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Ostsee-Strandkörbe für Wittenberg

Propst Haerter: Der Geschmack der Unendlichkeit

Begleiteten den Reisestart der 16 Strandkörbe in Heringsdorf (v.li.n.re.): Kai Becker, Vorsteher des Diakoniewerks Bethanien, Pastor Klaus-Peter Weinhold (Kirchengemeinde Ahlbeck/Usedom), Usedom Tourismus-Geschäftsführer Thomas Heilmann, Pastorin Beate Kempf-Beyrich (Kirchengemeinde Heringsdorf-Bansin), Ulrich Schmidt, Tourismusexperte der Nordkirche, Propst Andreas Haerter und Pastorin Bettina Morkel (Kirchengemeinde Koserow).
11.05.2017 ǀ Heringsdorf.  In Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom sind am Donnerstag 16 Strandkörbe für ihre Reise nach Wittenberg zur "Weltausstellung Reformation" übergeben worden. Die norddeutschen Strandmöbel bleiben vom 20. Mai bis 10. September in Wittenberg. Sie werden einzeln und in Gruppen im gesamten Stadtgebiet aufgestellt.

„Die Aktion ‚Reformation im Strandkorb‘ ist eine tolle Idee“, sagte der Pasewalker Propst Andreas Haerter bei der Übergabe. „Die Strandkörbe werden die Kirche im Norden in Wittenberg gut vertreten“, ist sich Andreas Haerter sicher. Es gebe kein besseres Symbol für die Seite des Lebens, die von Besinnung und Erholung bestimmt ist, als Strandkörbe. „Der Blick aus einem Strandkorb auf das Meer ruft den Geschmack der Unendlichkeit hervor.“ Ein Strandkorb wecke die Sehnsucht nach Ruhe und geistiger Versenkung, so der Propst, der die Hoffnung äußerte, dass die Strandkörbe in Wittenberg viele Menschen an die Küste locken werden.

Das Evangelische Diakoniewerk Bethanien Ducherow produziert die Hälfte der insgesamt 32 Strandkörbe, die in Wittenberg das Zusammenwirken von Kirche und Tourismus versinnbildlichen werden. Die andere Hälfte wurde in der Strandkorbmanufaktur im schleswig-holsteinischen Meldorf gebaut. Gestaltet sind die Strandkörbe in einem einheitlichen Nordkirchen-Design. Versehen sind sie zudem mit dem Logo „Reformation 500+“ sowie mit dem Logo des jeweiligen Partners.

"Wir produzieren an mehreren Standorten"

Rund 100 Arbeitsstunden stecken in einem Strandkorb - von Metallbearbeitung, Näharbeiten, Tischlerarbeiten, Korbflechtarbeiten bis hin zur Endfertigung. Allein bei den Flechtarbeiten werden bis zu 1.500 Meter Flechtmaterialien pro Korb verarbeitet. "Das ist von der Qualität her nicht mit Körben von der Stange zu vergleichen", erklärt Diakonie-Vorsteher Kai Becker. Rund 350 Teile sind am Ende in einem fertigen Strandkorb verbaut.

In Meldorf sind die Wege kurz, dort wird alles an einem Standort gefertigt. Die Fertigung der 16 Strandkörbe aus Ducherow ist etwas aufwendiger. "Wir produzieren an mehreren Standorten" erklärt Becker. Dabei arbeiten die vier Standorte des Diakoniewerks in Ducherow, Anklam, im Seebad Heringsdorf und in Zirchow eng zusammen. So werden in der Tischlerei in Anklam die Holzteile für die Strandkörbe gefertigt.

Etwa zwölf Kilometer weiter in der Metallverarbeitung Ducherow werden die Beschläge gefertigt, in der Näherei die beschichteten Stoffteile zurecht genäht. Und etwa eine Stunde entfernt im Seebad Heringsdorf auf Usedom werden die einzelnen Teile zu einem Strandkorb montiert. Insgesamt arbeiten in den vier Standorten des Bethanienwerks fast 330 Menschen mit Behinderung, etwa 40 von ihnen sind in die Produktion der Strandkörbe eingebunden.

Werbung für Urlaubsorte im Norden

Die wetterfesten Strandkörbe zum Stückpreis von 1.500 Euro wurden von regionalen Touristikorganisationen gesponsert und werben während ihres Einsatzes in Wittenberg auch für die entsprechende Tourismusregion. Dafür haben die Reformations-Strandkörbe eine Besonderheit in Form eines kleinen Extra-Fachs für Flyer und Broschüren. Außerdem sind sie mit einem QR-Code versehen, in dem alle wichtigen Informationen zu den Körben und ihren Herstellungswerkstätten enthalten sind.

2018 sollen sie an die Strände der Urlaubsorte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zurückkehren, von denen sie gesponsert wurden. Doch zuvor plant Kai Becker mit den Mitarbeitern der Behindertenwerkstatt für den Sommer mehrere Fahrten nach Wittenberg. "Sie sollen doch sehen, wie Wittenberg sich über unsere Strandkörbe freuen wird".
Quelle: epd/PEK

Zum Vergrößern und lesen der Bildbeschreibungen bitte auf die Fotos klicken(© PEK)

Pastorin Bettina Morkel und Propst Andreas Haerter sind begeistert von der Aktion „Reformation im Strandkorb“ und haben es sich im Strandkorb des Ostseebads Koserow bequem gemacht.
Das Team der Betriebsstätte Heringsdorf der Bugenhagen-Werkstatt des Evangelischen Diakoniewerks Bethanien Ducherow hat die Strandkörbe in Handarbeit gefertigt.
Mitarbeiter der Betriebsstätte Heringsdorf beim Verladen der Strandkörbe.