01.07.2012 ǀ Dargun Zum "Tag der Fördervereine" kamen am Samstag in der Klosterkirche Dargun (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) rund 200 Vertreter von Kirchbauinitiativen und Sponsoren aus der Nordkirche zusammen. Das Treffen ist eine in Mecklenburg begründete Tradition und fand bereits zum 13. Mal auf Einladung der Kirchenbauabteilung statt.
Auf dem Programm standen neben einer Andacht des Schweriner Bischofs Dr. Andreas von Maltzahn drei Vorträge sowie Kirchenbesichtigungen in Demmin und Nehringen. Grußworte hielten Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder, Landrat Heiko Kärger und Kämmerin Astrid Kerbstadt für die Stadt Dargun.
Justizministerin Kuder bedankte sich ausdrücklich bei den Mitgliedern der Fördervereine und Einzelspendern für deren Engagement. Zugleich rief sie alle dazu auf, beim Erhalt der Kirchen nicht nachzulassen und belegte dies mit Zahlen. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 200 Millionen Euro in die Sicherung und Restaurierung der Kirchen in MV geflossen. Der Anteil der öffentliche Hand habe dabei aber "nur 25 Prozent betragen", den Rest hätten die Kirchen, Vereine, Stifungen etc. zur Verfügung gestellt. "Trotz dieser beachtlichen Summe ist damit erst die Hälfte geschafft", so die CDU-Politikerin. Denn für dringende Notsicherungen seien weitere 10,1 Millionen Euro nötig und für die äußere Sanierung von Kirchen im Land sogar 115,6 Milionen Euro. Kuder: "Wir können uns also nicht ausruhen."
Für Landrat Kärger sind Kirchen "der Mittelpunkt der Städte, Orte der Andacht und des Trostes und ein einmalig architektonisches Gut". Besonders dankte er allen, die nach Kräften zum Erhalt des Klosters Dargun beigetragen hätten und versprach, als Landkreis dabei zu helfen, die Akustik im Kirchenraum zu verbessern.
Der "Tag der Fördervereine" soll laut Kirchenbaurat Karl-Heinz Schwarz den Erfahrungsaustausch fördern und zugleich ein Dank an die zahlreichen Fördervereinsmitglieder und an Einzelspender sein, "die sehr zum Erhalt der Kirchen in der gesamten Nordkirche beitragen".
Im Bereich der Nordkirche gibt es rund 1.900 Kirchen, darunter 664 in Mecklenburg und 448 in Pommern. Das jährliche Bauvolumen zum Erhalt der Sakralbauten beträgt in Mecklenburg etwa 20 Millionen Euro und in Pommern rund sieben Millionen Euro. In Mecklenburg gibt es derzeit rund 130 und in Pommern knapp 50 Fördervereine für evangelische Sakralbauten. Jede siebte Kirche gilt allein in Mecklenburg als gefährdet.
epd/kmv/cme Bilder vom Tag der Fördervereine