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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Steffenshagen-Retschow

Aktuell


Freudiges Gedenken

Am 9. Oktober 1989 kamen im Anschluss an das wöchentliche Montagsgebet in der Leipziger Nikolaikirche mehr als 100.000 Menschen zusammen, die gegen das SED-Regime demonstrierten. Nur zwei Tage zuvor waren Demonstrierende in Ost Berlin noch niedergeknüppelt oder inhaftiert worden. Auch diesmal hatten Polizei, Armee und Paramilitärs Pläne zur gewaltsamen Auflösung der friedlichen Demonstration. Allein die völlig unerwartet hohe Zahl der Demonstrierenden sowie ein öffentlicher Aufruf des Gewandhausdirigenten Kurt Masur zum Gewaltverzicht ließen die Sicherheitskräfte innehalten und noch einmal in der Ost Berliner Parteizentrale telefonisch nachfragen, ob der Einsatzbefehl nicht zurückgenommen werden könne. Eine Antwort ist nie gekommen. Das Tian'anmen Massaker von Peking war erst wenige Monate her. Jeder auf dem Leipziger Augustusplatz hatte Angst. Niemand wusste, was im nächsten Augenblick passieren würde. Für die Sicherheitskräfte gab es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Eine Niederschlagung mit vielen Toten und Verletzten. Oder den Demonstrationszug gewähren lassen mit unabsehbaren Folgen für die Zukunft des Landes. Mit dieser Leipziger Montagsdemo war die kritische Masse erreicht, die dazu führte, dass in diesem Land nichts mehr so sein würde wie es einmal gewesen war. „Die Angst hatte die Seiten gewechselt“, wie es der Bundespräsident 25 Jahre danach an der historischen Stätte beschrieb. Dass die Stadt nur knapp einem Blutbad entgangen war, wie wir heute wissen, lässt unweigerlich an den Tahrirplatz in Kairo oder den Kiewer Maidan denken. Es lässt danach fragen, was passiert sein muss, ehe Menschen ein so hohes Risiko eingehen.

25 Jahre ist eine lange Zeit. Bei den Planungen zu einem Zeitzeugencafé, das in Retschow inzwischen stattfand, haben wir überlegt, Opfer und Täter der SED-Diktatur, die ja teilweise nach wie vor als Nachbarn in unseren Dörfern leben und voneinander wissen, einzuladen. Es hätte ein erster Schritt einer persönlichen Aufarbeitung sein können, eines sicher schmerzhaften Prozesses, in dessen Verlauf es auch zu Vergebung oder gar Versöhnung hätte kommen können. In Südafrika haben nach dem Ende der Apartheid insbesondere die Kirchen solche Versöhnungsarbeit geleistet. Dabei konnten die Opfer ihren früheren Tätern noch einmal begegnen und ihnen erzählen, wie es ihnen mit der Bespitzelung, Bedrohung und Gewaltanwendung durch sie ergangen ist. Die Täter lernen die Perspektive ihrer ehemaligen Opfer kennen und können ihrerseits erzählen, wie sie dazu gekommen sind, zu bespitzeln, zu bedrohen oder Gewalt anzuwenden. Ein schmerzhafter, aber am Ende vielleicht auch befreiender Prozess, wenn Opfer und Täter sich die Hand reichen und wieder in die Augen sehen können, ohne Rache, aber eben auch ohne so zu tun, als wäre das Unrecht nie geschehen oder zumindest nicht durch konkrete Menschen geschehen. In Steffenshagen, so hieß es, sei es dafür auch nach 25 Jahren noch zu früh.



