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Spendenaktion für Gefangene in der JVA Waldeck

Weihnachtspäckchen gegen die Einsamkeit

Biestower Konfirmanden packen Weihnachtspäckchen für Gefangene in der JVA Waldeck
17.12.2014 ǀ Rostock.  Weihnachten ist für Gefangene eine bedrückende Zeit. Der normale Gefängnisalltag ruht, es gibt wenig Abwechslung. Nach Hause dürfen nur wenige. Für diejenigen, die die Festtage hinter Gittern verbringen müssen, ist die Einsamkeit besonders spürbar. „Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.“ Dies biblische Zitat aus dem Matthäus-Evangelium (25,36) steht hinter der Spendenaktion von Pastor Martin Kühn. Der evangelische Gefängnisseelsorger möchte, dass die mehr als 200 Gefangenen in der JVA Waldeck ein Weihnachtspäckchen bekommen. Dafür sucht er Päckchen-Spender.

„Bei den Päckchen geht es nicht in erster Linie um den materiellen Wert, sondern um das Zeichen: Da ist jemand, der denkt an mich“, sagt Pastor Kühn. Denn aufgrund gesetzlicher Bestimmungen dürfen Strafgefangene seit 2013 selbst zu Weinachten kein Paket von ihren Angehörigen mehr zugeschickt bekommen. Daher bittet Pastor Kühn: „Wer ein Weihnachtspäckchen für Strafgefangene spenden möchte, kann dies an meine Adresse senden oder dort bis kommenden Montag abgeben: Seelsorge in der JVA Waldeck, Pastor Kühn, Zum Fuchsbau 1, 18196 Dummerstorf.“

Biestower Konfirmanden packten mit ein

Für die Spendenaktion bereits begeistern konnte der Gefängnisseelsorger die Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Biestow. Die Mädchen und Jungen packten am Dienstag (16. Dezember) im Pfarrhaus fast 40 Päckchen und hatten den Inhalt dafür von zu Hause mitgebracht. „Ich finde die Aktion gut, weil wir damit Freude bereiten“, so Pauline. Und dann zählte die 13-Jährige Konfirmandin auf, was sie in das Päckchen gepackt hatte: „eine Kerze, einen lustigen Lebkuchenmann, einen Tannenzweig und natürlich Schokolade“. Die anderen Mädchen und Jungen waren ebenso engagiert, denn alle hatten sich schon mit dem Thema beschäftigt.

„Gemeindepastorin Asja Garling hatte mich im Oktober eingeladen, damit ich in der Konfirmandenstunde etwas aus meiner Arbeit als Seelsorger erzähle. Alle haben gespannt zugehört und viel gefragt“, berichtet Martin Kühn. Da das Bild vom Gefängnis sehr von den Medien geprägt sei, habe er „exemplarisch die Lebensgeschichte einen jungen Strafgefangenen erzählt, berichtet wie er auf die falsche Bahn kam, was ihn bewegt und was er sich wünscht, wenn er die Strafe verbüßt hat und entlassen wird“. Diese persönliche Ebene sei bei seinen jungen Zuhörern angekommen.

Für den Paketinhalt gibt es Regeln

Etwas für das Gemüt, etwas für den Körper und etwas für die Seele - so könnte man den gewünschten Inhalt der Weihnachtspäckchen beschreiben, für den es allerdings bestimmte Vorschriften gibt. Konkret dürfen original verpackte Lebensmittel, Kaffee, Tee, Tabak, eine Kerze, Bücher, Süßigkeiten und ein Kartengruß – allerdings ohne Adresse - enthalten sein. Medikamente, Alkohol oder Frischfleisch dürfen nicht dabei sein. Jedes Paket wird durchleuchtet, ehe es die Gefangenen bekommen“, so Pastor Kühn, der dankbar ist, dass die Leitung der JVA Waldeck die Aktion möglich macht.
Quelle: ELKM (cme)



Pastor Martin Kühn und Gemeindepastorin Asja Garling halfen beim Einpacken
Gefängnisseelsorger Martin Kühn beim Interview mit TV Rostock