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Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

Schweriner Tagung schlägt Brücke zwischen drei Jahrzehnten

13.06.2019 ǀ Schwerin.  „Sich erinnern, Kraft schöpfen, Lösungen suchen“ – unter diesem Motto wird an diesem Freitag (14. Juni) an die Ökumenischen Versammlungen 1989 erinnert. Die Treffen vor 30 Jahren in der damaligen DDR wurden zu Wegbereitern der Friedlichen Revolution. Die Veranstaltung beginnt um 12.30 Uhr in der Thomaskapelle des Schweriner Doms. Um 15 Uhr ist zu einem Friedensgebet geladen, an dem auch die Mitglieder der Kirchenleitung der Nordkirche mit Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt teilnehmen.

„Vor 30 Jahren stellten sich Menschen in den Kirchen den gesellschaftlichen Herausforderungen. Wir diskutierten neue Wege zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“, erinnert sich Heiko Lietz, selbst Delegierter der Ökumenischen Versammlung 1989. „Das weckte unser Verantwortungsbewusstsein und stärkte uns schließlich, Ende 1989 auf die Straße zu gehen.“ Mit der öffentlichen Schweriner Tagung solle zum einem daran erinnert, aber ebenso nach der aktuellen Bedeutung der Ereignisse und Texte „von damals“ gefragt werden.

Auf dem Programm, das ab 16.15 Uhr im Schleswig-Holstein-Haus fortgesetzt wird, stehen u.a. Berichte von Zeitzeugen wie Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter und Altpräses Heiner Möhring. Dr. Katharina Kunter wird in ihrem Impulsvortag auf das Jahr 1989 mit der Ökumenische Versammlung in den Kirchen in der DDR zurückblicken und der Frage nachgehen, was davon bleibt. Mit einem kleinen politischen Spaziergang zeichnet Heiko Lietz die Friedliche Revolution in Schwerin nach.

Auf die Texte der 3. Ökumenischen Versammlung, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hätten, geht Prof. Dr. Konrad Raiser in seinem Vortrag ein. Mit Blitzlichtern von Menschen aus Ost und West, die auf die Frage nach Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung heute blicken, klingt die Tagung aus, bevor Kirchenleitung der Nordkirche zu einem Empfang einlädt. Dabei wird Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt die Themen und Perspektiven der Schweriner Tagung in einer Tischrede bündeln.

Im Vorfeld der Tagung sagte die Landesbischöfin: „Wenn wir nach 30 Jahren zurücksehen ist das deutlich mehr als ein Zurückschauen auf historisch gewordene Zeiten. Denn der Einsatz für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ist in keiner Weise ein historisch hinter uns liegender Prozess. Als Menschheit, insbesondere als Menschheit der nördlichen und westlichen Hemisphäre, schicken wir uns an, das Leben auf dieser Erde zu zerstören. Wir schicken uns an, Gottes geliebten Geschöpfen, und mit ihnen uns selbst, die Lebensgrundlage zu entziehen. Heute, im Jahr 2019, müssen wir uns noch dringlicher als schon vor 30 Jahren fragen lassen, ob wir diese Welt und alles Leben auf ihr wirklich als Gottes Schöpfung, als sein Eigentum, betrachten. Als Schöpfung, die für unser Geld nicht zu haben ist. Aber die wir um dieses Geldes willen zerstören.“

Veranstalter der Tagung sind die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg, der Pommersche Evangelische Kirchenkreis, die Evangelische Akademie der Nordkirche und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.
Quelle: ELKM (cme)


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