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Viele neue Glocken in Mecklenburg

Schöner die Glocken bald klingen

Von Anne-Dorle Hoffgaard

Glockenguss für die St. Johanniskirche in Neukalen
22.12.2019 ǀ Schönberg.  Für Mecklenburg war 2019 ein gutes Glockenjahr. So gibt es am heutigen 4. Advent für die evangelische Kirchengemeinde Schönberg (Kreis Nordwestmecklenburg) etwas zu feiern. Das neue Vierer-Geläut der St. Laurentius-Kirche aus zwei neuen und zwei historischen Bronzeglocken wird in einem festlichen Gottesdienst (14 Uhr) eingeweiht. Im Jahre 1917 waren zwei der vier Glocken beschlagnahmt, vom Turm geholt und für Kriegszwecke eingeschmolzen worden. Die beiden noch erhaltenen von 1601 und 1728 gelten als sehr wertvoll. Die neuen Glocken waren 2019 gegossen worden, die kleinere sogar unter großer öffentlicher Anteilnahme auf dem Kirchplatz in Schönberg.

So wie in Schönberg erfüllten sich im zu Ende gehenden Jahr auch anderswo in Mecklenburg langgehegte Glockenträume von evangelischen Kirchengemeinden. Am 1. Advent (1. Dezember) wurden in der Dorfkirche in Rethwisch (Landkreis Rostock) zwei neue Glocken feierlich in Dienst gestellt. Sie ersetzen zwei Glocken, die 1942 zu Kriegszwecken eingeschmolzen wurden. Die älteste Glocke von 1412 ist erhalten geblieben.

Eine neue Glocke gab es in diesem Jahr für die Lübtheener Stadtkirche (Kreis Ludwigslust-Parchim), drei Glocken für die St. Johanniskirche in Neukalen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte), vier Glocken für die Stadtkirche in Teterow (Landkreis Rostock). Für die Stadtkirche Hagenow (Kreis Ludwigslust-Parchim) wurden sogar fünf Glocken gegossen. Sie sollen am 2. Februar eingeweiht werden.

In der Regel gibt es Spendenaktionen, um ein neues Geläut zu beschaffen. So sammelt derzeit ein Förderverein Geld für zwei neue Glocken der Dorfkirche in Kirch Stück (bei Schwerin). In Bützow (Landkreis Rostock) engagiert sich ebenfalls ein Förderverein für drei neue Glocken. Und in Tessin (bei Rostock) gibt es Träume, dass die gotische St. Johanniskirche zum 800. Stadtjubiläum 2021 wieder drei Glocken haben wird.

Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele historische Kirchenglocken im 20. Jahrhundert zu Kriegszwecken in Mecklenburg eingezogen wurden. Teilweise wurden sie später durch Stahlglocken ersetzt. Da diese aber nur eine Lebensdauer von 70 bis 90 Jahren haben, müssen sie mittlerweile häufig ersetzt werden.

Manche mecklenburgische Kirche profitiert auch davon, wenn anderswo Kirchen entwidmet und geschlossen werden. So verschenkte die evangelische Kirchengemeinde Moers-Meerbeck vom Niederrhein drei Glocken in den Kreis Mecklenburgische Seenplatte: Je eine kam nach Kieve, nach Melz und nach Schwandt.

Die Schweriner Paulskirche bekam in diesem Jahr fünf Bronzeglocken aus dem Jahr 1968 von der evangelischen Kirchengemeinde Neheim (Nordrhein-Westfalen) geschenkt, die im Oktober 2018 eine ihrer beiden Kirchen entwidmet hatte. Das Geläut aus Neheim soll die drei Eisenglocken ersetzen, die 1955 in die Paulskirche kamen.
Quelle: epd

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