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Erster gemeinsamer Synodentag beider Landeskirchen in Züssow

 

Züssow (kiz). Der Weg bis hierher war steinig. Doch am Sonnabend ist es soweit: Erstmals wird es in Züssow bei Greifswald eine Zusammenkunft der Synodalen der mecklenburgischen und der pommerschen Landeskirche geben. Ein „Kennlerntag“, der von beiden Synodalpräsidien geleitet werde, aber keine Beschlusskraft besitze, hieß es in der Ankündigung.

 

„Das Treffen ist eine Gelegenheit, dass die Menschen, die sonst nur übereinander reden, nun auch mal miteinander reden“, sagt der pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit und ist, wie die meisten seiner Kollegen, bemüht, die bisher erzielten Fortschritte und Gemeinsamkeiten des bisherigen Miteinanders zu betonen.

Er erinnert daran, dass man „in kurzer Zeit viel erreicht“ habe und verwies auf den Rahmenvertrag, der allen Synodalen am Sonnabend zur Diskussion vorgelegt werde. Eine gemeinsame Kirche im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern sei das formulierte Ziel, und dies zu erreichen dürfe nicht abhängig sein von „momentanen Schwierigkeiten“ oder von den Personen, die im Moment die Verhandlungen darüber führten.

 

Der mecklenburgische Bischof Hermann Beste hält den gemeinsamen Synodentag für eine Möglichkeit, die Besonderheiten der jeweils anderen Seite besser kennen zu lernen und im direkten Miteinander vielleicht auch das eine oder andere Missverständnis aus der Welt zu räumen.

 

Er sieht „Bereitschaft auf beiden Seiten“, den Weg hin zu einer gemeinsamen Kirche zu gehen, räumt aber ein, dass diese Kirche weiterhin „unklar in ihrer Gestalt“ sei. Strukturen und Rechtsformen ließen sich nicht so leicht angleichen. Und deshalb sei es aus seiner Sicht durchaus möglich, dass gewisse Unterschiede auch in einer gemeinsamen Kirche weiter Bestand haben könnten. Als Beispiel nennt er die rechtliche Konstruktion der Kirchengemeinden.

 

Beste gibt zu, dass die Kirchgemeinden in Mecklenburg „durchaus mit einiger Zurückhaltung“ auf die Fusionspläne reagieren. Doch er versuche zu verdeutlichen, dass es darum ginge, „vorhandene Kräfte effizienter ein zu setzten“. Bischof Abromeit bestätigt, die Skepsis sei auch in pommerschen Gemeinden vorhanden. Man müsse diese intensiver als bisher „mit auf dem Weg nehmen“ und klar machen, dass damit die Geschichte der Pommerschen Kirche nicht zu Ende sei.

 

Auch Oberkirchenrat Andreas Flade blickt zuversichtlich auf das Treffen in Züssow. „Wir haben alles vorbereitet, nun sind wir auf das Echo gespannt“. Auch wenn es noch einiges zu regeln gelte, habe man eine „ziemliche Einigkeit erreicht“. Außerdem sei es in Vorbereitung auf die Herbstsynoden wichtig, ein Meinungsbild der Synodalen im Blick auf den Rahmenvertrag einzuholen.

 

Nur einer mag nicht so recht einstimmen in den Optimismus: Oberkonsistorialrat Hans-Martin Moderow, der am Freitag offiziell in den Ruhestand verabschiedet wird, zeigt sich in einem Interview mit der Kirchenzeitung (s. Seite 9) skeptisch, ob das gemeinsame Projekt noch zum Erfolg führen kann. Er zweifle, ob die Pommersche Kirche noch genug Kraft habe, Trennendes zu überwinden, sagte er im Blick auf die unterschiedliche Geschichte beider Kirchen. Und stellt die Überlegung an, ob es nicht „realistischer wäre, sich entschlossen der Berlin-Brandenburgischen Kirche zuzuwenden“.

 

Nicole Kiesewetter

 

Aus: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung

Ausgabe vom 25.8.2006


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