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POMMERSCHE EVANGELISCHE KIRCHE
XI. Landessynode, 2. ordentliche Tagung
vom 8. - 10. Oktober 2004 in Züssow

Wege zur mittelfristigen Stabilisierung der Finanzlage der Pommerschen Evangelischen Kirche


Finanzausschuss der XI. Landessynode der PEK

 

Ausgangslage
(1) Kirchenmitgliedschaft
(2) Zur Erhöhung der Einnahmen
(3) Einsparungspotentiale / Ausgabensenkungen


Ausgangslage

Beschluss der Landessynode vom 25. Oktober 2003:
„In Zusammenhang mit der Einbringung des Haushaltsplanes 2004 hat die Synode zur Kenntnis nehmen müssen, dass auch bei Umsetzung der erforderlichen Strukturanpassungsmaßnahmen vom Jahr 2005 an ein weiterer Einsparbedarf in der Höhe von nochmals 1 Million Euro besteht.
Sie bittet Konsistorium, Ständigen Finanzausschuss und Kirchenleitung, alternative Modelle zur nachhaltigen Finanzierung kirchlicher Arbeit in der Pommerschen Evangelischen Kirche zu entwickeln.
Sie erwartet bei der Einbringung des Haushaltes 2005 einen entsprechenden Bericht.


“Die Mitglieder des Ständigen Finanzausschusses haben sich über den Auftrag der Synode in verschiedenen Sitzungen und einer Arbeitsgruppe eingehend Gedanken gemacht. Dabei kommen die Mitglieder des Ständigen Finanzausschusses zu folgendem Ergebnis:
1. Es gibt im Moment kein alternatives Modell zur Finanzierung der kirchlichen Arbeit in der PEK. Unseres Erachtens haben wir keine weiteren Finanzquellen außer den bisher schon bestehenden: d.h. neben Kirchensteuern, EKD-Finanzausgleichsmitteln, Landeinnahmen, Staatsleistungen, Gemeindekirchgeld, Spenden und Kollekten können wir keine nachhaltigen anderen Finanzierungsmöglichkeiten mit größerem Aufkommen erkennen.
2. Auch eine gemeinsame Kirchengestalt mit der Mecklenburgischen Nachbarkirche wird uns nicht nachhaltig aus der Krise herausführen, da unseres Erachtens die Evangelisch Lutherische Landeskirche Mecklenburgs sich mit denselben Problemen befassen muss wie wir.
3. Für uns ist allerdings eines deutlich geworden: Das grundlegende Problem ist, dass unsere Kirche in den letzten Jahren zuviel Mitglieder verloren hat .Alle Fragen, die uns in den letzten Jahren beschäftigt haben – und uns viel zu viel Kraft gekostet haben –, hängen mit diesem einen Problem zusammen: das wir für unsere Kirchenstruktur absolut und bezogen auf die Einwohner unsres Landes deutlich zu wenig Kirchenmitglieder haben, und wir dadurch – auch in Ver-bindung mit dem auf das Kirchensteueraufkommen durchschlagenden niedrigen Einkommensniveau – zu geringe Einnahmen durch unsere Mitglieder haben.
4. Deshalb können wir nur empfehlen, dass alle Kirchengemeinden, Gemeindekirchenräte, Kreissynoden, Landesynode, MitarbeiterInnen und PastorInnen, wirklich alle Mitglieder der Pommerschen Evangelischen Kirche sich das Anliegen, Menschen zurück in die Pommersche Kirche oder neu dazu zu gewinnen, in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren zum Herzensanliegen machen.
5. Uns ist bewusst, dass es - wie auch im Leitbildprozess diskutiert – viele Ansatzpunkte und Gründe gibt, den Wirkungskreis der Pommerschen Evangeli-schen Kirche breit und vielgestaltig anzulegen. Davon geleitet, müssen wir darauf hinweisen, dass das Wirken unserer Kirche (auch finanzwirtschaftlich) nur aufrechtzuerhalten scheint, wenn wir mehr Menschen für unsere Kirche begeistern können. Deshalb halten wir es für notwendig, insbesondere den Leitbild-prozess bis zum Frühjahr 2005 hin zu einem Entwicklungsplan für die Pommersche Kirche weiterzuentwickeln.
Wir wissen, es ist nicht allein in unserer Hand, ob ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus kommt, aber an uns ist es, ihn für die Sache des Evangeliums zu „begeistern“, ihn mit unserm Leben und mit unserem Glauben zu zeigen, dass es eine tolle, wichtige und auch notwendige Sache ist Christ zu sein und Gemeindeglied in der Pommerschen Evangelischen Kirche zu sein.
Deshalb bitten wir die entsprechenden Ausschüsse und Gremien, den Leitbildprozess, das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG), und darüber hinaus alle an unserer PEK interessierten darüber mit nachzudenken, wie können wir das, was man allgemein Mission nennt, in den Mittelpunkt unseres Handelns und Tun stellen.
Wir haben die Hoffnung in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum von etwa drei Jahren durch Mobilisierung aller verfügbaren Kräfte eine Trendwende zu bewirken. Dabei geht die Zielrichtung weit über eine rein finanzielle Sicht hinaus; im Kern geht es um eine Vitalisierung unserer Pommerschen Kirche und eine Bewältigung der großen Nachwendeprobleme.

