 |
 |


Dr. Thomas Plappert (li.) und Dr. Lutz Fischer (re.) Fotos: Neumann
|
 |


Anflug der Retter zum Verunglückten
|
 |


Absprung ins Wasser
|
 |


Landung auf dem Seenotkreuzer
|
 |


Anfahrt an die Rettungsinsel
|
Großes Seenotrettungstraining auf dem Greifswalder Bodden
Greifswalder Oie (rn). „Wir können uns bei einem Ernstfall nur wünschen, daß alles in gleicher Weise abläuft.“ So bilanzierte Dr. Lutz Fischer, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes am Universitätsklinikum Greifswald, die große Seenotrettungsübung am Dienstag vor der Insel Greifswalder Oie.
Gemeinsam mit Einsatzkräften der Landespolizeifliegerstaffel aus Rostock-Laage und des Katastrophenschutzes von Mecklenburg-Vorpommern wurde die Rettung und Bergung von Verunglückten im ufernahen Bereich trainiert. Daran beteiligten sich außerdem Piloten der DRF Luftrettung, Rettungsschwimmer der Greifswalder Berufsfeuerwehr, Notärzte des Universitätsklinikums sowie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) unter anderem mit dem Seenotrettungskreuzer „Wilhelm Kaisen“, der in Saßnitz stationiert ist.
Der reibungslose Ablauf der an der Rettung beteiligten Stellen wurde immer wieder geübt: Anflug des Hubschraubers auf einen Verunglückten, im Wasser treibenden Menschen - zuvor war ein Schwimmer der Berufsfeuerwehr Greifswald als Verunglückter ins neun Grad kalte Wasser gesprungen - dann das Abspringen des Retters der Berufsfeuerwehr und Bergung des Verunglückten in einer Rettungsinsel. Der Hubschrauber landete dann auf dem Seenotrettungskreuzer und setzte den Notarzt ab. Inzwischen kam ein Schiff der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zur Rettungsinsel, nahm Opfer und Helfer auf und brachte sie zum Seenotkreuzer, wo der Notarzt wartete.
Dr. Fischer beschrieb die Präzision mit der solche Rettungsaktionen ablaufen müssen: „in der richtigen Höhe, an richtiger Stelle und mit richtigem Wind muß der Rettungsspringer vom Hubschrauber abspringen.“ Es ging bei dieser Übung nicht nur um die sichtbaren Abläufe auf See sondern auch um die reibungslose Koordination dieser Rettungsmaßnahmen im Hintergrund.
An der Rettungsübung trainierten vier Piloten, sieben Rettungsschwimmer, fünf Rettungsassistenten und drei Notärzte. Erstmals dabei war auch ein Hubschrauber der Landespolizeifliegerstaffel in Rostock-Laage. Er hatte auch eine Seilwinde dabei, um einen Retter abzuseilen und ihn mit dem Verunglückten wieder heraufzuziehen. Dr. Fischer sagte, daß der Greifswalder Rettungshubschrauber „Christoph 47“ bisher leider noch keine Winde habe, da sie allein im ersten Jahr etwa eine halbe Million Euro koste. „Das Teuerste dabei ist die Schulung mit den Winschübungen,“ meinte er.
Dr. Thomas Plappert, Notarzt an der Hanseklinik Wismar, bedauerte, daß es noch keinen fest installierten Rettungshubschrauber mit ärztlichem Personal in Westmecklenburg gäbe. Ein Luftrettungsstützpunkt sei nötig, da „wir in 20 Minuten am Unglückspunkt sein müssen, sonst ist es im Wasser zu spät.“ Auch die zunehmende Attraktivität des Wassersportes sei ein Problem, „denn es kommen immer mehr Touristen und zugleich unerfahrene Touristen zu uns.“ Allein im letzten Jahr habe es sechs Tote in diesem Küstenabschnitt gegeben. Plappert beschrieb die Aufgabe für die Planung eines Luftrettungsstützpunktes bei Wismar: „Nur ein Seil an der Winsche herunterlassen genügt nicht. Wir brauchen medizinisch geschultes Personal und Koordination in sehr kurzer Zeit an Ort und Stelle.“
Der Greifswalder Rettungshubschrauber „Christoph 47“ wurde 2009 so häufig wie niemals zuvor alarmiert. Im vergangenen Jahr leistete er 1.359 Einsätze, teilte die DRF Luftrettung mit. Einsatzorte bis 50 km kann der 250 km/h schnelle Hubschrauber in 15 Minuten erreichen. Bundesweit setzt die DRF Luftrettung an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfalleinsätze und Transporte von Intensivpatienten ein.
Die Übung zeigte, welch großer Einsatz hinter den Kulissen stattfindet, der dann im Notfall schnell aktiviert werden kann. Dr. Fischer meinte, daß nun noch die Auswertung der Abläufe erfolgen würde und zeigte sich bei der Heimfahrt zum Hafen Peenemünde sehr zufrieden: „Aus meiner Sicht war es ein Training, wie wir es erwartet haben und es gab keine Besonderheiten und Zwischenfälle.“ (5.5.2010)

 |


Hilferuf durch Signalfackel
|
 |


Rettung durch die Seilwinde
|
 |


Die Einsatzkräfte vor Ort
|
|


 |


Die Rettungsinsel
|
 |


Bergung durch die Seenotretter
|
 |


Alles unter aufmerksamer Beobachtung von vielen Journalisten
|
|


|