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Halm für Halm, Ähre für Ähre

Semlower Frauen flochten Erntekrone für das Landeserntedankfest

Hannelore Herzig, Waltraud Steinfurth und Ingrid Reinagl (v.li.n.re.) während der letzten Handgriffe beim Flechten der Erntekrone.
29.09.2015 ǀ Semlow.  Am Sonntag (4. Oktober) ist Semlow Gastgeber des diesjährigen Landeserntedankfests. Seit vielen Wochen und Monaten laufen dafür die Vorbereitungen. So auch für die aus Getreidehalmen und -ähren per Hand geflochtene Erntekrone, die zu den unverzichtbaren Schmuckelementen des Erntedankfestes zählt. Mit viel Ausdauer und Eifer haben Semlower Frauen die Halme verwoben. „Das hat länger gedauert, als ich dachte“, gibt Waltraud Steinfurth zu. Sie zählt mit Hannelore Herzig und Ingrid Reinagl zu den ehrenamtlich tätigen Frauen, die sich an insgesamt drei Tagen im Gemeinderaum des Pfarrhauses oder im Pfarrgarten jeweils für rund drei Stunden trafen, um Getreidehalm für Getreidehalm an ein geschweißtes Drahtgestell zu binden. Nach und nach entstand so durch aufwendiges Verknüpfen der einzelnen Halme die eindrucksvolle Erntekrone, die Gäste des Landeserntedankfests am 4. Oktober in der Semlower Kirche bewundern können.

Semlow leuchtet gelb und lila

„Die beteiligten Frauen stammen alle aus der früheren Semlower Kreativgruppe und gehören alle zur Generation 60plus“, sagt Doris Geier, Mitinitiatorin des Erntekronenflechtens, mit einem Schmunzeln. Den Tatendrang schmälere das allerdings nicht. Mit viel Schwung und Erfahrung sind die Frauen dabei. Schließlich ist es nicht die erste Krone, die sie knüpfen. Zwar nutzen sie das gleiche Gestell wie sonst, doch wird die Erntekrone deutlich voluminöser als in den Vorjahren. Und das passt ja auch ganz gut, schließlich steht die Krone in diesem Jahr stellvertretend für den Dank des gesamten Bundeslandes. „Wir hatten noch nie so viel Material zur Verfügung“, sind sich die drei Frauen einig. Erstmals sei nun auch Hafer dabei, so dass alle vier Getreidearten in der Krone vereint sind, wie es der Tradition entspricht. „Den Hafer haben wir extra aus Petersdorf importiert“, scherzt Hannelore Herzig. Die letzten Handgriffe sind am schwierigsten, wenn es gilt, einen nahtlosen Übergang zu flechten, erklärt Waltraud Steinfurth. „Zum Schluss knüpfen wir noch gelbe und lilafarbene Schleifen an die Erntekrone. Das sind die Farben des Semlower Landeserntedankfestes, die sich auch im Schmuck der Dorfstraßen überall wiederfinden.“

Blumen für die Kirchenbänke

Nicht nur die Erntekrone ist nun fertig, auch die vielfarbigen Blumensträuße aus Trockenblumen, die zum Erntedankfest die Bänke der Semlower Kirche schmücken werden, sind sämtlich gebunden. Zu verdanken ist das Inge Vogt und Siegrid Schuhmacher, die geduldig und unermüdlich die Blumen zu kleinen Sträußen gebunden haben. „Schließlich bekommen die Sträuße noch eine Halterung, damit die Blumen auch an den Kirchenbänken halten“, so Doris Geier. „Die Vorbereitungen für das Landeserntedankfest bringen die Semlower näher zusammen. Seite an Seite kreativ zu sein und die Menschen ganz nach ihren Fähigkeiten in so ein Projekt einzubinden, das stärkt den Zusammenhalt in der Kirchengemeinde und in der Dorfgemeinschaft gleichermaßen“, sagt Doris Geier und lädt gemeinsam mit allen an den Vorbereitungen Beteiligten sowie im Namen der Kirchengemeinde herzlich zum Landeserntedankfest nach Semlow ein. 
Quelle: PEK (sk)




Doris Geier, Inge Vogt und Siegrid Schuhmacher (v.l.n.r.) binden aus Trockenblumen kleine Sträuße, mit denen am Erntedanksonntag die Kirchenbänke geschmückt werden.
Diese bunten Sträuße aus Trockenblumen schmücken am 4. Oktober zum Landeserntedankfest die Bänke in der Semlower Kirche.