Inhaltsverzeichnis
Folgende Ideen und Anregungen geben wir zur Diskussion:
(1) Kirchenmitgliedschaft


1. Dringend erforderlich ist die Gesetzeslage zur Kirchenmitgliedschaft in der PEK zu ändern. Ein Wiedereintritt muss problemlos überall möglich sein (d.h. kein Gemeindekirchenratsbeschluss mehr).
2. In Verbindung damit erscheint es zielführend, explizite Kircheneintrittstellen bei den Superintendenten, den Pfarrämtern, ggf. in diakonischen Einrichtungen (Krankenhäuser usw.) einzurichten. Das Netz dieser Kircheneintrittstellen ist im Außenauftritt und auch in der Öffentlichkeitsarbeit besonders attraktiv auszugestalten und auch mit Informationsmaterial auszustatten. Es wäre sinnvoll, hier ein breites Netz von Ansprechpartnern aus Haupt- und insbesondere auch Ehrenamtlichen für die Besetzung der Eintrittsstellen zu gewinnen und auch für diese Aufgaben-stellung zu schulen. Im Rahmen spezieller Missionsprojekte, bei Veranstaltungen sind mobile Kircheneintrittsstellen (z. B. in Gestalt von Infor-mationsständen) einzurichten, wobei man auch gezielt auf Menschen zugehen kann, die nach der Wende ausgetreten sind.
3. In Zusammenarbeit mit dem Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) ist ein Konzeptplan mit modularen Projektvorschlägen für Missionsaktivitäten in Kirchengemeinden und Kir-chenkreisen, in der Diakonie sowie landeskirchlichen Einrichtungen kurzfristig zu erarbeiten. Dieser Konzeptplan sollte in seinen Modulen dabei Erfahrungen aus der Missionsarbeit in konkrete Angebotsvorschläge umsetzen und hinsichtlich der Einzelmodule speziell auch den Vorbe-reitungs-/Durchführungsaufwand in den Kirchengemeinden minimieren. Diese Projektvorschläge sind verwendungsreif aufzuarbeiten. Auf kreis-kirchlicher Ebene sollten dann Angebotsplanungen über alle vorgenannten Bereiche erfolgen und auch gemeinschaftlich die Umsetzung getragen werden.
Im Rahmen der Planungen sollte u. a. besonderer Wert darauf gelegt werden, dass
- besonders mitgliederschwache Gemeinden/Regionen mit besonderer Intensität betreut werden und dass
- in jedem Kirchenkreis auch innovative und besonders öffentlichkeitswirksame Angebote realisiert werden (bis hin bspw. zum "Kirchlichen Fußballverein" usw.) und als sog. Leuchtturmange-bote auch sichtbar werden
- Zur Verstärkung des Verkündigungsdienstes in den Gemeinden mit klarer Schwerpunktbildung im Missionsbereich sollte kurzfristig der Personalbestand für zunächst drei Jahre substantiell erhöht werden.
Eine entsprechende personelle Intensivierung im hauptamtlichen Bereich wäre ein mutiger, nicht risikofreier aber öffentlichkeitswirksamer Schritt und für unser Land M/V zukunftsweisender Schritt: Wir „investieren“ heute vorrangig in Menschen und nicht nur in Bauten! Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass wir die Durchführung dieses Vorschlages ohne eine Hilfe von der EKD als kaum realisierbar ansehen.
