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Zusammenführung nach Rostock

Stasi-Akten in MV sollen gebündelt werden

07.12.2017 ǀ Schwerin.  Für die geplante, archivgerechte Zusammenführung der Stasi-Akten in Mecklenburg-Vorpommern an einem Ort sollen im kommenden Jahr Machbarkeitsstudien durchgeführt werden. Das sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, am Mittwoch bei einem Besuch im Schweriner Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen. Keine der drei Außenstellen seiner Behörde in Waldeck (bei Rostock), Neubrandenburg und Görslow (bei Schwerin) könne die Akten klimagerecht lagern. Die Bündelung der Stasi-Unterlagen soll frühestens 2025 erfolgen.

Für die Bürgernähe blieben die drei Außenstellen der Stasi-Unterlagen-Behörde in MV aber weiterhin wichtig, sagte Jahn. Denkbar sei, dass Beratung und Akteneinsicht auch direkt in Schwerin ermöglicht wird, beispielsweise im Dokumentationszentrum.

Der CDU-Landtagsfraktionschef Vincent Kokert warb dafür, in Rostock ein in Deutschland einmaliges Zentrum zu schaffen mit zentralem Stasi-Unterlagen-Archiv für MV, Gedenkstätte mit Stasi-U-Haft und Lehrerbildung. MV sollte jetzt die erforderlichen Strukturen schaffen, um eine finanzielle Bundesbeteiligung an dem Zentrum zu ermöglichen.

Auch Roland Jahn zeigte sich von Rostock als Standort angetan. Die einstige U-Haft der Stasi habe wegen der dort inhaftierten Ostsee-Flüchtlinge eine bundespolitische Bedeutung und sei auch von internationalem Interesse.

In der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und CDU im Nordosten ist festgehalten, dass sich die Koalitionspartner zur Konzentration der Standorte zur Aufbewahrung der Stasi-Unterlagen bekennen und unter Beteiligung des Bundes die Gründung eines Arno-Esch-Zentrums am Universitätsstandort Rostock anstreben. Dazu soll im kommenden Jahr ein Konzept erarbeitet werden.
Quelle: epd