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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Zweedorf

St. Georg Kirche Zweedorf

Die Wunde von Zweedorf kann heilen und die Würde kehrt zurück.

Zweedorf war vor dem 2ten Weltkrieg eine blühende Gemeinde und besaß seit 1335 ein Gotteshaus. Zwischen 1758 und 1760 wurde an gleicher Stelle eine neue Fachwerkkirche errichtet. Bei Kriegsende lag der Ort direkt an der Demakationslinie im 500 m Sperrbereich. Mit der Errichtung von fluchtabwehrenden Sperranlagen, mit Hundelaufgängen und Schießanlagen, war der Ort vom Westen abgeschottet und aus der DDR brauchten die Besucher einen Passierschein, der nach Willkür ausgestellt wurde. Das Ziel der Staatsführung war eine totale Entvölkerung des Dorfes. Gehöfte und Häuser wurden nach dem Ableben des letzten Bewohners dem Erdboden gleich gemacht. 1978 wurde dem Ort die letzte Würde genommen und die Kirche samt Pfarrhaus in den Dorfteich geschoben. Laut Pastor Sigurt Havemann, dem damaligen Kurator der Kirchengemeinde, wurde der Bevölkerung untersagt das Kirchengebäude zu warten. In der Folge verkam es zu einer Ruine und der Abriss wurde begründet mit einer Versteckmöglichkeit vermeintlicher Grenzübergänger.
Wolfhard Meinck, der Sohn des letzten Küsters der Kirche, war die treibende Kraft für den Neubau. Er bezichtigte die Kirchenobrigkeit der Mitschuld am Abriss und appellierte an ihr Gewissen. Ab 1992 scharte er eine Hand voll Menschen um sich und suchte nach Möglichkeiten den Mittelpunkt des Dorfes wieder herzustellen, was mit der Gründung des Kirchenbauvereins manifestiert wurde. Gegen den Wiederstand des Kirchenkreises sowie der Landeskirche aber auch einiger Bürger der beiden anderen, zur Kirchgemeinde Zweedorf zählenden, Gemeinden, wurden Planungen und Bauzeichnungen erstellt. Hartnäckig wurden Eingaben abgegeben und Stück für Stück Zugeständnisse abgerungen. 2006 wurde das Fundament auf dem der alten Kirche gegossen. 2007 wurde Richtfest gefeiert und am 4. September 2011 weihte der Landesbischof Dr. Andreas von Malzahn den Kirchenneubau und die aus Fürstenberg stammende, aufgearbeitete, Orgel.

Herr Meinck, der bis zu seinem letzten Atemzug am Aufbau der Kirche arbeitete, konnte leider an der Feier nicht mehr teilhaben, da er am 17.10. 2011 seiner schweren Erkrankung erlag.

7000 freiwillige Arbeitsstunden, Material- und Geldspenden haben den Preis niedrig gehalten. € 80.000,-- schlugen zu Buche.

Es fehlen lediglich die Prinzipalstücke wie Altar, Predigtpult und Taufbecken. Dies wird z. Zt. von der Bildhauerin Barbara Wetzel fertig gestellt und uns von der Kirchenverwaltung geschenkt, was übrigens auch bei den sakralen Kirchenfenstern des Glaskünstlers, Herrn Thomas Kuzio , der Fall war. Unser Dank gilt dem Oberkirchenbaurat Herrn Karl Heinz Schwarz und der Baubeauftragten Frau Elisabeth Gladasch, die durch das große Engagement der Gemeinde zu wahren Freunden wurden und uns mit Rat und Tat und Geldern aus verschiedenen Quellen halfen.

Was uns nun noch fehlt, ist eine Elektrifizierung der Glocken und eine Heizung, die wir z.Zt. mit teuren Heißlüftern ersetzen müssen. Aber leider sind keine Gelder mehr vorhanden! Mit einem Kirchen Cafe und kulturellen Veranstaltungen wollen wir versuchen das fehlende Geld aufzubringen.
Horst Schrecke, Vorsitzender des Kirchgemeinderates
06.03.2012