4. Auf allen Ebenen der PEK – insbesondere aber in den Kirchengemeinden – sind die Pfarrer und ggf. ausgewählte Ehrenamtliche in Rüsten auf Missionsschwerpunkte in ihrer täglichen Arbeit vorzubereiten und zu schulen. Ideal wäre es, wenn z. B. aus der Arbeit des IEEG entsprechende Schulungen und Workshops (vorzugsweise vor Ort) angeboten werden würden.
Mittels Koordination durch Gemeinde- und Kreiskirchenräte sollte ange-strebt werden, dass alle Pfarrstelleninhaber mindestens einen Zeitbudgetanteil von 25% für spezielle "Neu-Mitglieder" - bezogene Aktivitäten einsetzen.
5. Alle Maßnahmen müssen dringend über eine PEK - übergreifende und intensive Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden.
6. Die Schwerpunkt- und Zielgruppenarbeit sollte intensiviert werden. Aus heutiger Sicht sind insbesondere folgende Ansatzpunkte besonders zu verfolgen:
- Vorstellbar ist eine gezielte Aktion, die die 50-75 Jährigen anspricht. In diesen Generationen sind noch viele Menschen, die getauft, kon-firmiert und kirchlich getraut sind, die vielleicht nur darauf warten, dass sie jemand auf eine neue Kirchenmitgliedschaft anspricht. Da bedeutet auch Angebot von Veranstaltungen für die Altersgruppe, verstärkte Präsentation in Presse und Rundfunk, Medien allgemein.
Hier ist auch ein besonderes Augenmerk auf die Arbeit mit Männern in diesen Altersgruppen zu legen. Männerkreise in manchen Gemeinden der PEK machen sehr positive Erfahrungen mit dieser Altersgruppe. Hauptaugenmerk für missionarische Tätigkeiten muss aber die mittlere Generation (35-50 jährigen) sein.
- Eine wichtige weitere Zielgruppe sind alle Kunden der Diakonie. Deshalb sind auch bei den Mitarbeitern der Diakonie (Haupt- und Ehrenamt) entsprechende Informationsangebote, Handreichungen und ggf. auch Schulungen umzusetzen.
- Ferner erscheinen berufsbezogene Schwerpunktbildungen zielfüh-rend, und zwar speziell bei Selbständigen/Unternehmern (z. B. Landwirte, Handwerkerarbeitskreise), im öffentlichen Dienst sowie im medizinischen Bereich. Ggf. sind auch weitere Fokusgruppen denk-bar.
7. Die Ausrichtung der Missionsarbeit sollte vorrangig auf Nichtmitglieder der PEK erfolgen, wobei selbstverständlich im Rahmen der Projekte dieses sinnvollerweise mit Aktivierungsmaßnahmen für die Gemeinden selbst verknüpfbar ist. Dabei ist zu erwarten, dass neben dem Erreichen direkter Kircheneintritte auch eine Vielzahl von Kontakten entwickelt wird, bei denen aus persönlichen Gründen ein Kircheneintritt nur mit Zeitverzug realistisch erscheint. Für diesen Personenkreis sollte gleichwohl versucht werden, eine dauerhafte Bindung zur Gemeinde herzustellen. Dieses erscheint speziell durch die Einwerbung einer Mitgliedschaft im zu gründenden Anverein "Förderer der Pommerschen Evangelischen Kirche" möglich zu sein. Insoweit sind alle genannten Missionsaktivitäten auch auf die Verbreiterung dieses "assoziierten Mitgliederbestandes" zu richten.

