Mecklenburger Synode für "gemeinsame Kirchengestalt" mit Pommern
Plau am See (epd). Die beiden evangelischen Landeskirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu engerer Zusammenarbeit voran gekommen. Nach dem pommerschen Kirchenparlament stimmte am Sonnabend in Plau am See auch die Synode der mecklenburgische Landeskirche nach kontroverser Debatte einem Arbeitspapier zu, das für beide Kirchen eine "gemeinsame Kirchengestalt" zum Ziel hat. Es sieht die Einsetzung einer Arbeitgruppe vor, die Vorschläge für weitere Schritte bis zum Herbst erarbeiten soll. Die pommersche Synode hatte dem Papier bereits Mitte März zugestimmt.
In der vorangegangenen Debatte plädierte Landesbischof Hermann Beste dafür, die weitere Zusammenarbeit der beiden Kirchen sorgfältig und "ohne Vorbehalte", aber auch "ohne Hetze" zu beraten. Die Kirchgemeinden müssten angemessen in die Meinungsbildung einbezogen werden. Die mecklenburgische Kirche könne keine zusätzlichen finanziellen Lasten übernehmen, stellte er klar. Auch einen gemeinsamen Haushalt könne es auf längere Zeit nicht geben.
Mehrere Sprecher kritisierten zudem die Aufgaben und Befugnisse der gemeinsamen Arbeitsgruppe. Da künftig Beschlüsse von Kirchengesetzen, Verordnungen und Strukturveränderungen nur nach vorheriger Beratung in der Arbeitsgruppe erfolgen sollen, fürchteten einige Synodale, dass die Entscheidungsfreiheit und das Gesetzgebungsrecht des Kirchenparlaments beschnitten werden könnte.
Die mecklenburgische Kirche hat rund 216.600, die pommersche rund 120.000 Mitglieder. Beide Kirchen arbeiten bereits in mehreren Bereichen eng zusammen. Sie haben unter anderem eine gemeinsame Akademie, eine gemeinsame Kirchenzeitung, den gemeinsamen Internetauftritt und ein gemeinsames Frauenwerk. Die beiden Diakonischen Werke werden voraussichtlich zum 1. Januar 2005 fusionieren. Ob die angestrebte "gemeinsame Kirchengestalt" in Form einer Fusion oder einer Förderation verwirklicht werden soll, ist derzeit noch völlig offen. (27.03.2004) 
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