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Johannes Bugenhagen

Reformatorische Wende

Martin Luther: De captivitate Babylonica ecclesiae preaeludium (1520)
Kirche Kartlow. Foto: Garbe
Die Kirchenmusikerin Prof. Annelise Pflugbeil erhielt am 28.5.2013 die Bugenhagenmedaille, die höchste Auszeichnung der Nordkirche
Bugenhagens Hinwendung zur Reformation erfolgte im Jahre 1520. Seit 1517 hatte das „lutherische Lärmen“, wie Luther die damaligen Vorgänge einmal genannt hat, begonnen. Im Herzogtum Pommern hat man spätestens 1518 davon gehört. Ende Oktober/Anfang November 1520 traf sich die Treptower Geistlichkeit im Hause des Pfarrherrn von Marien, Otto Slutow. Der dabei die ihm soeben aus Leipzig geschickte Schrift Luthers „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ präsentierte. Hierin unterzog Luther auf Grundlage des Neuen Testaments die in der Sakramentslehre und –praxis verankerte Macht der römischen Kirche einer Kritik. Bugenhagen gab zu verstehen, daß diese Schrift für ihn die greulichste Anfeindung der Kirche und ihr Verfasser als der ärgste und schändlichste Ketzer sei, den es in der Kirche Christi jemals gegeben habe.
 
Doch die mehrtägige gründliche Auseinandersetzung mit dieser Schrift kehrte Bugenhagens Urteil völlig um. Nach etlichen Tagen habe Bugenhagen „mit Frohlocken“ vor der Treptower Geistlichkeit gesagt: „Was soll ich euch viel sagen? Die ganze Welt ist verblendet und in die äußerste Finsternis verstrickt. Dieser einzige Mann sieht allein die rechte Wahrheit.“
 
Bugenhagens Zuwendung zur Reformation wurde der Auslöser für die reformatorische Wende der Mehrzahl seiner Kollegen in Treptow a.d. Rega und Belbuck.


Zum nächsten Teil: Aufbruch nach Wittenberg