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Weitere Ereignisse und Beschlüsse der pommerschen Landessynode

 

Züssow (rn). Die pommersche Landessynode hat am Sonntag, dem 18. Oktober 2009 zum Abschluß ihrer letzten Tagung der XI. Landessynode eine Reihe von weiteren Beschlüssen gefaßt.


Dank an Prof. Dr. Martin Onnasch

Der Vertreter der Theologischen Fakultät der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Prof. Dr. Martin Onnasch, ist nach 13 Jahren synodaler Tätigkeit mit seiner Emeritierung ausgeschieden. Vizepräses Elke König würdigte seine synodale Tätigkeit. „ Ich schätze so sehr Ihr ausgeglichenes Wesen und Ihre äußerliche Ruhe und Sie haben keine dogmatische Verbissenheit gehabt sondern die Einsicht gefördert,“ sagte sie. Onnasch habe seine Position in gewünschter Klarheit und Respekt vor dem Gegenüber mit „dem ausgeprägte analytischen Röntgenblick des Historikers und dem barmherzigen Blick des Pfarrers“ geäußert. Die Synode dankte dem früheren Synodalen mit Aufstehen und einem langen Applaus.



Präses Dr. Rainer Dally dankt Prof. Dr. Martin Onnasch. Fotos: Neumann

Grußwort von der Landesregierung

Ministerialrat Ulrich Hojczyk vom Bildungsministerium, ein ständiger Gast der Synode, blickte auf den Weg der pommerschen Kirche hinsichtlich der Nordkirche zurück. „Sie haben hart gearbeitet und immer wieder darum gerungen ,des Landes und der Kirche Bestes’ zu suchen und – wie es jetzt aussieht – mit Gottes Hilfe auch gefunden haben.“ Hojczyk stellte die fünfte Auflage des Bibelwettbewerbs vor. Der Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler des Bundeslandes soll 2010 unter dem Thema „Voll das Leben“ stattfinden. In der Art der Beiträge gebe es keine Beschränkung und die Beiträge können bis zum 31. Januar eingereicht werden.

Im Blick auf dem Religionsunterricht meinte Hojczyk, daß er „auf einem soliden verfassungsrechtlichen und politischen Fundament“ stünde. Dazu sei es erklärter Wille der Landesregierung, „ihn weiter zu entwickeln und sich für seinen Erhalt einzusetzen.“ Dafür stünden in besonderer Weise der Ministerpräsident und der Kultusminister.

Hojczyk nahm auch Stellung zur Diskussion, ob sich die Kirche zu aktuellen politischen Fragen äußern solle. Er meinte „Hätten wir Christen im Herbst 1989 solche Gedanken vor uns hergetragen, wären wir nicht mit unseren Kerzen auf die Straße gegangen.“



Ulrich Hojczyk bei seinem Grußwort

Studientag Nordkirche zu „Amt und Gemeinde“

Die Arbeitsstelle zur Bildung einer Nordkirche lud zu einem Studientag zum Thema „Amt und Gemeinde“ am 5. Dezember 2009 von 10 bis 16.30 in die Bugenhagengemeinde in Lübeck ein. Dabei gehe es um die Frage nach der Leitung der Kirchengemeinde, so Präses Rainer Dally. Hier lägen die Meinungen zwischen der Pommerschen Kirche und den Partnern noch auseinander, meinte er. Die Frage sei, ob sich aus dem Priestertum aller Glaubenden ergebe, daß die Kirchenältesten in allen Bereichen verantwortlich für die Gemeinde seien und wie dann die Stellung der Pfarrerinnen und Pfarrer sei – oder ob es daneben eine eigene Leitungsfunktion des ordinierten Amtes geben würde,.

 

Nordkirche: Mitgliedschaft in der Union Evangelischer Kirchen (UEK)

Die Synode hält unverändert an einer Vollmitgliedschaft in der UEK fest. Die pommersche Synode bittet daher die gemeinsame Kirchenleitung, nachdrücklich auf eine Doppelmitgliedschaft (UEK und VELKD) hinzuwirken. Sie bittet die Partnerkirchen, keine Situation eintreten zu lassen, in der die historisch gewachsene Mitgliedschaft der Pommerschen Evangelischen Kirche zur UEK aufgegeben werden muß.

 

Änderung der Kirchenordnung zu Pfarrsprengeln

Die Kirchenordnung wurde im Blick auf die Bildung von Pfarrsprengeln geändert. Danach nehmen PfarrerInnen ihre Aufgabe gleichberechtigt und in gegliederter Verantwortung wahr. Ihnen ist ein eigenständig zu verwaltender Seelsorgebezirk zuzuweisen. Ein Dimissoriale ist auch hier bei Amtshandlungen erforderlich, wenn es vor Ort so bestimmt ist. In Pfarrsprengeln mit mehreren PfarrerInnen sollen nicht mehr als zwei AmtsträgerInnen im Gemeindekirchenrat sein. Pfarrehepaare üben ein gemeinsames Stimmrecht aus. Eine entsprechende Ordnung regele weitere Fragen.

 

Landpachtverträge

Die Synode beauftragt die Kirchenleitung darauf zu achten, daß Landpachtverträge mit dem Grundsatz der Nachhaltigkeit abgeschlossen werden. Die Pachtdauer soll in der Regel 12 Jahre betragen. Pachtanpassungen sind regelmäßig vorzunehmen. Bei der Bewirtschaftung ist sicherzustellen, daß die Bodenfruchtbarkeit verbessert bzw. erhalten wird.

 

Bericht der Kirchenleitung

Die Partnerschaftsarbeit hat einen besonderen Raum eingenommen. Die Synode empfiehlt der Kirchenleitung, dafür Sorge zu tragen, daß diese Partnerschaften auch in der Nordkirche entsprechend weitergeführt werden. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Beziehung zur Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen gelegt werden.

 

Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern

Die Synode begrüßt die Feststellung, daß nach Einschätzung des Vorstandes des Diakonischen Werkes – Landesverband der Pommerschen Evangelischen Kirche die bisherigen objektiven Probleme bezüglich der Verschmelzung beider Diakonischer Werke geklärt sind.

 

Bericht zur Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Die Synode dankte Vizepräses Elke König für ihren Bericht. Die erneute Wahl von Elke König in das Präsidium der EKD-Synode empfindet sie als eine Wertschätzung der Arbeit von Elke König.

 

Bericht des Bischofs

Die Synode dankt dem Bischof für seinen Bericht, den sie mit Bewegung zur Kenntnis genommen hat. Damit die dargestellte Armutslage noch deutlicher in den Blick der Landeskirche genommen wird wurde der Ständige Ausschuß für Kirche und Gesellschaft beauftragt, das Thema des Bischofsberichtes weiter zu vertiefen. Die Ergebnisse sollen zeitnah auf einer Synode eingebracht werden. Die Durchführung einer Themensynode wurde angeregt.

(18.10.2009)

 

 


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