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In vielen Kunst- und Kulturführern verzeichnet

Schliemann-Pavillon in Kalkhorst restauriert

19.04.2017 ǀ Kalkhorst.  Der "Schliemann-Pavillon" im Pfarrgarten der mecklenburgischen Ostsee-Gemeinde Kalkhorst ist nach mehrmonatiger Sanierung fertiggestellt. Mit einer Feierstunde wird der Garten-Pavillon am Mittwoch (19. April, 11 Uhr) wieder eröffnet, kündigte die Gemeinde an. Künftig sollen hier kleinere Kulturveranstaltungen stattfinden. Eine Ausstellung im Inneren des Pavillons dokumentiert die Sanierung.

Als Kind hat Troja-Entdecker Heinrich Schliemann (1822-1890) gut anderthalb Jahre im mecklenburgischen Kalkhorst gelebt. Im Pavillon des Pfarrgartens soll er als Schüler eifrig Latein gelernt haben, um sich auf das Gymnasium vorzubereiten. Rund 200 Jahre alt ist der Pavillon, hat ein Bauforscher herausgefunden. Der älteste Balken stammt aus dem Jahr 1805.

In den letzten Jahren verfiel der Gartenpavillon im "Klützer Winkel" zusehends. Am Ende waren zwei Fenster kaputt, die Tür hing in den Angeln, der linke Türbalken fehlte ganz und der rechte war vom Wurm angefressen. Knapp 80.000 Euro hat der Umbau gekostet. 65.000 Euro kamen aus dem EU-Programm für ländliche Räume. Derzeit sammelt die Gemeinde noch Spenden, um ihren Eigenanteil von 14.000 Euro aufzubringen.

Viele Touristen lockt der kleine achteckige Pavillon nach Kalkhorst an. Der Fachwerkbau ist zwar nur knapp zehn Quadratmeter groß, ist aber in vielen Kunst- und Kulturführern verzeichnet. Ob Schliemann hier tatsächlich eifrig Latein gelernt hat, ist allerdings historisch nicht belegt. Fakt ist, dass der Pfarrerssohn aus Neubukow als Neun- und Zehnjähriger hier bei Onkel und Tante gelebt hat, nachdem seine Mutter verstorben war. Da liegt es zumindest nahe, dass er den schönen Platz im Pfarrgarten auch zum Lernen genutzt hat.

Spenden für Schliemann-Pavillon: Ev. Kreditgenossenschaft, Stichwort Schliemann-Pavillon, IBAN: DE17 5206 0410 0005 3807 74.
Quelle: epd