Inhaltsverzeichnis
(2) Zur Erhöhung der Einnahmen

Das Ziel einer strukturellen Eigen-Einnahmeverbesserung ist nur in Stufen und mit einer größeren Anzahl von Einzelmaßnahmen erreichbar. Speziell sind folgende Maßnahmen vorzuschlagen.
1. Dringend erforderlich ist eine Erweiterung fester Einnahme von den Kirchenmitgliedern beim Gemeindekirchgeld, und zwar sowohl hinsichtlich der Anzahl von Zahlern als auch der Höhe der jeweiligen Zahlbeträge. Das gegenwärtige Aufkommen beträgt rund 800 Tsd € p. a. Bei ca. 100.000 gesetzlich zahlungspflichtigen Gemeindegliedern ergibt sich ein max. Potential von 6 Millionen € p. a. Ein realistisches Steigerungsziel ist es vermutlich, eine Verdoppelung des Aufkommens über einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren anzustreben (rund 0,8 Mio € p.a.). Es erscheint uns besser als Gemeindekirchgeld einmal im Jahr mit einer hohen Summe, besser kleine Summe jeden Monat. Es erscheint als zielführende Variante, dass man per Lastschriftverfahren über freiwillige Einzugsermächtigungen der Gemeindeglieder pro Gemeindeglied 5,00 € pro Monat erhebt. Dazu ist es allerdings nötig unsere Finanzsituation jedem Gemeindeglied auf geeignete Weise offen zu legen und verständlich zu machen, um auch die Bereitschaft zu wecken sein Geld zu geben. Dazu sollte noch im Herbst 2004 eine Besuchskampagne in den Kirchengemeinden vorbereitet werden. In diesem Zusammenhang wäre es überlegenswert, als "Prämie" für eine Lastschrifterteilung ein kostenfreies Abonnement der Kirchenzeitung anzubieten (Refinanzierung aus Kirchgeldmehreinnahmen).
2. Im Zuge der Kontaktbindung zu Nicht-Kirchenmitgliedern sowie auch opferwilligen Institutionen und Unternehmen wird vorgeschlagen, einen Verein "Förderer/Freunde der PEK" zu begründen, der bei Nicht-Kirchenmitgliedern eine Integration ermöglicht und letztlich auch Instrument für eine regelmäßige finanzielle Heranziehung ist. Dabei ist auch zu versuchen, die „Pommern“ in aller Welt für die Pommersche Evangelische Kirche zu begeistern und sie als Förderer und Unterstützer zu gewinnen. Ansatzpunke wären hier Goldene oder Silberne Konfirmationen oder die verschiedenen Heimatverbände.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines Förder-/Anvereins ist auch denkbar, die systembedingten Nichtzahler bei der Kirchensteuer – insbesondere auch die Rentner, die ja über laufendes Einkommen verfügen – in den Mitgliederkreis einzubeziehen. Ein entsprechender „Anverein“ wäre in gemeindlichen Gruppen (z.B. auch in Bezug auf Kirchenbauwerke, Friedhofsunterhaltung etc.) zu organisieren, um auch Menschen für die Gemeinden zu engagieren, die sich in den nächsten Jahren nicht den Entschluss zur Taufe haben werden, aber trotzdem sich finanziell bei den Kirchengemeinden beteiligen wollen und können.
3. Im Bereich der Immobilien- und Flächenbewirtschaftung (Vermietungs- und Verpachtungsgeschäft) erscheinen besondere Anstrengungen geboten, da es sich um eine nachhaltige Eigeneinnahmequelle handelt, die keinen oder nur geringen externen Einflüssen und/oder Schwankungen unterliegt.
