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Herbsttagung der pommerschen Synode eröffnet

 

- Bischof Abromeit ruft zu Strukturveränderungen und Stelleneinsparungen auf -

 

Züssow (epd/ran). Finanzfragen stehen im Mittelpunkt der Herbsttagung der pommerschen Synode, die am Freitagabend in Züssow eröffnet worden ist. Bis Sonntag soll unter anderem der landeskirchliche Haushalt für 2005 in Höhe von rund 17 Millionen Euro verabschiedet werden. Darüber hinaus wird die langfristige Absicherung der kirchlichen Arbeit in Vorpommern eine gewichtige Rolle spielen.

 

In seinem Bericht an die Synode rief Bischof Hans-Jürgen Abromeit hierbei zu tiefgreifenden Strukturveränderungen auf. Da sich die Landeskirche bei ihrer Mitgliederzahl auf die Größenordnung eines westdeutschen Kirchenkreises bewege, könne vor allem das Netz der Dienste und Werke kaum weiter unterhalten werden. Abromeit fragte: "Was würde der Pommerschen Evangelischen Kirche fehlen, wenn es dieses Angebot nicht mehr gäbe?"

 

Vor dem Hintergrund der immer weiter zurück gehender Finanzmittel komme die Landeskirche daher auch nicht um eine deutliche Reduzierung der Pfarrstellen herum. Alternativlos seien ebenfalls die Gespräche mit der mecklenburgischen Kirche über einen Zusammenschluss.

 

Abromeit schlug der Synode ferner eine Beschränkung der kirchlichen Tätigkeit auf ihren geistlichen Auftrag vor. Damit wolle er keinem prinzipiellen Rückzug aus der politischen Verantwortung und der Diakonie das Wort reden, doch werde die Kirche in Zukunft manches, was andere Institutionen oder Einrichtungen in der Gesellschaft gut erledigen könnten, lassen dürfen, sagte der Bischof.

 

Stattdessen müssten flächendeckend Kurse zur Glaubensunterweisung angeboten werden, an denen sowohl der Kirche fernstehende Menschen wie auch Gemeindeglieder teilnehmen könnten, forderte Abromeit. Zudem sollte es mehrere "Zentren für andere Gottesdienste" geben, um flächendeckend besondere Zielgruppen anzusprechen. Teamarbeit werde gefordert sein und die Region sei geistlicher Gestaltungsraum. Auch bei einer weiteren Verringerung der Möglichkeiten, werde in fünf Jahren die Pommersche Kirche präsenter sein als alle anderen Institutionen.

 

Vorgestellt wurde im Anschluss der Zeitplan, der bis zum 1. Juli 2008 die Bildung einer gemeinsamen Kirchengestalt in Mecklenburg-Vorpommern vorsieht. Ihn hatte eine zehnköpfige Arbeitsgruppe der beiden bislang bestehenden Landeskirchen erarbeitet. Nach dem Zeitplan soll bis Januar 2006 geprüft werden, welche zur Zeit noch einzeln unterhaltenen Einrichtungen gemeinsam geführt werden können. Bis dahin sollen auch Gehälter und Versorgungsregelungen der beiden Kirchen angeglichen werden.

 

Zum 1. Januar 2007 ist nach diesem Zeitplan dann auch der Zusammenschluss der beiden Landessynoden zu einem gemeinsamen Kirchenparlament geplant. Um regionale Besonderheiten zu bewahren, sollen die beiden Synoden dabei rechtlich selbständig bleiben. Das gemeinsame Kirchenparlament solle sich dann unter anderem auf die Grundlagen einer gemeinsamen Verfassung einigen.

 

Außerdem würden nach dem Vorschlag der Arbeitsgruppe bis Juli 2007 die Gesetze und Verordnungen der Kirchen angeglichen und zum 31. Oktober 2007 Verhandlungen über die Bildung einer gemeinsamen Verwaltung aufgenommen. Die gemeinsame Kirchengestalt - ob Fusion oder Föderation ist noch offen - solle dann zum 1. Juli 2008 mit der Inkraftsetzung der neuen Kirchenverfassung in Kraft treten. (08.10.2004)


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