5000 Brote für die Welt am 5. Oktober

Erst kürzlich wurde der Antrag gestellt, das deutsche Brot als UNESCO Weltkulturerbe zu registrieren. Mehr als 3000 Brotsorten hat das deutsche Bäckerhandwerk hervorgebracht. Brot ist fundamental für unser Leben und daher auch für biblische Texte und kirchliche Traditionen. Unsere Konfirmand/innen besuchten die Backstube der Conditorei Röntgen und buken unter Anleitung des Bäckermeisters Haase Brote, die sie in den Gottesdiensten zum Erntedankfest in Retschow und Steffenshagen verkauften. Der Erlös (EUR 339,90) kommt dem Projekt „Schreiben statt schrubben“ zugute: Kinder aus den Slums von Dhaka / Bangladesh müssen oft als Haushaltshilfe arbeiten. Im Haus der Fröhlichkeit lernen sie statt dessen lesen und schreiben, finden Geborgenheit bei Spiel und Tanz, können sein, was sie sind: Kinder..



Im Folgenden finden Sie einen offenen Brief von Pastor Kai Feller
als Reaktion auf einen Friedensaufruf der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Lage in der Ukraine, insbesondere zur Annexion der Autonomen Republik Krim durch die Russische Föderation.


Sehr geehrter Herr Brahms,
mit Interesse habe ich Ihre Äußerungen zur bevorstehenden Annexion der Krim gelesen.

Auch ich halte die Versetzung der Ukrainischen Streitkräfte in Gefechtsbereitschaft für einen nicht weiterführenden Schritt. Anderseits weiß auch jeder, aus welcher Ohnmacht heraus dieser symbolische Schritt unternommen worden ist. Der verfassungsmäßige Auftrag einer Armee besteht eben darin, die territoriale Integrität ihres Staates zu verteidigen, sonst bräuchte man keine Armee.

Was mich wundert, ist die von Ihnen vorgetragene Alternative zwischen Gesprächen und militärischer Auseinandersetzung. Dies trifft auf jeden militärischen Konflikt zu, nur auf diesen nun gerade nicht. Denn es denkt überhaupt niemand an eine militärische Auseinandersetzung, und Gespräche werden von Putin verweigert, weil er die vom ukrainischen Parlament gewählte Regierung gar nicht anerkennt.

Der frühere Außenminister Tschechiens Karel Schwarzenberg hat dieser Tage mit Blick auf die Krim daran erinnert, wie die Deutsche Wehrmacht 1938 das mehrheitlich von Deutschen bewohnte Sudetenland annektierte.* Auch damals handelten die „Konfliktparteien“ nicht auf Augenhöhe, weshalb sich militärische Auseinandersetzungen wie Gespräche gleichermaßen erübrigten.

Die Annexion der Krim erfolgt vor den Augen der Welt ohne Krieg, und es gibt sehr wohl Sieger und Verlierer. Niemand kann den mittlerweile mächtigsten Mann der Welt daran hindern das Völkerrecht zu brechen, die Ukrainische Armee nicht und die Evangelische Kirche in Deutschland auch nicht. Für welchen Frieden also, sehr geehrter Herr Brahms, möchten Sie sich auf der Krim noch einsetzen?

Erstmals seit Ende des zweiten Weltkrieges werden in Europa Staatsgrenzen einseitig verschoben. Dies geschieht unter Ausnutzung der wirtschaftlichen und politischen Krise eines abhängigen Staates. Wollen Sie in dieser Situation tatsächlich dazu aufrufen, „für keine Seite Partei“ zu ergreifen? Sind die Grenzen zwischen Recht und Unrecht beliebig verschiebbar, weil Staatsgrenzen es auch sind?

Über den gegenwärtigen Konflikt hinaus befürchte ich, dass eine Hinnahme des Völkerrechtsbruchs heute entsprechende „Konfliktlösungen“ in Zukunft befördern und den Frieden damit nachhaltig gefährden wird. Deshalb appelliere ich an Sie und die EKD, beim Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft für die Akzeptanz von Sanktionen gegen die Verantwortlichen in Moskau zu werben.

