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Rostock Sankt Marien Kanzel

Restaurierte Kanzel

Kanzel während der Restaurierung

Restauriertes Detail

Kanzel vor der Restaurierung

Rostock Sankt Marien von außen

Abschluss der Restaurierung der Kanzel

Abschluss der Restaurierung der Kanzel


Das Gutachten der kunsthistorischen Recherche für die Restaurierungsarbeiten an der Kanzel in der St.-Marien Kirche in Rostock wurden 2015 mit 3.500 € unterstützt. 170.800 € ist die Gesamtsumme der Restaurierungskosten.
Vor 440 Jahren wurde in St. Marien die „Reformations“-Kanzel erbaut. Die Restaurierung hat nun begonnen.

Der hölzerne Kanzelkorb am südöstlichen Vierungspfeiler trägt die Zahl „1574“. Über eine Außentreppe wird die erhöhte Plattform, umrandet durch eine geschlossene Brüstung, erreicht. Dort oben stand der Pastor wie auf einer Rednertribüne und predigte den Gottesdienstbesuchern. Allen sichtbar, konnte er auch fast alle sehen und er wurde besser gehört.

Das Kanzelbauwerk wurde im Renaissancestil sehr umfangreich verziert. In Nischen der Brüstung wurden wichtige christliche Szenen wie „Geburt Christi“, „Abendmahl“ und „Kreuzigung“ als Figurengruppen dargestellt.
Das Gesamtkunstwerk Kanzel mit dem später zugefügten barocken Schalldeckel von 1723 war nach über vierhundert Jahren verschmutzt, verschlissen und beschädigt.

Anläßlich fünfhundert Jahre Reformation 2017, achthundert Jahre Rostock 2018 soll die Restaurierung dieses Kunstobjekts der materielle Beitrag in der Marienkirche zu diesen Jubiläen sein.

Im Verbund mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und OstseeSparkasse, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Rudolf-August-Oetker-Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege hat die Stiftung St.-Marien-Kirche zu Rostock bisher durch Spenden die große Summe von 140.000,00 € aufgebracht.

Im Frühjahr 2014 haben die Restauratoren Fred Kluth und Marcus Mannewitz mit den Arbeiten begonnen. Sie trafen gleich zu Anfang auf Schwierigkeiten und neue, interessante Sachverhalte. Sie stellten fest, dass in der Vergangenheit die Kanzel mit Holzschutzmitteln behandelt worden war. Das erforderte eine Veränderung des Restaurierungskonzepts und erforderte höheren Aufwand.
Interessant war ebenfalls, dass in den Bildnischen „Kreuzigung“ und „Geburt Christi“ Figuren aus Ton hergestellt waren und nicht geschnitzt wurden. Die Skulpturen waren so angemalt, dass sie nicht von den hölzernen unterscheidbar waren. Die Restauratoren müssen herausfinden warum und wann diese Eingriffe in das Kunstwerk erfolgten. An verdeckter Stelle wurden vier geschnitzte Portraitmedaillons junger Männer entdeckt. Waren es die Gesellen des Holzschnitzers, die sich so verewigten? Sehr viel Arbeit liegt noch vor den Restauratoren, auch wenn es scheint, dass 2017 noch weit weg wäre.