In Anbetracht der auch in jüngerer Zeit gestiegenen Pachtpreise erscheint es geboten, auch in diesem Bereich Ertragssteigerungen durch Pachtzinserhöhungen vorzunehmen. Realisierbar – auch im Zuge von Neuverpachtungen – erscheint eine jährliche Steigerung von durch-schnittlich 3 bis 4 %.
Ergänzend ist auch unter Ertragsaspekten flächendeckend zu prüfen, inwieweit insbesondere für Grunddienstbarkeiten die entsprechenden Entgelte und Entschädigungen der Versorgungsunternehmen geltend ge-macht worden sind.
4. Der Aufbau finanziell selbst tragender Friedhofsverwaltung in Regionen, die verwaltbar und überschaubar sind, mit Nachdruck voranzutreiben. Dabei ist sicherzustellen, dass aus den Erträgen dieser Friedhofsverwaltungen auch Deckungsbeiträge zur Unterhaltung von mit Friedhöfen verbundenen Sakralbauten erwirtschaftet werden.
Weitere sich selbst tragende (und ggf. auch organisatorisch verselbstständigbare) Servicebereiche sollten das Auskunftswesen bei Kirchenbüchern (Ahnenforschung, Kirchenarchiv; vgl. Mecklenburg) sowie das Wohnungswesen sein.
5. Der Bereich Spenden/Opfer/Nachlässe ist substantiell zu intensivieren und zu professionalisieren. Beispiel kann hierfür die Aufstellung des Dankorts (Bethel/Diakonie) sein. Dazu ist in der landeskirchlichen Verwaltung eine Kopf- und Koordinationsstelle einzurichten. Jeder Kirchenkreis bildet in Breklum (NEK) jemanden bei einem angebotenen Kurs über Fundraising etc. aus. Im Bereich Erbschaft, Schenkung; Stiftung ist die Bereitschaft der Gemeindeglieder zu fördern, die Kirche entsprechend zu bedenken. Auf professionelle Weise ist diese Thema in der Öffentlichkeit zu benennen, um damit langfristige Finanzierungsmöglichkeit für bestimmte Arbeitszweige bzw. Gebäude zu erhalten.
7. In Verhandlungen mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern die Errichtung eines „Stundenpools“ für Pfarrer die Religionsunterrichtstunden anzustreben, ähnlich wie in anderen Landeskirchen schon praktiziert. Dadurch wird erreicht, dass unter 7 Wochenstunden nicht nur die gehaltene Stunde honoriert wird, sondern dass es eine Stellenfinanzierung geben kann.
8. Angesiedelt bei der Landeskirche sollte ein Vermarktungsbereich für die Nutzung kirchlicher Gebäude (und insbes. der Sakralbauten) für Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerte etc. eingerichtet werden. Neben dem Ziel einer (professionalisierten) Einnahmengenerierung z. B. in Partnerschaft mit Konzertagenturen etc. ist dadurch auch das Bemühen zu intensivieren, im Sinne "offener Kirchen" die von der evangelischen Kirche initiierten bzw. getragenen Angebote und Aktivitäten auszuweiten. Aus heutiger Sicht ist auch empfehlenswert, die bereits begonnenen Aktivitäten des Programms "Tourismus und Kirche" mit einem solchen Vermarktungsmanagement zu vernetzen oder sogar zu bündeln. Ggf. ist auch die Vermarktung der Ferienliegenschaften hier zu integrieren.
9. Im Bereich der EKD sollte die PEK aktiv alle Initiativen unterstützen, an neuen Bemessungsgrundlagen für die Erhebung der Kirchensteuer zu arbeiten. Entsprechende Gremien sind hier zu aktivieren.

