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Das Kirchenjahr

Reformationstag

Der Reformationstag wird von evangelischen Christen in Deutschland am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert.
 
Der Begriff Reformation bezeichnet die kirchliche Erneuerungsbewegung, die im 16. Jahrhundert von Deutschland ausging und Europa grundlegend veränderte. Den Anfang der Reformation markiert der legendäre Thesenanschlag des Augustinermönchs Martin Luther (1483-1546) an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg im Jahr 1517.
 
Das Anliegen Luthers, der von der Suche nach einem gnädigen Gott getrieben war, war die Erneuerung der katholischen Kirche und deren Rückkehr zu ihrem geistigen Ursprung, der Botschaft des Evangeliums. Ein zentrales reformatorisches Anliegen war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel in der Landessprache.
 
Gegen den Ablasshandel
 
Mit seiner Theologie erteilte Luther aber auch dem mittelalterlichen Ablasshandel und der Heilsvermittlung durch die katholische Amtskirche eine Absage. Als führende Köpfe der Reformation gelten neben Luther vor allem Johannes Calvin (1509-1564) und Huldrych Zwingli (1484-1531). Der Reformation schloss sich eine breite gesellschaftliche Bewegung an, in der sich Vertreter aller Stände - vom Adel bis zu den Bauern - im Kampf gegen die Papstkirche zusammentaten.
 
Die Evangelische Kirche ensteht
 
Die Ausbreitung der Reformation war von sozialen Unruhen begleitet, wie sie etwa in den Bauernkriegen zum Ausdruck kam. In ihrem weiteren Verlauf führte die Reformation zu Machtkämpfen zwischen katholischen Landesfürsten und Territorialherrschern, die sich der neuen reformatorischen Bewegung anschlossen. Es kam zu einer territorialen Aufspaltung. Weil die mittelalterliche Papstkirche eine Reform verweigerte, kam es zudem zu der von Luther zunächst nicht beabsichtigten Bildung der lutherischen und auch reformierten Kirchen. Die Fronten waren so verhärtet, dass sich das Christentum in verschiedene Bekenntnisse spaltete.
 
Weltweit gibt es heute rund 400 Millionen Protestanten. In jüngster Zeit gibt es zwischen katholischer und evangelischer Kirche wieder Annäherungen, wie etwa die 1999 in Augsburg von Lutherischem Weltbund und der katholischen Kirche unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre". Annäherungswünsche der Protestanten im Blick auf ein gemeinsames Abendmahl werden jedoch bislang von der katholischen Kirche abgelehnt.

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