Wir brauchen nicht vom Frieden zu reden, wenn wir nicht bereit sind, Unrecht beim Namen zu nennen. Wenn wir wirtschaftliche Interessen dem Völkerrecht überordnen, werden wir langfristig auch der Wirtschaft schaden, deren globale Entwicklung von der demokratischen Selbstbestimmung der Völker inklusive der dazugehörigen Minderheitenrechte abhängt. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen, kollegialen Grüßen
Kai Feller

* http://www.novinky.cz/domaci/329113-putin-se-chova-jako-hitler-kdyz-chtel-obsadit-pohranici-tvrdi-schwarzenberg.html



Karwoche, Osterfest und Pfingsten

13.04. Palmsonntag: Jesus wird beim Einzug in Jerusalem begrüßt
17.04. Gründonnerstag: Jesus hält ein letztes Mahl mit Vertrauten
18.04. Karfreitag: In einem Schnellverfahren wird er hingerichtet
20.04. Ostersonntag: Einige seiner Vertrauten sehen ihn lebend
21.04. Ostermontag: Immer mehr erfahren, dass Jesus lebt
08.06. Pfingstsonntag: Gottes Geist vereint Leute aus aller Welt
09.06. Pfingstmontag: Die Kirche als global community ist geboren
15.06. Dreifaltigkeitstag: Gott wird erfahrbar in einer göttlich-menschlichen Beziehung



Kinder und Eltern

Da in unserem Einzugsgebiet viele Familien mit Kindern wohnen, möchten wir mit Eltern in Kontakt kommen, die an guten Angeboten für ihre Kinder interessiert sind und sich selbst einbringen wollen. Möglich wären Kindergottesdienste, eine Theatergruppe und mehr. Ihr Pastor Kai Feller freut sich auf Ihre Mail / Ihren Anruf.



Konfirmation 2014/2015

Wir laden alle Jugendlichen ein sich auf ihre Konfirmation vorzubereiten. In einer Gruppe (13-14 Jahre) kann jede & jeder ihre & seine Persönlichkeit einbringen und wertgeschätzt wissen. Am Beispiel des Jesus aus Nazaret kann man sehen, was Menschsein bedeuten kann und wo Menschen ihre Chance verfehlt haben.
Neben regelmäßigen Treffen erwarten Euch Fahrten sowie ein selbst gestalteter Gottesdienst, in dem Ihr Eure Sicht auf das Leben zur Sprache bringt. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit Euch! Euer Kai Feller



Sicherung des Chorschlusses der Kirche Steffenshagen

Die Baumaßnahme ist in die Prioritätenliste des Kirchenkreises Mecklenburg aufgenommen worden. Angesichts des ansprechenden Einbaus der neuen Gemeinderäume in die Kirche dürfen die notwendigen Sicherungsarbeiten am Dachstuhl des Chores nicht in Vergessenheit geraten. Die Voraussetzungen hierfür wurden seinerzeit geschaffen, indem der komplette Dachraum von altem Baumaterial, Unrat und Taubenkot beräumt wurde. Ein Holzschutzgutachten wurde beauftragt. Sehr deutlich sind bereits Verformungen der Mauerkrone auf der Südseite zu beobachten. Dies sind bereits Hinweise, dass es Lastumlagerungen gegeben haben muss. In erster Linie werden Zimmererarbeiten anfallen, die den Dachstuhl wieder vollständig ertüchtigen. Die Kosten sind mit 26.413 Euro veranschlagt, davon hat der Evangelische Kirchenkreis Mecklenburg 16.413 aus Patronatsmitteln des Landes Mecklenburg Vorpommern bereit gestellt. Die übrigen 10.000 Euro muss die Kirchengemeinde selber aufbringen. Die Maßnahme ist eine statisch notwendige Sicherung der 700 Jahre alten Bausubstanz. Die Arbeiten sollen demnächst beginnen.

Für Spenden in jeder Höhe sind wir dankbar:
Konto 200 190 708     BLZ 130 700 24     Deutsche Bank Rostock
Kontoinhaberin: Kirchgemeinde Steffenshagen-Retschow
Verwendungszweck: Kirche Steffenshagen

Spendenbescheinigungen für das Finanzamt schicken wir Ihnen bei Angabe Ihrer Adresse gerne zu.