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"Jugendlichen langweilen sich im Gottesdienst oft zu Tode"

Nordkirchen-Synodenpräses fordert Innovationsfonds für junge Menschen

Andreas Tietze
29.09.2017 ǀ Kiel.  Nordkirchen-Synodenpräses Andreas Tietze fordert einen kirchlichen Innovationsfonds für neue Projekte, um jungen Menschen zu helfen und die Kirche für sie interessanter zu machen. Kinder und Jugendliche seien heute von zentraler Bedeutung dafür, wie die Nordkirche in Zukunft wahrgenommen werde, sagte Tietze der "Evangelischen Zeitung" (Ausgabe 1. Oktober). Doch der jungen Generation fehle oft ein Bezug zu klassischen Formaten wie dem sonntäglichen Gottesdienst. "Kirche kommt mit ihren institutionalisierten Angeboten in der Welt der Jugendlichen nicht mehr vor."

Nach Tietzes Worten "langweilen sich die Jugendlichen im Gottesdienst oft zu Tode". "Der Anspruch darf nicht sein, dass die Jugendlichen einmal in der Woche in der Kirche sitzen, sondern dass unsere Themen sie grundsätzlich wieder interessieren", betonte der hauptberufliche Grünen-Politiker, der im Schleswig-Holsteinischen Landtag Sitz und Stimme hat. Dazu gehörten Freundschaft und Nächstenliebe. Tietze verwies in diesem Zusammenhang auf ein kirchliches Jugendcamp in Peenemünde , das er im Sommer besuchte.

Camps wie das in Peenemünde seien ein Motor für eine positive Bindung junger Menschen an die Kirche. Tietze: "Wir erreichen die Kirchenfernen nicht mehr mit der klassischen Kirche, sondern mit solchen Events." Die Teilnehmer könnten das positiv Erlebte mit der guten Botschaft des Christentums koppeln. Daran müsse stets weitergearbeitet werden. "Der letzte Link fehlt noch. Vielleicht müssen wir noch mehr von Twitter lernen", so der Synodenpräses.
Quelle: epd