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Stiftung Kirchliches Bauen unterstützt Erhalt von Kirchen in Mecklenburg

Wulf Kawan aus Schwerin zum Vorstandsvorsitzenden gewählt

03.10.2012 | Schwerin (cme). Bauingenieur Wulf Kawan steht der neuen gemeinnützigen „Stiftung Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ vor. Auf der konstituierenden Sitzung des Vorstandes erhielt der Schweriner dieser Tage einstimmig das Vertrauen als Vorsitzender. Kirchenbaurat Karl-Heinz Schwarz aus dem Baudezernat der Nordkirche wurde einmütig zum Stellvertreter gewählt. „Damit sind wir jetzt arbeitsfähig“, informierte Propst Dirk Sauermann vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg, der dem Gremium ebenfalls angehört.
 
Die Stiftung soll künftig vor allem Kirchengemeinden dabei helfen, ihren notwendigen Eigenanteil für Bauprojekte aufzubringen. Konkret gefördert werden Vorhaben der örtlichen Kirchen und Kirchgemeinden an eigenen oder in Nutzung befindlichen Gebäuden, für die in der Regel keine Patronatsmittel zur Verfügung stehen. Ebenso sei geplant Gelder auszureichen für Ausstattungsstücke, wie Altäre, Taufen, Kanzeln, Glocken oder Orgeln. „Vor diesem Hintergrund haben wir uns über klare Vergaberichtlinien verständigt“, so Propst Sauermann und ergänzt: „Diese sollen im November von der Kirchenkreissynode beschlossen und in Kraft gesetzt werden.“
 
Zur Verteilung kommen so jährlich zum einen die Kapitalerträgnisse aus dem 5 Millionen Euro betragenden unangreifbaren Stiftungsvermögen und zum anderen Gelder aus der bayerischen Landeskirche. Hintergrund: Den Kapitalstock für die Stiftung hatte im Frühjahr die frühere mecklenburgische Landeskirche aus Rücklagen zur Verfügung gestellt. Zudem fließen jährlich zirka 400.000 Euro für Bauaufgaben sowie eine Sonntagskollekte für besondere Projekte von Bayern nach Mecklenburg. Seit dem Jahr 1948 sind die evangelischen Kirchen in Mecklenburg und Bayern partnerschaftlich verbunden. Der Kontakt wird auch nach Bildung der Nordkirche weiter gepflegt.

So hatte der Stiftungsvorstand bereits über die Verteilung der so genannten Bayern-Mittel für den Rest des Jahres 2012 im Kirchenkreis Mecklenburg zu entscheiden. „Knapp 70.000 Euro können entsprechend der Bauobjektliste, die einzelne Maßnahmen nach Prioritäten sortiert beinhaltet, jetzt noch ausgereicht werden. Insgesamt standen im laufenden Jahr 419.000 Euro zu Verfügung“, rechnet Wulf Kawan vor, der sehr dankbar ist für diese verlässliche Hilfe aus Bayern. Zukünftig würden dazu jährlich aus den Erträgnissen des Stiftungsvermögens auf Antrag hin Gelder nach klaren Kriterien verteilt. Kawan: „Pfarrhöfe und Gemeindehäuser könnten bedacht werden, aber genauso die Restaurierung oder Neubeschaffung von Ausstattungsstücken. Dies alles hilft dabei, die insgesamt 664 mecklenburgischen Dorf- und Stadtkirchen zu erhalten, was uns besonders am Herzen liegt.“