Neubau für 50 Verwaltungsstellen beschlossen Mecklenburgische Synodale bekennen sich zum Standort Güstrow

Die Synode fand aufgrund der Corona-bedingten Abstandsgebote in der Rotunde der HanseMesse Rostock statt. Auf der Leinwand ist ein Entwurf des geplanten Neubaus zu sehen.

Foto: kirche-mv.de/D. Vogel

05.09.2020 · Rostock/Güstrow. Klares Bekenntnis zu Güstrow: Ein neues Verwaltungsgebäude wird der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg im Sankt-Jürgens-Weg 23 der Barlachstadt bauen. Dies beschlossen die Synodalen mit großer Mehrheit bei zwei Enthaltungen am heutigen Sonnabend auf ihrer außerordentlichen Tagung in Rostock. Dafür stehen 6 Millionen Euro bereit. Die Summe setzt sich je zur Hälfte aus einer Rücklage und einem Bank-Darlehnen zusammen. Das Grundstück soll mittels Erbbaurecht gesichert werden. Grundsätzlich lässt die solide und sparsame Finanzpolitik im Kirchenkreis dieses Projekt zu – auch in der derzeitigen Gesamtsituation.

Die Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg hat derzeit drei Standorte: Schwerin, Neubrandenburg und Güstrow. „In der Güstrower Außenstelle in der Domstraße 16 gibt es Gefährdungen, die ursächlich mit der Situation in dem angemieteten Gebäude zusammenhängen und materiell nicht abstellbar sind: So sind die Treppen problematisch, etliche Räume für die derzeit 36 Mitarbeitenden zu beengt und die E-Anlage ist in die Jahre gekommen”, so Propst Wulf Schünemann. Größere Umbauten, um die akuten Gefährdungen zu beseitigen, seien während des Betriebes nicht möglich. Zudem laufe der Mitvertrag bald aus.

Dreigeschossiges Gebäude mit Platz für 50 Mitarbeitende

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, in ein anderes Gebäude umzuziehen. Nach eingehender Prüfung verschiedener Varianten seit März 2019, schlug Propst Wulf Schünemann für den Kirchenkreisrat den Synodalen jetzt vor, „im Sankt-Jürgens-Weg 23 ein eigenes, dreigeschossiges Gebäude für 50 Arbeitsplätze sowie 35 Parkplätze zu errichten.” Ökologische Gesichtspunkte, wie zum Beispiel der Einbau von Erdwärmepumpen, seien dabei im Blick. Die zentrale Lage Güstrows im Kirchenkreis Mecklenburg, die gute Verkehrsanbindung mit der Bahn und die Nähe zur Autobahn sowie die im Verhältnis zu Schwerin, Rostock und Neubrandenburg relativ moderaten Immobilienpreise und die geringere Konkurrenzsituation bei der Suche nach Fachkräften würden für den Standort Güstrow sprechen.

Perspektive Erweiterung auf dem Gelände möglich

Unabhängig von künftigen Entwicklungen der Größe und Struktur der Kirchenkreisverwaltung soll Güstrow „auf jeden Fall als langfristiger Standort erhalten und konsolidiert werden“; blickte der Propst bei der Einbringung der Beschlussvorlage in die Zukunft. Mittelfristig könnte der Sankt-Jürgens-Weg mittels flexiblen Entscheidungen auch zum Zentralstandort der Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg entwickelt werden. „Das Grundstück lässt perspektivisch eine räumliche Vergrößerung für bis zu 100 Mitarbeitende zu.“ Zudem könnten Büros bei möglichem Minderbedarf für die eigene Verwaltung untervermietet werden. Die Baukosten für das neue Verwaltungsgebäude sind auf Basis einer detaillierten Vorplanung mit 6 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung soll je zur Hälfte aus der Betriebsmittelrücklage des Kirchenkreises und über ein Darlehen erfolgen.

Das Grundstück befindet sich im Eigentum der St.-Jürgen-Hospital-Intraden. Das Vermögen dieser unselbständigen Stiftung ist der Pfarrkirche Güstrow zugeordnet. Der zuständige Kirchengemeinderat stimmte bereits einem Erbbaurecht für den Kirchenkreis Mecklenburg zu. Und der Landkreis Rostock stellte bereits einen positiven Vorbescheid für das Bauvorhaben aus.

Angeregte Diskussion vor der Abstimmung

Die Synodalen berieten das Projekt eingehend und stimmten letztlich mit großer Mehrheit für diese Investition. In der Diskussion wurde von den Synodalen Gerald Exner und Thomas Balzer vorgeschlagen, sich nicht nur optional, sondern verbindlich für eine Zentralisierung der Verwaltung in Güstrow auszusprechen. Andere Synodale, wie Pastor Thorsten Johann John und Bettina von Wahl, plädierten weiter für eine dezentrale Verwaltung im flächenmäßig weitläufigen Kirchenkreis Mecklenburg, wobei Umstrukturierungen und mehr Verwaltungsaufgaben direkt in den 233 Kirchengemeinden sicher notwendig seien. Für die Synodale Änne Lange sei der „große Charme der vorgeschlagenen Variante, die Möglichkeit der Erweiterung am Standort, falls künftig ein Bedarf“ bestehe. Ihr Mitsynodaler Andreas Wegner verwies auf die Entwicklung zu mehr Tele-Arbeitsplätzen und Home-Office. Vorstellbar seien eine zentrale Verwaltung und regionale Ansprechpersonen. Dafür müsse das Miteinander bei der Verwaltung mit den Ortsgemeinden gestärkt werden.

Letztlich stimmen die Synodalen für den Neubau in Güstrow und votierten zugleich dafür, dass eine zentrale Verwaltung im ländlich geprägten Mecklenburg perspektivisch möglich werden soll. Zudem soll der Güstrower Neubau unter nachhaltigen Prinzipien jetzt konkret weiter geplant werden.

Weitere Tagungsordnungspunkte waren u.a. eine Änderung der Richtlinie zur Förderung von Gemeindefusionen, Personalangelegenheiten, die Änderung und Aufhebung von Pfarrstellen und eingangs der Synodentagung ein Überblick über die Finanzsituation.

Quelle: ELKM (cme)