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Verleihung des Titels "Reformationsstadt Europas"

Bischof Abromeit: "Reformationsjubiläum verbindet unterschiedlichste Akteure"

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Generalsekretär der GEKE, Bischof Dr. Michael Bünker aus Wien und der Greifswalder Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder
17.03.2017 ǀ Greifswald.  Greifswald ist "Reformationsstadt Europas". In einem Festakt im Greifswalder Rathaus erhielt die Universitäts- und Hansestadt am Donnerstag (16. März) diesen Titel. Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagte in seinem Grußwort: "Als pommerscher Bischof freue ich mich doppelt: Denn zum einen wird damit dokumentiert, dass Greifswald und Pommern insgesamt eine bewegte Reformationsgeschichte haben. Zum anderen wird gewürdigt, mit welchem Engagement viele Greifswalderinnen und Greifswalder in diesem Jahr das Reformationsjubiläum feiern."

Den Titel "Reformationsstadt Europas" verleiht die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Deren Generalsekretär, Bischof Dr. Michael Bünker aus Wien, überreichte in dem Festakt dem Greifswalder Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder die Urkunde. Greifswald ist damit eine von 81 Städten in Europa, die diesen Titel tragen, und bislang die einzige Stadt in der Nordkirche. Bischof Bünker begründete die Entscheidung vor allem mit dem Zusammenwirken von Stadt, Kirche, Universität, Theater, Schulen und anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen beim Reformationsjubiläum.

Der Greifswalder Bischof der Nordkirche lobte in seinem Grußwort dieses mannigfaltige Engagement unterschiedlichster Akteure: "Konfessionsübergreifend geschieht hier etwas, wofür ich dankbar bin." Als Beispiele nannte Abromeit die Ausstellung "Luthers Norden" ab Mai im Pommerschen Landesmuseum, die Greifswalder Bachwoche mit dem Schwerpunkt Reformation, ein Bugenhagen-Musical, den Ökumenischen Kirchentag Vorpommern in Greifswald und das Nordkirchenschiff, das von Greifswald aus aufbricht.

Die Beschäftigung mit dem Ursprung und den Themen der Reformation könne für die Region ein heilsamer Impuls sein: "Gerade hier, an der Peripherie, in einem durch die schrecklichen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges auf ein Drittel verkleinertem Pommern, in dem die alte Identität kaum vernarbt ist und immer noch schmerzt, tut sich etwas. Viele Menschen fragen danach, was die Reformation verändert und bleibend gebracht hat."

Beim Festakt sprachen auch der Reformationsbeauftragte der Nordkirche, Dr. Daniel Mourkojannis, sowie der parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann. Thomas Kuhn, Greifswalder Professor für Kirchengeschichte, hielt einen Fachvortrag zum Thema Reformation.

Die Universität Greifswald, die Greifswalder Kirchengemeinden, das Theater Vorpommern, das Pommersche Landesmuseum und das Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald haben seit 2014 als "AG 2017" für Greifswald ein Programm zu 500 Jahren Reformation koordiniert.
Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)

Weitere Informationen unter: www.reformation-greifswald.de