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(3) Einsparungspotentiale / Ausgabensenkungen

Die nachfolgend vorgeschlagenen Maßnahmen berücksichtigen, dass Ausgaben-senkungen möglichst in allen Bereichen vermieden werden, aus denen negative Rückwirkungen für das Leistungsangebot und -vermögen der PEK gegenüber heutigen und potentiellen Gemeindegliedern resultieren könnten.
1. Der Hauptausgabenblock der PEK sind die Personalausgaben, und zwar gleichermaßen im eigenständigen Haushalt der Gemeindepfarrbesoldungskasse und im Haushaltsplan der PEK. Dabei sind die Beschäftigten auch eine – und vermutlich die - entscheidende Ressource bei allen Bemühungen, mit den aufgezeigten Maßnahmenblöcke wieder Stabilität zu erreichen. Insoweit erscheinen Personalreduzierungen insbesondere im kirchlichen Kernbereich – dem Verkündigungsdienst – eher kontraproduktiv, speziell auch, wenn dadurch in den flächenmäßig dünn besetzten ländlichen Regionen weitere Pfarrstellenkonzentrationen erfolgen.
In dieser Dilemma-Situation ist es in der absehbar existentiellen Kritischen Finanzsituation trotzdem unumgänglich, auch und gerade bei den Personalkosten zu Einsparungen zu gelangen. Deshalb schlagen wir vor, durch einen personalwirtschaftlichen Solidarakt der Beschäftigten mit ihrer PEK folgende Vereinbarungen anzustreben:
Die Angleichung der Bezüge auf westliches Besoldungs- bzw. Tarifniveau wird mit Wirkung für das Haushaltsjahr 2006 ausgesetzt.
Zusätzlich werden sämtliche Urlaubs- und Weihnachtsgeldbezüge spätestens ab 2006 ausgesetzt.
2. Die von der X. Landessynode verfügte Zieleinsparung im Verwaltungsbereich durch Konzentration der Kirchenverwaltungsämter soll und muss in vollem Umfang realisiert werden. Es ist in einer Entwicklungsplanung sicherzustellen, dass durch geeignete Optimierungs- und Vereinfachungsmaßnahmen – und in Folge davon durch Stellenplanreduzierung - spätestens im Haushaltsjahr 2006 das notwendige Volumen realisiert wird. In diesem Zusammenhang sollte auch vorbereitet werden, dass
- die Abrechnung des Personals an Dritte gegen Fall-/Pauschalentgelt vergeben wird (ELKM, NEK oder an private Anbieter) und dadurch zusätzliche Einsparungen von Kosten im Personalwesen realisiert werden, und
- die Bauabteilung im Kirchenamt auf möglichst 1 VBE mit Koordinations- und Vergabeaufgaben reduziert wird und einer anderen Abteilung angegliedert wird und in Verbindung damit in den Kirchenkreisen Bauberater nur auf Honorarbasis tätig werden. Diese Maßnahme scheint insbesondere auch bei einer – finanzkrisenbedingten – Reduzierung des bisher sehr hohen Bauvolumens vertretbar.
3. Es wird empfohlen, den Stellenplan B der Landeskirche zeitnah zum Haushaltsjahr 2006 aufzulösen. Im Stellenplan B bisher vorgehaltene Funktionen sind grundsätzlich zukünftig in Verbindung mit einem Ge-meindepfarramt oder einer Mitarbeiterstelle in einem kirchlichen Werk auszugestalten und mit einem aufgabenadäquaten Anteil von der Landeskirche kozufinanzieren. (Auch „Stillgelegte Pfarrstellen“ (zweite Pfarrstelle in Städten) werden dadurch besetzt, z.B. der Polizeiseelsorger besetzt die Pfarrstelle II von Kirchengemeinde XYZ und wird für den Dienst als Polizeiseelsorger anteilig mit z.B. 50% freigestellt.
4. Sämtliche Einrichtungen der Bildungsarbeit und der Dienste für die Kir-chengemeinden sollten in einem Organisationsbereich „Amtes, Stelle oder Dienststelle“ oder eines "Bildungswerkes" gebündelt werden.
5. Auch die Laienarbeit sollte unter Einsparungsaspekten – aber auch zur weiteren Mobilisierung von Gemeindeaktivitäten – weiter ausgebaut werden, um damit auch Arbeitszeit von Hauptamtlichen zu entlasten. Dabei gilt es auch, das gewachsene Denken in Aufgaben, die ausschließlich von Hauptamtlichen erfüllt werden, zu überwinden. Es sind Konzepte umzusetzen, dass die Zahl der Ehrenamtlichen steigt und diese auch die nötige Qualifikation erhalten. Es könnten zum Beispiel 15 % Prozent aller Gottesdienste durch solche ehrenamtlichen Prädikanten abgehalten werden . Hierzu wären in der PEK durch eine weitere "Qualifizierungsoffensive" für Ehrenamtliche im Verkündigungsdienst die Voraussetzungen zu schaffen. Ziel: Pro Gemeinde ein ehrenamtlicher "Pastor". In diesem Zusammenhang ist auch die stärkere Betonung von Teilzeitarbeitsformen und Job sharing-Konzepten zu bedenken
6. Zwingend erscheint zudem eine radikale Durchsicht der Immobilienbestände der Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirche. Was nicht benötigt wird, und was nicht rentabel ist, muss veräußert werden. Es darf auf keinen Fall noch Geld in nicht notwendige bzw. rentable Gebäude gesteckt werden.

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