ hätten, sowie dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Wer das Haus heute betrachte, könne kaum glauben, wie es darin einmal ausgesehen habe, meinte der Oberkirchenrat. Während der Bauarbeiten sei es nicht immer einfach gewesen, Kostenentwicklung, ästhetische Aspekte und Praktikabilität unter einen Hut zu bringen.

Ein Tag der Freude und des Dankes

Als Repräsentantin des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises sprach Helga Ruch, Pröpstin der Propstei Stralsund, den Mitarbeitenden des Regionalzentrums ihre Anerkennung aus. „Sie zeigen tagtäglich, dass nicht ein schönes Haus allein die gute Atmosphäre ausmacht, sondern dass es vor allem auf die Menschen ankommt, die hier für die Gemeinden im Kirchenkreis arbeiten“, sagte Helga Ruch. Der „Tag der offenen Tür“ sei ein Tag der Freude und des Dankes. Architekt André George, der mit der Sanierung beauftragt war, übergab Matthias Bartels einen symbolischen Schlüssel für das Haus. „Dass sich hier das Regionalzentrum kirchlicher Dienste befindet, ist für das Haus auch aus denkmalpflegerischer Sicht eine wunderschöne Nutzung“, so André George. Denn in seiner jetzigen Funktion sei das Haus ideal in seiner Gesamtheit erlebbar, so der Architekt, der sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert hat.

Die Verkündigung des Evangeliums als Auftrag

„Dieser Tag ist der gelungene Abschluss für die Sanierungsarbeiten“, sagte Bischof Hans-Jürgen Abromeit. „Dies ist ein besonderes Haus, das Gott gehört. Die Menschen, die hier arbeiten, sind Teil der Gemeinde Christi und unser Auftrag ist es, das Evangelium zu verkündigen.“ In diesem Zusammenhang sei auch die gesamte Arbeit des Hauses zu sehen. Gottes Geist solle in diesem Haus wohnen, in dem ein Klima der Freundlichkeit herrsche und in dem viel gelacht werde, so der Bischof.

Im Regionalzentrum kirchlicher Dienste haben die Evangelische Jugend in Pommern, das JAhr zur Taufe, der JugendMigrationsDienst Greifswald, das Jugendpfarramt, die Jugendvertretung, das Kirchenkreisarchiv, die Evangelische Medienzentrale und Bibliothek, die Ökumenische Arbeitsstelle, das Referat Arbeit mit Kindern sowie die Pfarrstelle Ehrenamtsqualifikation ihren Sitz.
Quelle: PEK (sk)

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