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Kirchengemeinde Witzin

Älteste Orgel Mecklenburgs wird erst 2016 wieder eingeweiht

Dorfkirche Ruchow
13.08.2015 ǀ Ruchow.  Die älteste Orgel Mecklenburgs, das 340 Jahre alte Instrument der Dorfkirche von Ruchow bei Güstrow, soll erst im Juni 2016 wieder eingeweiht werden. Ursprünglich war geplant, sie Ende September 2015 wieder in Gebrauch zu nehmen. Das Instrument wird seit Oktober 2014 in Dresden restauriert. Da der Restaurator zwischendurch krank war, werde das Instrument erst im Oktober fertig und soll dann im Altarraum der Ruchower Dorfkirche aufgebaut werden, sagte Stefanie von Laer vom Förderverein dem epd am Mittwoch in Tieplitz. Wenn auch mit Einschränkungen wird die Orgel voraussichtlich im Heiligabend-Gottesdienst (24. Dezember) wieder erklingen.

Die Ruchower Orgel war seit 1995 nicht mehr spielbar. Sie besteht eigentlich aus zwei Instrumenten, da das aus dem Jahr 1675 stammende Orgelpositiv des Hamburger Orgelbauermeisters Joachim Richborn 1796 mit einer größeren Orgel umbaut worden ist. Im Zuge der laufenden Restaurierung entstehen zwei Orgeln. Die alte Kleinorgel von 1675 wird in Dresden restauriert, die jüngere, größere Orgel in Lübeck ergänzt.

Weil das jüngere Instrument in einem relativ schlechten Zustand gewesen ist, dauere seine Restaurierung bis Ende 2015, sagte Laer. Spätestens im Februar 2016 kehrt das Instrument dann nach Ruchow zurück und wird dann seinen Platz auf der Empore erhalten. Wegen der niedrigen Temperaturen in der Kirche sollen beide Klangkörper erst im Juni gemeinsam eingeweiht werden.

Nach Angaben von Stefanie von Laer wird Nordkirchen-Landesbischof Gerhard Ulrich die beiden Orgeln am 4. Juni 2016 in einer Andacht (15 Uhr) wieder in Dienst stellen. Seine Teilnahme zugesagt habe auch schon der ehemalige Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Angestrebt werde, das Alexander von Schaumburg-Lippe auf dem Orgelpositiv ein Stück spielt. Er ist ein direkter Nachfahre von Juliane von Schaumburg-Lippe, die im benachbarten Tieplitz lebte und die Orgel 1796 aus der Schlosskirche Bützow nach Ruchow holte. In Tieplitz hatte die Adelsfamilie nach der Französischen Revolution Zuflucht gefunden.

Die Gesamtkosten der Restaurierung werden sich um etwa 7.000 Euro auf 247.000 Euro erhöhen. Der Bund fördert das Projekt mit 175.000 Euro, weil das Ruchower Instrument wegen seines Alters von nationalem Interesse ist. Außerdem gibt es von Joachim Richborn nur noch drei Orgelpositive, und das von Ruchow ist am besten erhalten. Die anderen beiden Instrumente stehen in der Lübecker Jakobikirche und im schwedischen Skoloster. Mit jeweils über 20.000 Euro beteiligen sich das Land Mecklenburg-Vorpommern und die evangelische Nordkirche an den Kosten. Etwa 7.000 Euro fehlten noch, sagte Laer.
Quelle: epd