Pfarrkonvente: Pommern soll Fusion mit Berlin-Brandenburg prüfen
Greifswald (epd/ran). Die pommersche Synode wird bei ihrer Tagung Mitte Oktober möglicherweise doch noch über Alternativen zu dem jetzt geplanten Zusammenschluss mit der mecklenburgischen Landeskirche beraten. Auf Initiative der Pfarrkonvente der Regionen Greifswald-Stadt und Usedom solle ein Antrag eingebracht werden, in dem die Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der Berlin-brandenburgischen Kirche (EKBO) gefordert wird, teilte der Greifswalder Dompfarrer Matthias Gürtler am Sonntag dem epd mit.
Der derzeitige Fusionsprozess zwischen der pommerschen und mecklenburgischen Kirche gestalte sich schwieriger als vorhergesehen, hieß es zur Begründung. So müsse angesichts einer Reihe von bisher ungelösten Fragen die Option eines Zusammengehens mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz "zumindest sondiert werden". Nur auf Grund eines Vergleichs beider Optionen könne der Erfolg der Verhandlungen mit der mecklenburgischen Kirche beurteilt werden.
Wortlaut des Antrags:
Antrag: An die Synode der Pommerschen Evangelischen Kirche
Der Fusionsprozess zwischen der PEK und der ELLM gestaltet sich schwieriger als vorhergesehen.
Insbesondere der vereinbarte Zeitrahmen bleibt hinter den anfänglichen Erwartungen zurück.
Kann unter diesen Umständen eine Fusion mit der Mecklenburgischen Kirche die finanziellen Entlastungen erbringen, die ursprünglich mit der Fusion bzw. Kooperation verbunden waren?
Steht der personelle und finanzielle Aufwand bei der komplizierten Angleichung der unterschiedlichen Rechtsverhältnisse noch in einem sinnvollen Verhältnis zu den Effekten einer Fusion?
Angesichts dieser Fragen sollte auch die Option, eines Zusammengehens der PEK mit der EKBO zumindest sondiert werden. Nur auf Grund eines Vergleichs beider Optionen kann auch der Erfolg der Verhandlungen mit der Mecklenburgischen Kirche beurteilt werden.
Die Synode möge einen Ausschuss einsetzen, der solche Sondierungsgespräche mit der EKBO führt und einen Bericht erarbeitet, welcher für die Synodalen und Gemeindekirchenräte nachvollziehbare Informationen bereitstellt hinsichtlich
- der finanziellen Aufwendungen bzw. Einsparungen beider Optionen
- zu klärenden Sachfragen bei beiden Optionen
- eines möglichen Zeitplanes für ein Zusammengehen mit der EKBO
- der sich in beiden Fällen ergebenden Veränderungen für die Arbeit in den Gemeinden bzw. auf Kirchenkreisebene, insbesondere bei den Finanzen
- der Vorteile und Nachteile der jeweiligen Option (Kirchenverfassung, Beziehung zur Landespolitik, Handlungsfähigkeit der Diakonie)
Ein solcher Bericht soll der Synode auf ihrer nächsten ordentlichen Tagung vorgelegt werden.
Dieser Antrag wird unterstützt von den Regionalkonventen Greifswald Stadt und Usedom.
Eine Liste weiterer Unterstützer liegt bei.
Greifswald, den 27. September 2006
(2.10.2006) 
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