Fundraising – schon biblisch?!
Jesus erhielt Unterstützung von wohlhabenden Nachfolgern und Nachfolgerinnen und hatte offensichtlich keine Probleme damit, diese Unterstützung anzunehmen (Lk 8,1-3).
Der Apostel Paulus organisiert in seinen Gemeinden eine umfassende Kollekte für die Armen in der Jerusalemer Urgemeinde (2. Kor 8 und 9). Er versteht diese als konkretes Zeichen für den Zusammenhalt von unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Gemeinden, die doch der Glaube an den einen Herrn Jesus Christus eint. Die Begeisterung für die „Sache Jesu“ beinhaltet nach paulinischer Auffassung fast automatisch einen Finanzausgleich zwischen arm und reich. Neben der gegenseitigen materiellen Unterstützung fordert der Apostel zudem, dass jeder Mensch sich mit den ihm eigenen Begabungen, in das Leben der Gemeinde einbringt (Röm 12,3-8). Gemeindeaufbau erfolgt demgemäß gabenorientiert.
Bibel und Fundraising – einige Beobachtungen:
- Wirtschaftliches Handeln ist immer in das Wirtschaftssystem und die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten der jeweiligen Zeit eingebunden (vgl. 2. Mose 22,24; 5. Mose
26,12und Markus 12,13-17).
- Bei aller Offenheit im Umgang mit Geld, Besitz und ökonomischer Macht ist die Gottesbeziehung das entscheidende Kriterium für alles Wirtschaften (vgl. Amos 8,4-7, Matthäus 6,24 und Lukas 10,7).
- Es ist eben diese Gottesbeziehung, die zur sozialen Verantwortung für die Benachteiligten und damit für das Gesamtwohl der Gesellschaft verpflichtet (vgl. Jeremia 29,7).
Insgesamt folgt daraus:
In ihrem gesamten wirtschaftlichen Handeln - und damit auch im Bereich des Fundraising – muss Kirche ihr Handeln an den Inhalten ihrer Verkündigung messen
lassen.
Die Einwerbung von Mitteln und Ressourcen geschieht treuhänderisch im Namen Jesu Christi. Fundraising ist also nicht Selbstzweck, sondern hat doppelt dienende Funktion: Es dient unserem Herrn Jesus Christus und dem Aufbau seiner Gemeinde. 
|